Rott sieht rot

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Rott sieht Rot

Oliver Buslau. Emons, H J 2002, Taschenbuch, 220 Seiten, € 0,60

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Rott sieht rot

Baronin Agnes von Rosen-Winkler betreibt in der bergischen Stadt Remscheid ein Brautmoden-Geschäft. Als ihr Schaufenster mehrfach verschmiert wird, beauftragt sie den Privatdetektiv Remigius Rott damit, den Übeltäter zu finden.

Doch die Zeit drängt aus einem ganz anderen Grund. Die Adelige möchte Tristan Sülzbach ehelichen, einen prominenten Manager aus dem Musikgeschäft. Und das schon am kommenden Wochenende.

Die Besprechung

Wie schon aus den beiden Vorgängerkrimis bekannt, liefert Buslau hier eine rasante Geschichte ab, die teilweise dramatische Züge annimmt – Tote und Verletzte nicht ausgeschlossen. Die Handlung spielt sowohl im Bergischen Land wie auch im Rheinland. Der Autor kann sich also voll und ganz austoben, was Hetzjagden durch die Region wie auch Verfolgungsjagden anbelangt.  Es ist schon erstaunlich, was Rott als Privatdetektiv so alles zu leisten vermag.

Sogar eine kleine Liebesgeschichte ist darin eingeschlossen. Sie endet aber tragisch und unglücklich.

Buslau hält sich hier an den kriminalliterarischen Dreisprung Aufgabenstellung – Ermittlungsarbeit des Detektivs – Lösung, so daß der Leser am Ende schon erkennen kann, worum es  in der Geschichte geht.

Trotzdem bleibt die Frage, ob die Handlung nicht überfrachtet ist. Auf wie viele Straftagen käme wohl ein Staatsanwalt, wenn er dieses Buch lesen würde? Keine Ahnung; interessanter ist schon die Frage, ob die Handlung in dieser Hinsicht hätte einfacher und stringenter gestrickt werden können.

Eine Sache fehlt hier allerdings sehr, nämlich bergisches Flair. Solingen kommt leider überhaupt nicht vor. Wie sieht es in der Region südlich des Ruhrgebiets aus? Wie sind die Menschen drauf? Allein schon diese banalen Fragen werden hier (leider!) nicht beantwortet.

Ich kenne Städte wie Remscheid, Wuppertal und Solingen  aus eigener Anschauung. Es wäre doch schon schön gewesen, hier Sachen wiederzufinden, die man selbst kenn.

Ein Wort zum Autoren

Oliver Buslau wurde am 21. Juni 1962 im hessischen Gießen geboren, wuchs aber in Koblenz auf. Er studierte Musikwissenschaften, Germanistik und Bibliothekswissenschaft, und zwar in Köln und Wien. Das Studium schloß er im Jahre 1990 ab und arbeitete danach bei einer Kölner Schallplattenfirma sowie als Verlagsredakteur.

1993 machte sich Buslau als Autor freier Autor von Texten über klassische Musik beruflich selbständig. Inzwischen in Bergisch Gladbach angesiedelt, begann er 1999, Kriminalromane zu schreiben. Der Krimi „Die Tote vom Johannisberg“ erschien im Jahre 2000. Dies war der Auftakt zu einer Serie um den Wuppertaler Privatdetektiv Remigius Rott; die Geschichten spielen im Bergischen Land. Dieser Landstrich liegt ja bekanntlich östlich von Köln. Die Geschichten sollen – glaubt man der Werbung – den Kontrast von Stadt und Land, von ländlichen Strukturen und Industrieregion wiederspiegeln, wie er für diese Region typisch sein soll.

Buslau leitet auch als Chefredakteur und Mitherausgeber die Zeitschrift „TextArt“. Sie hatte er im Jahre 2000 gegründet. Buslau ist daneben auch Lehrer für kreatives Schreiben. Er gibt Kurse für angehende Krimiautoren.

Ein Wort zum Verlag

Der Verlag wurde 1984 von Hermann-Josef gegründet. Er ist heute ein auf Kriminalromane spezialisierter Verlag, der in Köln ansässig ist. Er ist nach eigenen Angaben mit vierzig regionalen Krimireihen inzwischen Marktführer. Der Niederrhein, Düsseldorf, Eifel, Rheingau, Rheinhessen, Sauerland, Westfalen und die Pfalz seien hier beispielhaft für die Regionen genannt, die in dem Verlag vertreten sind.

Im Jahre 1984 veröffentlichte Christoph Gottwald den Roman Tödlicher Klüngel. Dieser Roman orientiert sich an den amerikanischen Kriminalschriftstellern Raymond Chandler und Dashiell Hammett. Der Roman gehört zu der Reihe „Köln Krimi“ und war auch einer der ersten deutschen Regionalkrimis, der als solcher vermarktet wurde.

Die Sachbücher zur Geschichte und Kultur Kölns, des Rheinlandes und anderer Regionen bilden einen weiteren Programmschwerpunkt des rheinischen Verlages. ImJahre 1994 übernahm der Verlag die Publikation des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. In der Reihe „Schriften des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln“ sind bislang 14 Bände auf den Markt gekommen.

Der Verlag ist zwar medial noch breiter aufgestellt; ich gebe hier die Sachen wieder, die mir persönlich subjektiv am interessantesten erschienen.

Das Fazit

Trotz der oben genannten Schwächen bietet das Buch gute Unterhaltung. Es ist flüssig und schnell zu lesen und daher eine angenehmen Urlaubslektüre.

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