Salve Papa!

Autorenwertung
  • Humor
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  • Charaktere
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  • Anspruch
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  • Gesamt
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Salve Papa!

Vitali P. Konstantinov (Illustrator). Manhattan 2008, Gebundene Ausgabe, 224 Seiten, € 17,95

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Salve Papa! von

Inhalt
Was lernen Kinder heute eigentlich in der Schule? Selbst im sowjetischen Schulsystem aufgewachsen, stellt sich Wladimir Kaminer schon seit längerer Zeit die Frage, was seine beiden Kinder wohl heute in der Schule lernen. Doch nicht nur die Unterschiede zwischem dem alten sowjetischen Bildungsystem und dem heutigen deutschen Schulsystem interessieren ihn, sondern es bewegt ihn vielmehr die generelle Frage, wodurch Kinder zu dem werden, was sie eigentlich sind.

Kaminer fällt auf, dass Kinder einfach „anders ticken“: Mühelos verkaufen sie auf dem Schulhof ihre Lutscher an den Meistbietenden, machen sich bereits im Kindesalter das System der freien Marktwirtschaft zu nutze, doch bei der Lösung von Rechenaufgaben zeigen sich Defizite. Warum Kinder so sind, wie sie sind, und warum das für alle Beteiligten Segen und Fluch zugleich sein kann, diese Frage versucht Kaminer in diesem Kurzgeschichtenband auf herrlich skurille Weise zu beantworten.

Von Jagdwurstscheiben im DVD-Player  und Wohnungs-Expeditionen auf dem Bügelbrett
Kinder sind einfach anders. Dies wird bereits zu Anfang von Kaminers Kurzgeschichtenband deutlich, doch im Verlauf des Buches liefert er mit zahlreichen skurillen und komischen Geschichten genug Beispiele, die diese These untermauern. Kaminer verbindet Erlebnisse aus seiner eigenen Kindheit mit Erlebnissen seines Lebens als Vater und bringt damit die Freuden und Leiden eines alltagsgeprüften Vaters in Berlin auf charmante Art und Weise zum Ausdruck.

Kaminers Kurzgeschichtenband „Salve Papa“ besteht aber nicht nur aus Kurzgeschichten, die das Zusammenleben mit Kindern humorvoll beschreiben, sondern es werden von Kaminer im Verlauf des Bandes immer wieder einmal Geschichten „eingestreut“, die von der komplizierten Anschaffung von Kaninchen für die Hausgemeinschaft handeln oder von Kaminers eigenem Leben als Autor und Veranstalter der mittlerweile legendären „Russendisco“. Im wesentlichen beschreibt Kaminer jedoch Geschichten, in denen sich jeder an manchen Stellen einmal wiederfinden kann – entweder weil er die Leiden und Freuden eines Vaters von lebhaften und frechen Kindern nur allzugut nachvollziehen kann oder weil er sich in manchen Beschreibungen der Kinder selbst als Heranwachsender wiederentdeckt.

Was Kaminers Geschichten besonders macht, sind die unfassbar komisch nacherzählten Gespräche zwischen ihm, seiner Frau und seinen Kindern sowie die lockere Art, mit der er die Eigenarten der Kinder karikiert, die das Leben der Familie immer wieder auf den Kopf stellen und es damit trotzdem oder gerade deshalb bereichern.

Fazit
Wladimir Kaminer zählt mittlerweile zu den meistgelesensten und gefragtesten Autoren Deutschlands. 1967 in Moskau geboren, lebt und arbeitet Kaminer seit 1990 in Berlin. Sein Kurzgeschichtenband „Salve Papa“ hat im Gegensatz zu seinem letzten Kurzgeschichtenband „Mein Leben im Schrebergarten“ keinen linearen Handlungsverlauf, was dem Unterhaltungswert des Buches jedoch in keinster Weise abträglich ist.

Die Kurzgeschichten sind durchweg leicht zu lesen und enthalten treffende, prägnante Pointen, die die Geschichten, die im Grunde Alltagsgeschehen beschreiben, trotzdem zu unglaublich interessanten Erzählungen machen. Dieses Buch bietet niveauvollen, kurzweiligen Lesestoff und all denjenigen, die einmal wieder herzhaft lachen möchten, sei dieser Kurzgeschichtenband „wärmstens empfohlen“.

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