Rezension.org - "Wilddiebe und Kritiker kennen keine Schonzeit"
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‘Pop’

Innocent Eyes

Innocent Eyes von

Tracks:

  • 01. Born To Try
  • 02. Innocent Eyes
  • 03. Not me, Not I
  • 04. Throw It Away
  • 05. Lost Without You
  • 06. Predictable
  • 07. Butterfly
  • 08. In My Own Time
  • 09. My Big Mistake
  • 10. This is Not me
  • 11. Running Away
  • 12. A Year Ago Today
  • 13. Longer
  • 14. You Will Fall For me

Delta Goodrem:

Delta Goodrem ist eine australische Sängerin, Pianistin, Songschreiberin und Schauspielerin, die in Sydney Australien am  9. November 1984 geboren wurde.  Seit Ihrem achten Lebensjahr spielt sie Piano. Während Ihrer Kindheit drehte Sie Werbespots fürs Fernsehen und hatte auch eine Gastrolle in der Serie Police Rescue.  Das erstes Demo-Band nahm Sie mit 12 Jahren auf und sendete es an ihr Lieblings-Football Team, in der Hoffung für diese die australische Hymne vor deren Spielen singen zu dürfen. Diese gaben das Demo an den Sponsor der Sydney Swans, den Manager Glenn Wheatley weiter, welcher dafür sorgte, das Delta Goodrem mit 15 Jahren einen Plattenvertrag bei Sony bekam.  Nachdem Sie 2003 erfolg ihr Debutalbum Innocent Eyes veröffentlichte erkrankte Delta an Morbus Hodgkin, einer Art Lymphknotenkrebs.

Innocent Eyes:

Innocent Eyes ist das erste Album der australischen Sängerin, mit dem sie auch weltweite Bekanntheit erlangte. Die CD ist eine Sammlung von auf Piano basierendem und Balladen. An den meisten Songs wie z. B. Throw It Away, Lost Without You oder Butterfly war sie maßgeblich beim Schreiben der Songs beteiligt. Mit den Singleauskopplungen Lost Without You, Born To Try, Innocent Eyes, Not Me Not I und Predictable hatte sie 5 #1 Singles in den australischen Charts, was ihr den Record der meisten #1 Singles aus einem Debutalbum dort einbrachte. An der Produktion des Albums waren Produzenten am Werk, die schon für zahlreiche andere große Musiker (Mariah Carey, Christina Aguilera, Jennifer Lopez, Celine Dion, Mandy Moore, Kelly Clarkson, Elton) im Studio waren. Delta bezeichnete das Album als eine Art Tagebuch der letzten Jahre von sich und wenn sie ihre Songs hören würde, sich so an die Ereignisse erinnern könnte.

Fazit:

Mit Innocent Eyes brachte die junge Delta ein Debut zustande, von dem andere Musiker nur träumen können. Mit tollen Lyrics und Melodien und ihren einbezogenen Pianotalent wurde die CD nicht nur in Australien zu einem Hitgiganten. Neben Lost Without You, Predictable & Longer, drei meiner absoluten Lieblingssongs,  die meiner Meinung nach auch aus dem Album hervorstehen, sind die anderen Lieder aber auch nicht zu verachten. Was Delta Goodrem dort zusammenbastelte, mit ihrer ersten CD, gleicht nahe einem Meisterwerk, trotz ihrer noch etwas jung und unreif klingenden Stimme in einigen Passagen des Albums, glänzt sie in jedem Stück.

Mistaken Identity

Mistaken Identity von

Tracks:

  • 01. Out Of The Blue
  • 02. The Analyst
  • 03. Mistaken Identity
  • 04. Sanctuary
  • 05. A Little too Late
  • 06. Be Strong
  • 07. Last Night On Earth
  • 08. Almost Here
  • 09. Miscommunication
  • 10. Electric Storm
  • 11. Extraordinary Day
  • 12. Fragile
  • 13. Disorientated
  • 14. You Are My Rock


Delta Goodrem:

Delta Goodrem ist eine australische Sängerin, Pianistin, Songschreiberin und Schauspielerin, die in Sydney Australien am  9. November 1984 geboren wurde.  Seit Ihrem achten Lebensjahr spielt sie Piano. Während Ihrer Kindheit drehte Sie Werbespots fürs Fernsehen und hatte auch eine Gastrolle in der Serie Police Rescue.  Das erstes Demo-Band nahm sie mit 12 Jahren auf und sendete es an Ihr Lieblings-Football Team, in der Hoffung für diese die australische Hymne vor dem Spiel singen zu dürfen. Diese gaben das Demo an den Sponsor der Sydney Swans ,den Manager Glenn Wheatley weiter, welcher dafür sorgte das Delta Goodrem mit 15 Jahren einen Plattenvertrag bei Sony bekam.  Nach ihrem erfolgreichen Debutalbum erkrankte Delta 2003 an Morbus Hodgkin, einer Art Lymphknotenkrebs.

Mistaken Identity:

Während Ihrer Chemotheraphie schrieb sie mit anderen Songwritern ihr zweites Album Mistaken Identity, das nach dem Sieg über den Krebs auf den Markt kam. Nachdem Ihr Debutalbum (allein 14x Platinum in Australien) ein Riesenerfolg wurde, waren die Erwartungen an Mistaken Identity sehr groß. Obwohl es laut Verkaufszahlen nicht ganz an das Debut heranreichte, wurde Mistaken Identity ein erneuter Erfolg (5x Platinum in Australien). Ihre Stimme klingt stärker und reifer als auf ihrem Vorgänger und auch die Songstruktur klingt besser. Ein durchweg klasse produziertes Album, das nicht nur in Australien ein Erfolg ist.  Mit tollen Balladen, rockigeren Songs und einem Feature des irischen Sängers in dem Song Almost Here, eine Zeit lang die australische Nr.1.  Neben schönen Melodien, die perfekt zu Ihrer Stimme passen, beweist Delta auch, das sie eine klasse Pianistin ist. Zum träumen, entspannen oder einfachen Genuss.

Fazit:

Meiner Meinung nach, ist dieses Album besser als Ihr Debutalbum Innocent Eyes, das ist aber Ansichtssache. Alle Songs lassen einen in ihrer wunderbaren Stimme versinken und machen das Album nie langweilig. Ob schöne Balladen, etwas rockigere Lieder oder das Duett “Almost Here” mit Ihrem damaligen Freund (heute Ehemann Brian McFadden). Delta macht mit diesem Album alles richtig und erobert erneut die Herzen ihrer Fans. Wem Innocent Eyes gefiel, der kann auch hier zugreifen, denn wer weltklasse Musik zu schätzen weiß, macht hier mit dem Kauf am wenigsten falsch. Lieblingssongs habe ich keine, da mir eine Auswahl sehr schwer fallen würde. Wer die CD’s mag, sollte sich die DVD’s Ihrer Konzerte ansehen. Volle  5 Sterne ist dieses Album wert.

Who I Am ?

Who I Am ? von Amy

Tracklist:

  • 01.  Don’t Miss You (5/5)
  • 02. Fool (5/5)
  • 03. Not Me (4/5)
  • 04. Does Anybody? (5/5)
  • 05. Ready To Fly (5/5)
  • 06. Stranded (5/5)
  • 07. Don’t Ya Give Up (5/5)
  • 08. Now and for Always (5/5)
  • 09. Love Is Out of Reach (5/5)
  • 10. Wish I Was Her (5/5)
  • 11. Tell Me (5/5)
  • 12. Remember to Breathe (5/5)

die Künstlerin:

ist eine junge englische Songwriterin,  die in Birmingham in England aufwuchs und nach Australien zog um dort die ersten Schritte Richtung Musik und Karrierre in Angriff zu nehmen.  Sie schrieb und veröffentlichte den Song “We Both Know” mit dem ehemaligen Australian-Idol Gewinner Guy Sebastian,  der auf dem Album Home:  Songs of Hope & Journey, eines für Spenden produzierten Albums. Außerdem produzierte Sie ein Cover des Songs “Joy To The World” für die Spirit of Christmas Compilation 2007. Von ihrer Stimme war man dort so begeistert, das Sie 2006 an ihrem ersten Album arbeiten durfte.

das Album:

Mit Ihrem ersten Album zeigt uns die gebürtige Engländerin nicht nur das Sie einen Hit (Does Anybody Know?) landen kann,  sondern ein Superalbum auf den Markt bringt, das mit  gefühlvollen, kräftigen und fantastischen Songs geradezu vollgepackt ist.  Mit der tollen Songliste auf dem Album ist es schwer sich einen oder zwei Songs auszupicken, da alle geradezu fantastische Werke sind. Gefühlvolle Balladen, poppige Songs und mit einer außergewöhnlichen Stimme macht Amy dieses Album zu einem absoluten Muss für Genießer, die ruhige und entspannende Alben lieben. Abwechslungsreich und niemals langweiliger Musikgenuss, die beste Art Musik zu hören und zu lieben.

Fazit:

Meiner Meinung nach ist dieses Album eines der Besten, das ich je gehört habe und ich immer noch höre, da es mich jedes mal aufs Neue fasziniert, wie Amy dort ihre Stimme einsetzt und damit so tolle und gefühlvolle Songs hervorbringt.  Mit diesem Beispiel von powervollem Album sollte sich manch Künstler heutzutage eine Scheibe abschneiden. Das Album ist für mich nach einem schweren Tag immer wieder eine Erholung um zur Ruhe zu kommen. Einfach hinlegen,  die Augen schließen und das Träumen kann beginnen. Was ich schade finde,  das dieses Album die Aufmerksamkeit,  die es verdient, leider nicht erhalten hat. Amy,  solche Powerfrauen wie dich braucht die Musikindustrie heute dringend!  Eine absolute Kaufempfehlung meinerseits!

Einen absoluten Lieblingssong des Albums kann ich nicht benenennen,  da mehrere dabei sind (wie z.B. Does Anybody ?, Ready To Fly, Don’t Miss You,  Stranded, Now And For Always, Love Is Out Of Reach,  usw.) die unbeschreiblich gute Stücke sind, bei denen ich jedesmal aufs Neue die talentierte Amy nur loben kann.

Interpol: Turn on the bright light

Turn on the bright light

von Interpol (2002)

Tracklist

1. Untitled

2. Obstacle 1

3. NYC

4. PDA

5. Say hello to the angels

6. Hands away

7. Obstacle 2

8. Stella was a diver

9. Roland

10. The New

11. Leif Erikson

Die New Yorker Band Interpol tritt stets in makellosen schwarz-weißen Anzügen auf und lassen auch auf ihren Alben immer die gleichen Instrumente erschallen: ein recht dominanter Bass, elektrische Gitarre (meist mit klarem Sound), Drums und selbstverständlich die unverwechselbare, markante und tief beeindruckende Stimme von Frontmann Paul Banks.

Schon mit dem ersten Track kann man ein Markenzeichen von Interpol entdecken: ein melancholischer Gitarrenteppich schraubt sich förmlich in die Gehörgänge und baut sich immer weiter auf,  um dann von den einsetzenden Vocals nochmals gesteigert zu werden, wobei es oft dem Bass vorbehalten ist, die Akzente zu setzen (z.B. bei Obstacle 1). Dieser so erzeugte Indiesound, natürlich ebenfalls getragen vom präzisen Einsatz des Schlagzeugs, besticht durch eine gewisse Coolness, aber auch einer düsteren Melancholie. Diese Kombination erweisr sich als extrem reizvoll.

Allerdings muss man den Songs teilweise etwas Zeit geben. Wer den schnellen Kick sucht und Wiedererkennungseffekte erhofft und sofort beim ersten Hören ein Aha-Erlebnis möchte, ist wahrscheinlich besser beraten, lautere Bands zu hören, die sich mehr an anderen orientieren. Wer sich jedoch darauf einlässt, für den wird das Debutalbum von Interpol eine so lange Zeit eine Freude bleiben, wie das nur bei wenigen, seltenen Alben und Gruppen der Fall ist.

Neben den getrageneren Titeln können Interpol aber durchaus auch mal sehr dynamisch werden (Obstacle 1, Hands away). Trotz des charakteristischen Sounds, der übrigens kaum durch zusätzliche Instrumente erweitert wird, ist die Abwechslung gegeben. Man findet sich in einem sehr intimen Album wieder, das einem sehr viel geben kann. Interessant kommen auch teilweise disharmonische Klänge daher, die bei anderen Bands schon mal aufgesetzt wirken und getrost als Effektheischerei bezeichnet werden dürfen. Hier nicht. Scheinbar verfolgen Interpol mit jedem Ton ein bestimmtes Ziel, und vielleicht lauscht man darum so begeistert- sowohl auf die einzelnen Intrumente, den Sound als auch die unnachahmliche Stimme von Paul Banks.

Teilweise wird Interpol nachgesagt, dass sie sich an den 70er und 80er und spezielle an Joy Division orientieren- ich kann das insofern ein bißchen nachvollziehen, als dass das Arrangement dort häufig ähnlich aufgebaut war- dennoch bleiben Interpol unnachahmlich.

Fazit
Für mich ist Interpol mit diesem Werk von 2002 fernab vom Mainstream ein unnachahmliches Meisterstück gelungen. Die Songs fügen sich aneinander und bilden eine homogene Schatztruhe an Kreativität, Intimität, aber auch Melancholie für diejenigen, die sich darauf einlassen. Anspieltipp: “Leif Erikson”. Dieser Song hat weltweit schon die ein oder andere Gänsehaut verursacht.

The Time of Our Lives

The Time of Our Lives von Miley Cyrus

Trackliste
01 – Kicking and screaming
02 – Party in the USA
03 – When I look at you
04 – The Time of Our Lives
05 – Talk is cheap
06 – Obsessed
07 – Before the storm (Live)
08 – The climb

Die Künstlerin
Wenn ihr Name fällt schlagen Teenieherzen höher: Miley Cyrus ist die ungeschlagene Nummer eins im Disney-Universum – noch vor namhaften Kollegen wie den Jonas Brothers oder den „High School Musical“-Akteuren um Zac Efron und Vanessa Hudgens. Über 20 Millionen US-Dollar verdiente die 17-jährige Tochter von Countrysänger Billy Ray Cyrus 2009 mit Produkten rund um „Hannah Montana“. Durch diese Serie wurde Miley, die 1992 in Tennessee als Destiny Hope Cyrus geboren wurde, innerhalb von zwei Jahren zum international umjubelten Shootingstar. Bis zur Vollendung ihres 21. Lebensjahres soll Miley laut Experten die Milliardengrenze auf ihrem Konto überschritten haben. Da Miley aber allmählich zur jungen Frau heranreift, löst sie sich auch peu a peu von ihrer „Hannah“-Rolle und versucht nun im Segment der in Hollywood ernstzunehmenden Schauspieler und Sängerinnen Fuß zu fassen.

Das Album „The Time of Our Lives“ ist der Nachfolger des 2008 erschienen Erstlingswerks „Breakout“, welches in den USA bis auf Platz eins der Albumcharts vordrang und sich weltweit über drei Millionen mal verkaufte. Genau genommen ist „The Time of Our Lives“ aber gar keine LP (Longplayer), sondern nur eine übergroße EP (Extential Play) mit acht Titeln, die teilweise noch nicht einmal neu für diese Platte geschrieben worden sind, sondern alten „Hannah-Montana“-Samplern („The Climb“) entstammen oder eine Liveversion eines Tracks aus einem bereits erschienen Album darstellen („Before the storm“ mit den Jonas Brothers). Übrig bleiben sechs Tracks, die zwischen Electropop a la oder Lady Gaga („The Time of Our Lives“) und rockig angehauchten Popsongs im Stile einer Kelly Clarkson oder Ashlee Simpson („Kicking and screaming“, „Talk is cheap“) pendeln.

Dabei gelingt es Cyrus durchaus das ein oder andere Mal dem Hörer mit ihren Gesangskünsten Gefallen zu bereiten. Die erste Singleauskopplung „Party in the USA“ ist ein leichter, unbeschwerter Sommerhit, der zum Mittanzen einlädt. Ungeschlagenes Highlight der LP ist die wunderschöne Ballade „When I look at you“, die auch Soundtrack des 2010 erscheinenden Films „Mit dir an meiner Seite“ (im Original: „The Last Song“) mit Miley Cyrus in der Hauptrolle ist. Hier hat und Produzent John Shanks ganze Arbeit geleistet. Ein zauberhafter Refrain gepaart mit Mileys ausdrucksstarker Stimme – „When I look at you“ ist mit das Beste, was in den vergangenen Jahren aus der Disney-Popstarschmiede hervorkam.

Fazit
Qualitativ bietet „The Time of Our Lives“ ansprechenden , der nicht nur in den Kinderzimmern für Begeisterung sorgen dürfte. Ärgerlich ist nur der exorbitante Preis für das Album – in den bekannten Elektronik- und Musikmärkten kostet die Platte zwischen elf und fünfzehn Euro – und das für acht (!) Songs, die nicht einmal alle neu sind. Da mag auch das exklusive Miley-Poster im Booklet nicht versöhnen. Für ein Album ist die Trackliste zu kurz und für eine EP ist der Preis bei weitem zu hoch. Andererseits darf man sich glücklich schätzen, dass die Platte überhaupt in Europa erhältlich ist, denn ursprünglich war „The Time of Our Lives“ nur als Werbemittel für Mileys Modelinie bei einer bekannten US-Supermarktkette konzipiert worden und sollte auch nur in deren Filialen in den USA erhältlich sein.

Let Go

Let Go von Avril Lavigne

Trackliste
01 – Losing grip
02 – Complicated
03 – Sk8er boi
04 – I’m with you
05 – Mobile
06 – Unwanted
07 – Tomorrow
08 – Anything but ordinary
09 – Things I’ll never say
10 – My world
11 – Nobody’s fool
12 – Too much to ask
13 – Naked

Die Künstlerin
Um in der internationalen Entertainmentbranche Fuß zu fassen, ist es prinzipiell vorteilhaft, zumindest in der Nähe von einer der großen Unterhaltungsmetropolen (ergo Los Angeles, New York, Miami) großzuwerden. Avril Lavigne wuchs in Napanee auf, einem 15.000-Seelendorf im Osten Kanadas. Trotzdem hatte sie bereits mit 16 Jahren einen Plattendeal bei einem Majorlabel in der Tasche. Da es allerdings schon genügend süße Popprinzesschen in der (Schein-)welt Hollywood gibt, wird aus Avril, die in ihrer Jugend im Kirchenchor ersten Kontakt mit der Musik fand, ein hippes Skatergirl gemacht, das so gar keinen Bock auf Britneypop und J. Lo-Oberflächlichkeiten hat, sondern lieber mit ihren Jungs abhängt und coole Punkmusik macht. Zumindest das, was „Bravo“-Leser unter Punk verstehen.

Das Album
Selbstverständlich ist auch die Karriere von Miss Lavigne genauso mit Kalkül durchkonzipiert wie die Lebensläufe aller anderen Popsternchen der späten 90er und frühen 2000er Jahre – siehe Britney Spears, Christina Aguilera, Jeanette (auch wenn sich ihre Karriere auf einem etwas anderen Niveau abspielt). Trotzdem muss man sagen, dass die Musik etwas erfrischendes hat. Es sind immerhin Ansätze von Gitarrenmusik und ehrlicher, handgemachten Singer/Songwritermelodien im Stile einer Alanis Morissette erkennbar. Gleich das Anfangsstück „Losing grip“ rockt doch mächtig. Der Radio-Evergreen „Complicated“ kommt locker daher und bietet Gelegenheit zum fröhlichen Mitsingen.

Auch „Sk8er boi“ überzeugt, selbst wenn die Story „Liebes Mädchen trifft bösen Jungen“ schon tausendmal durchgekaut wurde. Einer der Höhepunkte bietet „I’m with you“, eine Ballade, die im Laufe des Songs rockige Züge annimmt. Dieser Wechsel von punkartigen Rocksongs und radiotauglichem Gitarrenpop zieht sich wie der berühmte rote Faden durch die gesamte LP. Was man der jungen Dame auf jeden Fall hoch anrechnen muss, ist die Tatsache, dass sie (zumindest laut Booklet) an allen Songs sowohl lyrisch als auch musikalisch beteiligt war. In Anbetracht der Tatsache, dass die Songs zu einem Zeitpunkt entstanden, an dem Avril gerade mal 17 Jahre alt war, aller Ehren wert.

Fazit
Klar, nur weil man eine Krawatte trägt, ist man noch lange nicht Punk. Muss es ja auch gar nicht unbedingt sein. Wichtig ist nur, dass sich Avrils Musik hörbar von 08/15-Popproduktionen abhebt, und trotz dem offensichtlichen Konzept, auf dem die Karriere von Avril Lavigne aufgebaut ist, behält sie etwas bodenständiges, das sie von der Glamour-Glitzerwelt unterscheidet. Dass sie ihren Weg gemacht hat, beweisen nicht nur die Verkaufszahlen von „Let go“ – das Album wurde weltweit 18 Millionen mal verkauft. Auch die Folgeplatten wurden durchgehend zum Erfolg – wie etwa „Under my skin“ aus dem Jahr 2004 (10 Millionen Verkäufe) oder „The Best Damn Thing“ mit dem Megahit „Girlfriend“.

Demon Days

Demon Days von den Gorillaz

Trackliste
01 – Intro
02 – Last living souls
03 – Kids with guns
04 – O green world
05 – Dirty Harry
06 – Feel Good Inc.
07 – El Manana
08 – Every planet we reach is dead
09 – November has come
10 – All alone
11 – White light
12 – Dare
13 – Fire coming out of the monkey’s head
14 – Don’t get lost in heaven
15 – Demon days

Die Künstler
Angesichts des musikalischen „Einheitsbreis“, der einem heutzutage häufig geboten wird, ist man immer dankbar, wenn einem neue Ideen und ein frisches Konzept angeboten werden. Musik, die in keine Schublade passt und keinem Genre so wirklich zugehörig ist. Bestes Beispiel hierfür sind die Gorillaz – streng genommen sind sie noch nicht einmal eine richtige Band, sondern eher ein Musikprojekt, das vor allem von seinen brillant gezeichneten und animierten Charakteren lebt.

Kreativer Kopf hinter der Musik ist Britpopper und „Blur“-Frontmann Damon Albarn. Den visuellen Part hat Jamie Hewlett, bekannt geworden durch die Comicserie „Tank Girl“, übernommen. Die Musik pendelt zwischen und Rock, Funk und Dance, Hip Hop und Soul. Vielleicht wäre „Alternative “ dafür noch die passendste Bezeichnung.

Das Album
Im Vergleich zum Vorgänger- und Debütalbum, welches den selben Namen wie die Band trägt, schlagen die Gorillaz auf „Demon Days“ deutlich düstere und beklemmendere Töne an. Bildeten beim Erstling noch fröhliche und beschwingte Gefühle die Grundlage, so nimmt uns Mister Albarn in Teil zwei der Gorillaz-Diskographie mit auf eine Reise quer durch das Böse und Schreckliche in der Welt. Er berichtet von Kindern mit Gewehren in „Kids with guns“, das er mit der schwedischen Singer / Songwriterin Neneh Cherry aufgenommen hat.

Er erzählt von kriegswütigen Präsidenten in „Dirty Harry“ (dieser Name ist nicht zufällig gewählt: Dirty Harry ist die berühmteste Rolle von Clint Eastwood, der wiederum Namensgeber des bisher größten Hits der Gorillaz ist.) und von Bergen, die den Namen „Affenkopf“ tragen, und dabei alle möglichen Leute einfach wegschleudern. Der besagte Track – namentlich „Fire’s coming out of the monkey’s head“ – ist wunderbar intoniert von Hollywoodlegende Dennis Hopper.

Musikalisches Highlight des Albums ist das traurige „El manana“, das mit melancholischen Beats und einem – trotz des Comicstils – bedrückendem Videoclip besticht. Auch die erste Singleauskopplung „Feel Good Inc.“, die die Hip Hopper von De La Soul featured, die auch schon auf dem Debütalbum mit von der Partie waren, geht gut ins Ohr.

Fazit
„Demon Days“ ist genau das man erwarten konnte – nämlich das Unerwartete. Wie bereits erwähnt: Die Gorillaz passen in kein stereotypisches Genre, sondern die „Band“ lässt Einflüsse verschiedenster musikalischer Stile zu einem gelungenen Ganzen verschmelzen. Selten war Popmusik so innovativ und kreativ wie auf „Demon Days“.

Gekrönt wird das Konzeptalbum durch die brillanten Texte von Damon Albarn, das Damokles-Schwert des politischen und gesellschaftlichen Untergangs hängt von Track eins bis fünfzehn über dem Gesamtwerk. Interessant wäre nur die Frage, ob die Band wirklich wegen der hervorragenden Musik so populär ist oder ob einzig die Besonderheit der Comicaufmachung die Menschen so fasziniert. Damit würde man den Musikern nämlich Unrecht tun.

Shock Value 2

Shock Value 2 von Timbaland

Trackliste
01 – Intro
02 – Carry out
03 – Lose control
04 – Meet in tha middle
05 – Say something
06 – Tomorrow in the bottle
07 – We belong to the music
08 – Morning after dark
09 – If we ever meet again
10 – Can you feel it
11 – Ease off the liquor
12 – Undertow
13 – Timothy where you been
14 – Long way down
15 – Marchin’ on
16 – The one I love
17 – Symphony

Der Künstler
2007 war das Jahr des Timothey Mosley, besser bekannt als Timbaland. Nachdem er zuvor vor allem als Produzent der Topseller „Loose“ (Nelly Furtado) und „FutureSex / LoveSounds“ (Justin Timberlake) in Erscheinung getreten war, wagte Timbaland im Jahr 2007 den Schritt zum eigenen Soloalbum. „Shock Value“ hieß das gute Stück, das damals einschlug wie eine Bombe. Die Singleauskopplungen, darunter Hits wie „Give in to me“, „The way I are“ und dem Überhit „Apologize“, waren überall zu hören. In letzter Zeit wurde es jedoch ruhiger um das in Norfolk (Virginia) geborene Schwergewicht. Damit soll nun Schluss sein – knapp drei Jahre nach dem Erstling bringt Timbaland die Fortsetzung auf den Markt.

Das Album

Manch einer mag sich verwundert die Augen gerieben haben, als er die Liste der Musiker las, die Timbaland für „Shock Value 2“ mit ins Boot holte. Während sich altbewährte Gäste wie Nelly Furtado, OneRepublic, Justin Timberlake und Keri Hilson auf dem Nachfolger wiederfinden, mag der Auftritt der australischen Indierocker von Jet oder Disney-Star (der jüngeren Generation bekannt als „Hannah Montana“) durchaus überraschend sein. Allerdings ist gerade ihre Performance einer der Lichtblicke auf diesem Werk, das zuweilen in eintönigem R’n'B-HipHop-Mischmasch zu versinken droht. Für die einen mag es „der typische Timbaland-Sound“ sein, doch die Abwechslung fehlt bei „Shock Value 2“. Da ist man als Zuhörer doch dankbar für erfrischende Momente, zu denen unter anderem auch der Beitrag des kanadischen Rockkauzes Chad Kroeger, Frontmann von Nickelback gehört.

Ansonsten bietet „Shock Value 2“ viele Beats, die irgendwie alle austauschbar klingen, und dementsprechend schnell wieder aus dem Gedächtnis des Hörers verschwinden werden. Erwähnenswert sind allerdings die Titel „Morning after Dark“, bei der Timbaland eine bis dato gänzlich unbekannte junge Dame aus Frankreich aus dem Hut zaubert. SoShy, die bürgerlich den gar nicht so französisch anmutenden Namen Deborah Epstein trägt, ist seit 2009 bei Timbalands Label unter Vertrag und darf gleich bei der Leadsingle der neuen LP mitwirken. Die zweite Auskopplung des Albums ist „If we ever meet again“ mit der omnipräsenten Katy Perry – nicht schlecht, aber irgendwie auch nichts Besonderes. Von der Kooperation Timbaland/Perry hat man sich mehr versprechen dürfen.

Fazit
„Shock Value 2“ kann nur bedingt in die Fußstapfen seines so erfolgreichen Vorgängers treten. Zwar ist der eine oder andere Track wirklich gut gelungen und lädt wahlweise zum Tanzen, Kopfnicken oder auch mal zum Schmusen ein, allerdings sind auch einige Durchhänger vorhanden. Wer allerdings mit der bisherigen Timbaland-Musik zufrieden war, wird auch an „Shock Value 2“ seine Freude haben.

King of Pop

King of von Michael Jackson

Trackliste

Disc 1
01 – Billie Jean
02 – Beat it
03 – Thriller
04 – Smooth criminal
05 – Bad
06 – Dirty Diana
07 – Black or White
08 – Man in the mirror
09 – Earth Song
10 – Heal the world
11 – They don’t care about us
12 – Who is it
13 – Speechless
14 – The way you make me feel
15 – We’ve had enough
16 – Remember the time

Disc 2
01 – Whatever happens
02 – You are not alone
03 – Say say say
04 – Liberian girl
05 – Wanna be startin’ somethin’
06 – Don’t stop til you get enough
07 – I just can’t stop loving you
08 – Give in to me
09 – Dangerous
10 – Will you be there
11 – Scream
12 – You rock my world
13 – Stranger in Moscow
14 – Rock with you
15 – Got the hots
16 – Thriller Megamix

Der Künstler
250 Millionen verkaufte Alben, ein Plattenvertrag über 890 Million US-Dollar, unzählige Auszeichnungen und Awards jeglicher Art – ohne Frage: Dieser Mann war eine Legende. Kaum ein Musiker vor ihm hatte so eine Bedeutung für die Welt wie „Jacko“. Zu Beginn dieser einzigartigen Karriere war er noch Teil der Jackson 5, die unter dem Drill des Vaters Joe Jackson zu einer der erfolgreichsten „Boygroups“ aller Zeiten wurden. Was kaum einer ahnte: Solo übertraf er diese Erfolge noch um ein Vielfaches. Außerdem war er für seinen humanitäre Hilfe und seine gemeinnützige Arbeit bekannt. Am 25. Juni 2009 verstarb Michael Jackson an plötzlichem Herzversagen in Los Angeles. Er wurde nur 50 Jahre alt.

Das Album
Da es schon vor dieser Kollektion einige „Best Of Alben“ von Michael Jackson gab, mussten sich die Verantwortlichen etwas ganz spezielles ausdenken: In jedem Land fand eine Abstimmung statt, welche 30 Songs auf die Platte gehören. So ergab sich logischerweise für jede Nation ein individuelles Best-Of. Klar war aber: Egal, wie die Wahl fällt, die CD wird eine Ansammlung von Klassikern der Popgeschichte sein. Und so wäre es beinahe anmaßend, über diese fast epischen Werke der Musikwelt ein Urteil zu fällen: Wenn man allein überlegt, was für Songs NICHT auf der CD zu finden sind: Die Charity-Hymne „We are the world“, die rührende Ballade „She’s out of my life“ aus dem Off-the-Wall-Album oder „The girl is mine“ mit Paul McCartney. Dafür ein Streifzug durch das Leben des viel zu früh verstorbenen King of Pops: Von der Discofunk-Zeit der späten 70er („Don’t stop ’til you get enough“) über die Glanzzeit („Thriller“, „Billie Jean“) bis hin zum weltweiten Megastar („Black or white“, „Bad“). Neues Material fehlt aber leider gänzlich.

Fazit

Was soll man hier noch viele Worte verlieren? Wer diese CD nicht im Plattenregal stehen hat, dem fehlt ein Stück Musikgeschichte. Ob man nun ein Jackson-Fan ist oder nicht – das Lebenswerk dieses Mannes bleibt für immer unantastbar.

Animal

Animal von

Trackliste
01 – Your love is my drug
02 – Tik Tok
03 – Take it off
04 – Kiss n tell
05 – Stephen
06 – Blah Blah Blah
07 – Hungover
08 – Party at a rich dude’s house
09 – Backstabber
10 – Blind
11 – Dinosaur
12 – Dancing with tears in my eyes
13 – Boots and boys
14 – Animal
15 – VIP

Die Künstlerin

Dancepop liegt im Trend – 2008 war es Katy Perry, 2009 hatte Lady Gaga ihren Durchbruch, und 2010 soll nun das Jahr der Kesha Rose Sebert werden. Zum ersten Mal von sich hören machte die junge Dame durch die Zusammenarbeit mit dem Südstaatenrapper Flo Rida. Ihr gemeinsamer Song „Right Round“, ein Cover der 80er-Jahre-Band „Dead or alive“, eroberte weltweit binnen kürzester Zeit die Charts. Nun hat die 22-jährige Sängerin, die im San Fernando Valley nahe Los Angeles groß geworden ist, ihre erste eigene Platte veröffentlicht.

Das Album
Leadsingle des Albums ist der Track „Tik Tok“, der binnen kürzester Zeit zum Hit avancierte. Es ist ein klassischer „Gute Laune-Song“. Ein weiteres Highlight des Albums ist der Track „Party at a rich dude’s house“. Leider mangelt es dem Album ansonsten aber sehr deutlich an Facettenreichtum: Viele Songs auf „Animal“ hören sich ähnlich oder sogar komplett gleich an – so viel gute Laune, dass es zeitweise schon wieder etwas nervtötend wirkt. Glücklicherweise schlägt Miss Sebert aber auch hin und wieder ruhigere Töne an, wie in dem eher ruhigen Titeltrack „Animal“. Ein weiterer Kritikpunkt dieses Albums sind die mangelhaften lyrischen Inhalte: So beschränken sich die Texte auf „Animal“ einzig und allein auf die Themen „Party“, „Knutschen“ und „Die Sau raus lassen“ – auf Dauer ist das dann doch sehr platt und vor allem eintönig. Wer also auf Songs mit Tiefgang und textlichem Anspruch hofft, der sucht diese auf Keshas Debütalbum leider vergeblich.

Fazit
Zum Feiern und zum Verbreiten von guter Laune eignet sich „Animal“ ideal. Ob man dieses Album jedoch unbedingt auch im CD-Regal zuhause stehen haben muss, ist sehr fraglich – auf Dauer sind die platten Texte und die stets gleichen Melodien dann doch einfach zu eintönig. Keshas Stimme, die von Haus aus schon nicht unbedingt zu der „Topliga der Gesangeskünste“ zählt, wird durch den Einsatz des allseits beliebten Autotunes noch weiter verzerrt. Die Songs variieren zwischen frechem der frühen und Electropop der Veronicas oder eben Lady Gaga – von der sie sich übrigens auch die schrillen Bühnenoutfits abgeguckt haben dürfte. Und dass man für weltweiten Erfolg im Musikbusiness nicht unbedingt eine Musical-reife Stimme benötigt, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt – bestes Beispiel für diese Tatsache: Lady Gaga…

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