Rudolf Simek: Die Germanen

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Die Germanen

Rudolf Simek. Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag 2006, Taschenbuch, 216 Seiten, € 7,00

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Die Germanen

Das vorliegende Buch ist im Jahre 2006 im Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart, erschienen. Es gehört zu Reclams Universal-Bibliothek und trägt dort die Nummer 17051. Der Buchumfang beträgt 216 Seiten.

Die Inhaltsangabe

Die Germanen waren „jahrhundertelang und mit verhängnisvollen Folgen nationale Projektionsfläche und Identifikationsfiguren der Deutschen“, wie es in der Inhaltsangabe auf dem hinteren, gewohntermaßen zitronengelben Buchdeckel nachzulesen ist. Der Inhaltsangabe zufolge gibt es heute einen anderen geschichtswissenschaftlichen Ansatz.

Demzufolge sind die Germanen „nicht ein Volk, sondern viele, nicht eine Sprache, sondern eine Sprachenfamilie, nicht eine Religion und Mythologie, sondern viele Formen des Polytheismus und die erstaunliche Bereitschaft zur Integraion ins Römische Reich ebenso wie zur schnellen Bekehrung zum Christentum“.

Simek lädt uns Leser zu einer Zeitreise ein, eine Zeitreise, die im Dunkel der mittel- und nordeuropäischen Geschichte beginnt und mit der Bekehrung der Germanen im beginnenden Mittelalter endet.
Da die Germanen viele Völker umfassen, sind chronologisch angeordnete Tabellen hier nicht vorhanden. Stattdessen gibt es Fließtexte, die die Geschichte einzelner Völker (wie den Angeln, Sachsen und Jüten) beschreiben. Sie werden um Kapitel ergänzt, in denen der Autor die Kultur der Germanen, also beispielsweise Schrift, Religion und Opferbräuche, beschreibt.

Ein paar Worte zum Autoren

Simek ist Jahrgang 1954. Er studierte Germanistik, katholische Theologie und Philosophie an der Universität Wien. Seine Dissertation 1980 im Fach Skandinavistik befaßte sich mit den Namen und Bezeichnungen der Wikingerschiffe. An der Universität Wien arbeitete Simek auch als Bibliothekar und Dozent, unterrichtete aber auch an den Universitäten in Edinburgh, Tromso und Sydney. Rudolf Simek ist seit 1995 Professor für ältere deutsche und skandinavische Literatur an der Universität Bonn.

Eine Beurteilung des Buches

Diesen akademisch-universitären beruflichen Hintergrund des Autoren merkt man dem Buch in zweierlei Hinsicht an.

Inhaltlich ist das Reclam-Heft so umfangreich, detailliert und kenntnisreich geschrieben, wie wir es aus der Reihe kennen. Die Ausführungen sind gut recherchiert; sie zeigen dabei auch wissenschaftliche Kontroversen auf. Die Ausführungen sind leicht verständlich geschrieben und somit auch für den fachwissenschaftlichen, aber interessierten Laien interessiert. Das Werk ist leider nicht bebildet. Ich bedauere dies sehr. So fehlt an vielen Stellen eine optische Vorstellung von den historischen Gegebenheiten.

Die wenigen vorhandenen Landkarten und Stammbäume der frühen Könige können dies auch nicht ausgleichen. Das Buch bietet daher „nur“ einen guten Überblick und brauchbaren Einstieg in das Thema, zumal es an enigen Stellen notgedrungen oberflächlich bleiben muß. Die fehlende Biographie Karls des Großen sei hier als Beispiel genannt.

Ein Fazit

Das Buch vermittelt sachlich neutral und fachlich ausgewogen viel Fakten- und Hintergrundwissen über „die“ Germanen insbesondere aus der Zeit vor der Zeitenwende. Es vermittelt Informationen, die deutlich über das klassische Schulwissen hinausgehen. Das Buch wendet sich daher bevorzugt an interessierte Erwachsene. Für Schüler ist das Buch zu tiefgehend.

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