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rezensionen

‘Pop’

Prince – Around In The World In A Day

Prince – Around In The World In A Day

  1. Around In The World In A Day
  2. Paisley Park
  3. Condition Of The Heart
  4. Raspberry Beret
  5. Tamborine
  6. America
  7. Pop Life
  8. The Ladder
  9. Temptation

Around In The World In A Day, das Album

Nach dem epochalen Erfolg des Albums Purple Rain, dass sich bis heute über 20 Millionen Mal verkaufte, veröffentlichte Prince nur ein Jahr später den Nachfolger Around The World In A Day.

“Around In The World In A Day”entführt uns ein ein Reich orientalischer Klänge, er klingt als hätte Prince kurzzeitig Stop in Indien gemacht, angefangen vom sehr exotischen Flötenintro des Songs, gibt es neben indische Trommeln noch andere Instrumente dieses Kulturkreises zu vernehmen. Wäre das nicht das sehr lässige Funkgitarrensolo gegen Ende, würde man gar nicht vermuten, dass es sich hierbei um einen Song, eines der bekanntesten Funkmusiker handelt.

“Paisley Park” verbreitet sofort ein sehr angenehmes Gefühl, Prince singt von einem Ort, der von Harmonie und Eintracht erfüllt ist, eben dem Paisley Park, auch Prince’ Aufnahmestudio trägt diesen Namen, was bei der Thematik auch nicht verwundern sollte. Die berühmte Linndrum kommt hier sehr gut rüber, die Gitarren sind etwas mehr im Hintergrund und verbreiten eine psychedelische Stimmung, wie man sie aus den 70er Jahren kennt.

“Condition Of The Heart” beginnt mit einem Intro, das aus einer Pianopassage besteht und von geheimnisvoll schwebenden Synthieflächen begleitet wird. Bei dem Stück handelt es sich um eine typische Liebesballade von Prince mit sehr getragenem Tempo. Für meinen Geschmack braucht Prince hier ein bisschen lang bis er in die Gänge kommt, doch dann kann er mit seiner sehr gefühlvollen Stimme doch noch seinen Trumpf ausspielen.

“Raspberry Beret” ist vielleicht der schönste Song, den Prince jemals geschrieben hat. Er besitzt eine Melodie, die jedes Herz zu schmelzen bringt und spätestens, wenn die himmlische Streicherpassage einsetzt ist es um einen geschehen, man fühlt sich als hätte man dem lieben Gott die Hand gegeben.

“Tamborine” ist um einiges dreckiger produziert als die anderen Stücke, die Drum ist sehr stark im Vordergrund,  außerdem vermittelt das Lied ein sehr urbanes Grundgefühl. Man fühlt sich wie in einem der amerikanischen Ghettos, in denen die Menschen auf den Straßen Musik machen und sich nicht darum kümmern, was der nächste Tag bringt.

“America” ist ein ganz netter Popsong, mit Prince-typischer Linndrum und prominenter E-Gitarre, insgesamt ist mir der Song aber zu eintönig, sodass er bereits nach ein paar Mal hören zu nerven anfängt, vielleicht liegt es aber auch an den sehr patriotischen Texten, die mein Herz nicht so recht erwärmen wollen.

“Pop Life” bestimmt der eingängigste Song auf dem Album mit einer schönen Melodie und ist zurecht als Single veröffentlicht worden.

“The Ladder” beginnt mit schönen Streicherarrangements bevor das Stück eine ganz andere Richtung einschlägt. Dieser Titel erinnert sehr stark an den großartigen Song “Purple Rain”, obwohl er nicht dessen Brillianz aufweist, kann er doch eine gewisse Stimmung erzeugen.

“Temptation” ist ist im Gegensatz zu den anderen Stücken auf dem Album recht sperrig, Prince ungewohn schrill und schreckt gegen Ende auch nicht davor zurück mit dem lieben Gott höchstpersönlich ein kleines Zwiegespräch zu halten. Musikalisch recht dissonant, spielen hier doch alle Instrumente fast gleichzeitig ohne Rücksicht auf Harmonie.

Fazit

Around The World Of The Day kommt zwar nicht an das Meisterwerk Purple Rain heran, bietet aber guten Funk-Pop vom Meister und mit “Raspberry Beret” ist vielleicht Prince’ schönster Song auf dem Album. Daneben fallen die anderen Titel zwar deutlich ab, besitzen aber trotzdem dieses eingängige Pop-Feeling, für das man Prince so liebt.

Pet Shop Boys – Actually

Pet Shop Boys – Actually

  1. One More Chance
  2. What Have I Done To Deserve It
  3. Shopping
  4. Rent
  5. Hit Music
  6. It Couldn’t Happen Here
  7. It’s A Sin
  8. I Want To Wake Up
  9. Heart
  10. King’s Cross

Acutally, das Album

Nach dem äußerst gelungenen Debut der Band Please, veröffentlichten die Pet Shop Boys 1987 ihr zweites Album mit dem ebenfalls nichtsagenden Titel Actually. Den Einstieg macht “One More Chance”, welches eigentlich schon im Jahre 1984 als allererste Pet Shop Boys-Single in die Geschichte einging, aber nicht auf ihrem Erstling erschienen ist, auch ist dieser Song hier in einer leicht abgeänderten Version zu hören, der Sound ist mehr vom amerikanischen Housesound beeinflusst, also nachbearbeitet worden. Stehe man dazu wie man will, ich hätte mir doch die Originalversion des Stückes gewünscht, weil diese heute doch recht schwer zu bekommen ist. Trotzdem ist der Song ganz gut und tanzbar.

Mit dem folgenden Track “What Have I Done To Deserve This” sind dann aber alle Zweifel zerstreut, das ist gute Popmusik in Reinkultur, dieser Song wird von Neil im Duett mit keiner geringeren als Dusty Springfield gesungen, beim Hören des Songs hat man das Gefühl in einem großen Konzertsaal zu sitzen und einer Bombastshow beizuwohnen. Die beiden Künstler ergänzen sich wirklich wunderbar bei diesem Stück. “Shopping” hat blinde Shoppingwut zum Thema, dieser Track klingt elektronischer als die anderen, ein gewisser Kraftwerkeinfluss kann sicherlich auch nicht geleugnet werden.

Beim Titel “Rent” wird die Käuflichkeit von Gefühlen kritisiert, so nach dem Motto, dass man mit Geld alles kaufen kann, wenn nur der Preis stimmt. “Hit Music” kommt schön ironisch rüber, er ist recht tanzbar und besitzt einen hohen Ohrwurmfaktor. “It Couldn’t Happen Here” ist bestimmt der melancholischte Song auf Please, hier treten die Synthiesounds von Chris Lowe in den Hintergrund und räumen den Platz für wunderschöne Streicherarrangements, was die Vielseitigkeit dieser Platte zugute kommt.

Auf dem Album befindet sich mit “It’s A Sin” noch ein weiterer Klassiker der Pet Shop Boys auf dem Album, an dem es nichts auszusetzen gibt, im Nachhinein aber wie bei Tainted Love von Soft Cell, von den Radiostationen bereits totgespielt wurde und ich somit diesen Song nicht mehr hören kann.

Fazit

Acutally ist ein gelungener Nachfolger zum Debutalbum Please, der mit mindestens genausovielen Hits aufwarten kann. Vor allem das Dusty Springfield Duett “What Have I Done To Deserve This” weiß zu gefallen. “It’s A Sin” mag als Titel gut sein, doch ich persönlich kann ihn einfach aus den genannten Gründen einfach nicht mehr hören. Ansonsten ist auch das zweite Pet Shop Album rundum gelungen.

Björk – Vespertine

Björk – Vespertine

  1. Hidden Place
  2. Cocoon
  3. It’s Not Up To You
  4. Undo
  5. Pagan Poetry
  6. Frosti
  7. Aurora
  8. An Echo A Stain
  9. Sun In My Mouth
  10. Heirloom
  11. Harm Of Will
  12. Unison

Vespertine, das Album

Vespertine aus dem Jahr 2001 ist Björks viertes Studioalbum. Es beleuchtet Björks sehr introvertierte Seite, fast alle Titel sind im mittleren Tempo anzusiedeln und verbreiten mit ihren melancholisch-verträumten Klängen eine sehr winterliche Atmosphäre.

“Hidden Place” verblüfft mit einem aus übereinandergelegten Chor aus Stimmen, vielleicht schon ein kleiner Hinweis auf das nächste Album Medulla, das seinerzeit fast ausschließlich Geräuschen aufgenommen wurde, die allein von der menschlichen Stimme erzeugt wurden.

“Cocoon” ist ein sehr intimes Stück, in dem Björk fast stöhnend den Text vorträgt. Für mich eine Spur zu sentimental geraten.

“It’s Not Up To You” gehört mit Sicherheit zu den Highlights des Albums, vom Stil her erinnert es sehr stark an die Selmasongs, kommt doch auch hier das typische orchestrale Musical-Feeling zum Tragen.

Bei “Undo” wird Björks sanfte Stimme von sich immer verändernden synthetischen Sounds begleitet, die ein klangliches Kaleidoskop erzeugen.

“Pagan Poetry” gilt bei vieleln Björkfans als der beste Track auf dem Album, doch kann ich mich dem nicht anschließen, das Stück ist zweifellos gut, aber Björk ist mir hier wieder eine Spur zu sentimental und überschwänglich.

“Frosti” ist ein sehr schönes Instrumentalstück, das von einer Art Spieluhr erzeugt wird.

“Aurora” beginnt sehr schön zu anfang mit echtem knischenden Schnee, auch wenn Björks Gesang hier wieder sentimental rüberkommt, sind die Soundeinsprengsel und Breatk-Beats doch ganz nett anzuhören.

“An Echo A Stain” ist vielleicht mein Lieblingssong auf Vespertine, der Synthie blubbert als wäre man im weiten Weltall auf einem von außerirdischen bewohnten Planeten gelandet. Überdies kommt das Stück recht unheimlich rüber.

“Sun In My Mouth” und “Harm Of Will” geben sich wieder sehr reduzierten Klängen hin, Björks Stimme wird fast nur von einer Spieluhr begleitet und klingt daher auch sehr intim, wie ein trauriger Engel.

“Harm Of Will” ist sehr interessant weil es so ganz anders klingt als die anderen Stücke, analoge  Sounds, die an die Elektro-Szene anfang der 90er erinnern, bilden das Grundgerüst. Björk singt von immer wiederkehrenden Träumen. Sehr schöner Song.

Mit “Unison” verabschiedet sich Björk aus Vespertine. Das Stück klingt wieder so ein bisschen wie Bolero mit dieser wunderbaren Musikkiste, die sich zu verselbständigen scheint und extra nur für Björk diese tollen Sounds entwirft. Ein gelungener Abschied.

Fazit

Vespertine ist ein sehr persönliches Album geworden, Björk klingt so intim und verletzlich wie nie und über allem hängt so ein winterlicher Schimmer. Das perfekte Album für verschneite Winterabende.

Björk – Selmasongs

– Selmasongs

  1. Ouverture
  2. Cvalda
  3. I’ve Seen It All
  4. Scatterheart
  5. In The Musicals
  6. 107 Steps
  7. New World

Dancer In The Dark, der Film

Bei Selmasongs handelt es sich um den Soundtrack des von Lars Von Trier gedrehten Filmes Dancer In The Dark, in dem Björk im Jahr 2000 die Hauptrolle spielte und für diesen Soundrack für den Oskar nominiert wurde. Um die Musik auf Selmasongs vielleicht ein bisschen besser verstehen zu könnne, gehe ich noch kurz ein wenig auf die Handlung des Films ein:

Dancer In The Dark handelt von einer jungen Frau namens Selma (Björk), die in einer Stahlfabrik arbeitet und an einer seltenen Augenkrankheit leidet, die sie immer mehr erblinden lässt. Sie hat einen Sohn, der auch von dieser Augenkrankheit betroffen ist und schnellstens operiert werden muss. Da die Operation aber sehr teuer ist, spart Selma jeden Pfennig von ihrem Gehalt. Der einzige Weg sich aus dieser Alltagstristesse zu befreien ist für Selma die Welt der Musicals, so singt sie ganz in Tagträumen versunken in eine bessere Welt. Eines Tages kommt es jedoch zu einer tragischen Ereignis, ein vermeintlicher Freund von Selma stehlt ihr das Geld, so begeht Selma eine Verzweiflungstat und ermordet den Mann.

Vor Gericht gestellt, sagt Selma nicht, warum sie den Mann umbringen musste, da die Wahrheit wohmöglich die Heilung des Kindes in Gefahr bringen würde. Am Ende des Films wird Selma zum Tode verurteilt und gehenkt.

Selmasongs, der Soundtrack

So dramatisch der Film ist, ist auch der Soundtrack von einer herzzerreissenden Schönheit, die wunderschöne “Ouverture” entführt den Hörer in die Welt der Selma.

“Cvalda” ist ein wunderbares Stück Avantgarde-Musik, wir befinden uns mit Selma in der Stahlfabrik, der Raum ist erfüllt von Maschinengeräuschen bis diese sich nach und nach in eine wundervolle Melodie verwandeln und man inmitten eines großen Musicals befindet.

“I’ve Seen It All” unterscheidet sich in der Version auf Selmasongs sehr stark von der Filmversion, waren im Film Männerchöre zu hören, ist der Titel hier ein Duett zwischen Björk und dem Radiohead-Frontmann Thom Yorke, da ich kein großer Radiohead-Fan bin und mit der Stimme des Sängers persönlich nichts anfangen kann, gefällt mir die Filmversion um einiges besser.

“Scatterheart” ist ein sehr ruhiges, fast schon unheimliches Stück und kam im Film bei jenen dramatischen Ereignissen zum Einsatz, die zu dem besagten Unglück führten.

“In The Musicals” ist neben “Cvalda” mein absoluter Lieblingstrack auf Selmasongs, hier sind wir wirklich in einem Musical der ganz großen Gefühle, die Musik baut einen immensen Spannungsbogen auf, und Björk singt mit soviel Kraft – einfach wunderschön.

“107 Steps” besteht aus einer Aneinanderreihung von gesprochenen Zahlen, es sind die Schritte bis zum Hinrichtungsort, ein sehr dramatischer Song, der immer intensiver wird.

“New World” ist der traurigste Song auf Selmasongs, Björk singt von einer besseren Welt, von einem Leben nach dem Tod. Denn im Film läuft der Track im Abspann.

Fazit

Selmasongs ist der perfekte Soundtrack zu dem Film Dancer In The Dark. Einige Titel wie “I’ve Seen It All” besitzen andere Arrangements als im Film. Die Stücke gehen einem sehr zu Herzen und beweisen wieder einmal, was für eine kreative Künstlerin Björk doch ist.

Pet Shop Boys – Bilingual

Pet Shop Boys – Bilingual

  1. Discoteca
  2. Single
  3. Metamorphosis
  4. Electricity
  5. Se A Vida É (That’s The Way Life Is)
  6. It Always Comes As A Surprise
  7. A Red Letter Day
  8. Up Against It
  9. The Survivors
  10. Before
  11. To Step Aside
  12. Saturday Night Forever

Bilingual, das Album

Drei Jahre ließen sich die Pet Shop Boys nach dem überaus erfolgreichen Album Very Zeit, bis sie im Jahr 1996 mit Bilingual ein neues Album auf den Markt brachten. Bilingual ist insofern anders als Very, als dass sich hier weltweite Einflüsse auf dem Album wiederfinden lassen, vor allem lateinamerikanische, die dem ganzen Album so eine exotische Note verleihen.

So überrascht schon der Opener “Discoteca” mit einer sehr eigenwilligen Kombination aus genrefremden Trommelschlägen und Chris Lowes Synthieflächen, die sich aber in diesem Stück noch zurück halten, hier und da setzt er ein paar Akzente, ohne den perkussiven Charakter des Stückes zu zerstören.

Im überaus gefälligen “Single”, das zu den stärksten Tracks auf dem Album gehört, setzten sich die selben Trommelschläge des vorherigen Tracks fort, nur geht man melodisch in eine andere Richtung. Das Stück handelt davon, dass die Welt immer näher zusammenrückt, und man innerhalb weniger Stunden praktisch an jedem belieben Ort auf der Weltkarte sein kann. Wir fliegen nach Brüssel – Bonn und Barcelona in der Business Class, und verlieren das Gefühl für Distanzen.

Mit “Metamorphosis” machen die Boys die amerikanische Clubszene unsicher, zu sehr tanzbaren Bands und ein an die Discowelle der 70er erinnernde Produktion, wechselt Neil Tennant zum Sprechgesang, was sehr ungewöhnlich klingt und auch nicht so richtig zu ihm passt.

Dasselbe gilt für “Electricity”, obwohl der Song wieder ein paar Überraschungen parat hält, man hört z.B. indische Trommeln und Blasinstrumente, doch singt Neil hier leider auch wieder Passagen im Sprechgesang.

Der wohl eingängigste Titel ist ohne Zweifel, das sehr fröhliche “Se A Vida É (That’s The Way Life Is), das nach Meer und Sonne klingt auch in ihm kommen die lateinamerikanischen Trommelpassagen sehr gut zur geltung, außerdem erzeugt das Stück so eine  Gefühl von Lebensfreude.

Die postive Stimmung hält aber nur kurze Zeit vor, denn mit “It Always Comes As A Surprise” ist eines der traurigsten Songs auf dem Album, dass die Pet Shop Boys je aufgenommen haben. Es klingt wie eine verregnete Version von “Discoteca”.

“A Red Letter Day” hätte damals auch gut zu Very gepasst, hier haben wir ähnliche Songstrukturen wie bei “Go West” auch dieser markante Männerchor ist wieder dabei.

Auch Songs wie “Up Against It” und “Survivor” können überzeugen, ist ersterer noch ein netter Pop-Song, der nicht weiter aufregt, regt letzterer mit seiner nachdenklichen Grundstimmung zum Nachdenken an.

“Before” ist wieder absolut Clubtauglich, auch wenn Neils Stimme hier etwas dünn klingt und mir von der Botschaft etwas banal. Von typischen Themen über das Nachtleben war ich noch nie besonderlich angetan, da fehlt mir ganz einfach die Substanz.

“To Step Aside” ist ein melancholisches Stück, das von einer mexikanischen Gitarre begleitet wird, der Gesang von Neil bekommt dabei Unterstützung einheimischen Stimmparts, die das Stück sehr unverwechselbar klingen lassen.

Mit dem letzten Titel “Saturday Night Forever” gibt man sich wieder tanzbaren Rhythmen hin, hier ist wieder Nightclubbing angesagt, doch können die altbewährten Discorhythmen des Stückes nicht wirklich überzeugen, dafür klingt es zu künstlich auf gute Laune getrimmt.

Fazit

Auf Bilingual nehmen die Pet Shop Boys uns mit auf eine Weltreise, neben allerhand exotischer Sounds, allen voran die lateinamerikanischen Trommel- und Gitarrenklänge, gibt es auch wieder typsiche Pet Shop Boys Synthies, die  jedoch im Vergleich zu den Vorängeralben, merklich in den Hintergrund gedrängt sind. Zu den Highlights der Platte gehören Songs wie “Single Bilingual”, “Se A Vide É” und “To Step Aside”. Bilingual kann zwar nicht an die Qualität des Vorgängers anknüpfen, zeigt es aber doch eine neue Seite der Pet Shop Boys, die mal ein wenig von der üblichen Synthie-Formel abweichen und auch genrefremde Elemente einsetzen. Deshalb ist Bilingual auf jeden Fall mal ein Reinhören wert.

Björk – Post

Sparks – Gratuitous Sax & Senseless Violins

Sparks – Gratuitous Sax & Senseless Violins

  1. Gratuitous Sax
  2. When Do I Get To Sing ‘My Way’
  3. (When I Kiss You) I Hear Charlie Parker Playing
  4. Frankly, Scarlett, I Don’t Give A Damn
  5. I Thought I Told You To Wait In The Car
  6. Hear No Evil, Sea No Evil, Speak No Evil
  7. Now That I Own The BBC
  8. Tsui Hark (Featuring Tsu Hark & Bill Kong)
  9. The Ghost Of Liberace
  10. Let’s Go Sufing
  11. Senseless Violins

Sparks, die Band

Wer die Sparks damals 1994 wie ich im Video zu When Do I Get To Sing ‘My Way’ das erste Mal gesehen hat, dachte vielleicht so wie ich, dass wir es hier mit Newcomern des britischen Dance-Pop zu tun haben, doch weit gefehlt zum damaligen Zeitpunkt konnten die Sparks, die übrigens aus Los Angeles stammen, schon auf eine 25-jährige Karriere zurückblicken!

Berühmt wurde die Band mit ihrem Glam Rock-Kracher “This Town Ain’t Big Enough For The Both Of Us”, das bis auf Platz 2 der amerikanischen Charts einstieg. Zu den Markenzeichen der beiden Brüder Ron und Russel Mael, gehörten locker beschwingte Popsongs mit einem gehörigen Schuss Humor. Unvergessen auch Rons kleines Schnurrbärtchen, das nicht zufällig an den Schnurrbart eines deutschen Diktators erinnerte, denn als Keyboarder der Band fühlte er sich oft vom Publikum vernachlässigt, da ja alle Aufmerksamkeit sein Bruder Russel einheimste, so war der Schnurrbart eine Möglichkeit für ihn auch mal ein paar Blicke für sich zu gewinnen. Neben erfolgreichen Glam Rock-Alben in den 70er Jahren, entdeckte die Band 1979 den Synthesizer für sich und nahm mit Produzent Giorgio Moroder das Viel beachtete Album “No One Song In Heaven” auf, das nochmal an alte Erfolge anknüpfen konnte. Die 80er waren für die Sparks dann eher ein sehr durchwachsenes Kapitel, sodass sie sich gegen Ende dieses Jahrzehntes eine lange Auszeit nahmen und erst 1994 mit Gratious…ein Comeback unternahmen.

Gratuitous Sax & Senseless Violins, das Album

Das Album Gratuitous Sax & Senseless Violins, das Album ist ganz im Stil des damaligen Zeitgeistes gehalten, und kombiniert eingängige Popmelodien mit lustigen Texten. Der Stil der Musik erinnert ein wenig an andere Synthpop-Vertreter dieser Zeit wie oder die , doch haben auch die Sparks einen Sound, der als der ihre auszumachen ist.

Das Album beginnt mit einem kurzen A Capella Intro, welches nach wenigen Sekunden in den Überhit “When Do I Get To Sing My Way” übergeht. Dieser Song beweist auf eindrucksvolle Art und Weise welches Gespür die Beiden für den damaligen Zeitgeist hatten, hier treffen opulente Synthiesounds auf leicht kitschig anmutende Streicher. Der Refrain bleibt sofort im Ohr.

Neben diesem tollen Hit gibt es noch eine Vielzahl anderer gelungener Tracks, so z.B. das kühl bissige “I Thought I Told You To Wait In The Car”, oder das im Falsett gesungene “Hear No Evil…”. Mein persönlicher Favorit ist aber “Ghost Of Liberace”, welcher mit einer fast schon kindlich verspielten Melodie eine sehr angenehme, friedvolle Atmosphäre erzeugt.

Fazit

Mit Gratuitous Sax & Senseless Violins ist den beiden Brüdern zu damaliger Zeit ein grandioses Comeback gelungen, das Album klingt frisch und strotzt nur so vor guten Ideen. Ein gutes Stück Synthpop mit hohem Suchtpotential.

Pet Shop Boys – Very

Pet Shop Boys – Very

  1. Can You Forgive Her?
  2. I Wouldn’t Normally Do This Kind Of Thing
  3. Liberation
  4. A Different Point Of View
  5. Dreaming Of The Queen
  6. Yesterday When I Was Mad
  7. The Theatre
  8. One And One Make Five
  9. To Speak Is A Sin
  10. Young Offender
  11. One In A Million

Very, das Album

Von vielen Bands wird ja behauptet, dass sie gerade in ihrer Anfangsphase die ganz großen Alben geschaffen haben. Doch manchmal, ja manchmal dauert es eben länger bis zum ganz großen Wurf. Bei den Pet Shop Boys ist das 1993 eingetreten und es ist ihnen mit Very ein ganz großes Album mit vielen Hits gelungen, sozusagen eine Best of mit völlig neuen Liedern. Hier merkt man den Jungs an, dass sie sehr viel Spaß im Studio gehabt haben müssen, jeder Song strotzt nur so vor guten Ideen und bildet jeder für sich genommen eine geschlossene Einheit.

Aus dem Album wurden damals nicht weniger als fünf Singles veröffentlicht, die allesamt sehr erfolgreich waren, darunter das spacige “Can You Forgive Her?”, die einfühlsame Ballade “Liberation” und das mittlerweile zur Fußballhymne avancierte “Go West”, im Original übrigens von den Village People. Doch sollte man wissen, dass die Singleversionen etwas anders klingen als auf dem Album hier. Man hat den Songs insgesamt ein moderneres Sondgewand verpasst, hier und da etwas veränder und um bestimmte Sounds ergänzt. Wer nur diese Versionen von den Singles kennt, wird vielleicht etwas enttäuscht sein, dass diese Stücke auf dem Album etwas abgespeckter klingen als noch auf Video. Mann muss sich jetzt nicht alle fünf Singles nachkaufen, nein, vielmehr gibt es auf der erstklassigen Hitzusammenstellung ArtPop all diese Versionen zu einem angemessenen Preis zu erwerben.

Auch die anderen Songs können überzeugen, neben dem bombastischen “A Different Point Of View”, gibt es das very britische “Dreaming Of The Queen” und mit “Young Offender” einen echten Geheimtipp elektronischer Popmusik, ist dieses Stück doch extrem gut produziert, so dass es auch heute noch sehr frisch klingt und damals seiner Zeit voraus sein musste.

Neben den tollen Songs haben sich die Pet Shop Boys auch einen witzigen Gag zur Verpackung des Albums ausgedacht. Very kommmt nicht in einem üblichen Jewelcase zu uns, nein, man hat der CD eine Verpackung aus Hartplastik spendiert und der Blickfang einer jeden CD-Sammlung darstellt.

Fazit

Pet Shop Boys haben mit Very einen echten Klassiker geschaffen. Egal welchen Song man sich gerade anhört, hier wird Qualität vom Feinsten geboten. Daher ist diese CD echt ein Muss für jeden, der gerne anspruchsvolle Popmusik hört.

Prince – The Very Best Of Prince

Prince – The Very Best Of Prince

  1. I Wanna Be Your Lover (Single Version)
  2. 1999 (Edit)
  3. Little Red Corvette
  4. When Doves Cry (Edit)
  5. Let’s Go Crazy
  6. Purple Rain
  7. I Would Die 4 U
  8. Raspberry Beret
  9. Kiss
  10. Sign ‘O’ The Times
  11. U Got The Look
  12. Alphabet Street
  13. Thieves In The Temple
  14. Get Off
  15. Cream (W/O Rap Monologue)
  16. Diamonds And Pearls
  17. Money Don’t Matter 2 Night

The Very Best Of Prince

Mit The Very Best Of Prince haben wir eine ausgesprochen gute Hitzusammenstellung des kleinen Meisters aus Minneapolis vorliegen, beleuchtet wird die Schaffensperiode von 1979 bis 1992, also jener Zeit, die als die beste seines Wirkens bezeichnet werden kann. Auf einer CD sind nahezu alle Hits von Prince aus dieser Zeit vorhanden. Und bietet damit Fans wie Neueinsteigern einen guten Rundumblick über die musikalische Laufbahn des Künstlers.

Neben den bekanntesten Hits wie “Purple Rain”, “1999″ und “When Doves Cry” finden sich auch unbekanntere Stücke wie “Wanna Be Your Lover”, das damals auf seinem gleichnamigen Album 1979 erchien, und von den bescheidenen Anfängen zeugt, doch ist hier schon das Potential des Mannes zu erkennen, der nur wenige Jahre Später die Grundfesten der Popmusik erschüttern sollte. Hits wie “Raspberry Beret” und “Sign ‘O’ The Times” waren damals ihrer Zeit um Jahre voraus. Das dreckige  “Get Off” fehlt hier ebensowenig, wie das tanbare “Kiss”.  Auch Balladen dürfen auf so einer Hitzusammenstellung nicht fehlen: “I Would Die 4 U” und “Money Don’t Matter Tonight” zeigen die gefühlvolle Seite von Prince.

Gerade seinem Arbeitseifer und dem Gespür für wirkungsvolle Songarrangements ist es zu verdanken, dass all die großen Hits das Licht der Welt erblickt haben. Sein Sound war zur damaligen Zeit einfach einmalig, vor ihm hat keiner so gekonnt, die Elemente aus Soul, Funk, Jazz und elektronischem Computersounds miteinander verbunden. Die 80er waren das perfekte Jahrzent für den Mann, bot doch der damalige Zeitgeist den passenden Nährboden auf dem der Früchte seiner Kreativität wohl gedeihen konnte.

Klar, die Auswahl der Stücke ist auf den Massengeschmack ausgerichtet, ich sehe darin aber kein Manko, man kann es eben nicht jedem recht machen, wer die unbekannten Perlen bevorzugt, kann sich ja die Alben anhören; dieses Album eignet sich vor allem für Leute, die noch kein Prince-Album ihr Eigen nennen und sich nicht gleich alle Alben kaufen möchten.

Fazit

The Very Best Of Prince bietet alles was eine gute Best-of Scheibe braucht. Hier finden sich Hits am laufenden Band. Somit empfehle ich die CD vor allem Menschen, die vorher noch nicht viel von Prince gehört haben und erst einmal einen kleinen Einstieg wagen wollen. Dafür eignet sich diese CD wirklich perfekt.

Erasure – I Love Saturday EP

Erasure  – I Love Saturday EP

  1. I Love Saturday
  2. Ghost
  3. Truly, Madly, Deeply
  4. Tragic (Live Vocals)

I Love Saturday, die EP

Die EP I Love Saturday stammt aus dem Jahre 1994 und ist als Derivat des großartigen Albums I Say I Say I Say anzusehen, das mit seinen verspielten Synthpopmelodien und Andy Bells souligen Gesang zu den besten in der Karriere des Duos gehört.

Im Zuge der damaligen Singleveröffentlichung entschloss man sich dem Stück I Love Saturday gleich eine ganze EP zu spendieren, d.h. anstatt nur einer Single mit diversen Remixen, hat man es bei einer EP mit einer Art Mini-Album zu tun. Neben dem schon bekannten “I Love Saturday” findet man darauf dann auch gleich drei unveröffentlichte Songs, die alle aus der Zeit der I Say-Sessions stammen.

Im Gegensatz zu früheren EPs wie Crackers International oder Abba-Esque zeigt sich I Love Saturday um einiges experimenteller, damals müssen Ersaure wirklich auf der Höhe ihrer kreativen Schaffensperiode gestanden haben, anders ist die hohe Qualität der Stücke nicht zu erklaren.

Das Lied “I Love Saturday” ist ein typischer Lovesong mit recht schnulzigem Text und einer süßlichen Melodie, da hätte man vielleicht auch einen andreren Song aus dem I Say-Album nehmen könnne, aber gut eingängig ist das Stück ja, wenn lyrisch auch etwas flach.

Weitaus interessanter wird es mit “Ghost”,  dass aus einer anderen Zeit zu stammen scheint, ich muss bei dem Song an ein altes viktorianisches Schloss denken, das von Gespenstern heimgesucht wird, und von dessesn Geschichte Andy mit einer ehrfürchtigen Stimme erzält, neben dem tollen Gesang, der einfach ungewöhnlich ist, weil Andy so vorher nie gesungen hat, überraschen auch die Synthiepassagen von Vince Clarke, auch die Melodie erinnert an so ein Gespensterschloss.

Mit “Truly, Madly, Deeply” haben wir hier einen echten Trancehammer auf der EP, wieder sind Gesang und Musik sehr ungewöhnlich, besitzen aber trotzdem den typischen Erasureklang. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieser Song in den Clubs sehr gut funktioniert hat. Der treibende Beat und die immerwiederkehrenden Synth-Spielereien halten einen bei der Stange.

“Tragic” ist ein würdiger Abschluss dieser äußerst gelungenen EP, vom Gesang her scheint mir dieser Song  einem alten Volkslied entleht zu sein. Jedenfalls klingt die Melodie sehr stark nach Mittelalter.

Fazit

Auf der I Love Saturday EP haben Erasure platz für ihre interessanten Klangexperimente gefunden, die zwar nicht auf das reguläre Album I Say I Say I Say gepasst hätten, aber gerade durch ihre exzellente Qualität bestechen.

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