Schein und Sein

Autorenwertung
  • Sound
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  • Instrumentalisierung
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  • Stimme
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  • Texte
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

MEHR SEIN ALS SCHEIN!

Die Band:

Seit mehr als 30 Jahren touren und seine Mannen durch die Lande und haben sich zu einer der beständigsten und erfolgreichsten deutschsprachigen Bands entwickelt. Der Durchbruch der Band kam bezeichnenderweise mit dem ersten Livealbum aus dem Jahr 1992. Der kommerziell größte Erfolg war das mehrfach platingekrönte Album „“. Mit den danach folgenden Alben konnten nicht mehr ganz an diesem Erfolg anknüpfen. Allerdings können sie sich auf eine treue Fangemeinde verlassen, die auch in schweren Zeiten der Band zur Seite stand. Nach den Alben „Was Ist Passiert“ und „Es Ist Wie Es Ist“, die auch bei den Fans mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurden, legten vor drei Jahren mit dem Album „Wünsche“ einen Longplayer vor, der schon eher in Richtung der früheren Erfolge ging. Nach der akustischen Jubiläumstour im letzten Jahr gab die Band bekannt, zum Plattenlabel Universum zu wechseln, um dort einen langfristigen Kontrakt zu unterzeichnen. Mit Elan ging es dann an das Schreiben neuer Songs.

Das Album:

„Schein & Sein heißt das vierzehnte Studioalbum der Schwabenrocker. Und wie Sänger Hartmut Engler verriet, war es das erste Mal, dass der Albumtitel bereits feststand, bevor der erste Ton komponiert wurde. Das Thema Schein und Sein zieht sich wie ein roter Faden durch die vierzehn neuen Songs. Die große Frage war, können Pur mit diesem Album wieder an die Stärke älterer Alben wie „Seiltänzertraum“ oder „Nichts Ohne Grund“ herankommen?

Schon die erste Single „Der Bestmögliche Versuch“ machte deutlich, dass Pur sehr gekonnt auf alte Stärken zurückgreifen und trotzdem neue Wege gehen. Als Single wurde nicht eine typische Nummer gewählt, sondern der vom Titel her sperrigste Song des Albums ausgewählt, der sich aber spätestens nach dem dritten Hören fest in die Gehörgänge setzt. Und eine Textzeile wie „Der Versuch ist es wert, auch wenn Erfahrung uns lehrt, das ein Scheitern sehr gut möglich ist“, macht deutlich, dass Hartmut Engler endlich wieder was zu sagen hat. Vorbei die Zeit in der er nur seine Probleme (Trennungsschmerz, Verlust, Krankheit) in den Fokus seiner Texte stellte. Auf „Schein & Sein“ gibt es wieder pure Texte, die man sich in den letzten Jahren öfter gewünscht hätte. Schon der gleichnamige Titelsong, der das Album eröffnet, zaubert ein Lächeln auf das Gesicht des Zuhörers. Der Songs klingt überaus druckvoll, kommt mit einem vielschichtigen Text daher und ist trotzdem typisch Pur.

Nach diesem Auftakt ist man gespannt, wie es weitergeht – und wird sehr positiv überrascht. Fast jeder Song entpuppt sich als echter Volltreffer: „Ich Bin Dein Lied“, „Stark“, „Frei“ oder „Jedes Mal“ sind typische Pur-Nummern, und kommen relativ dicht an die alten Songs heran. Flotte Hooks und eingängige Melodien garantieren echte Livequalitäten. Schön ist, das Pur auch wieder Geschichten erzählen: „Sacre-Couer“, „Geht Es Dir Gut“ oder „Leonie Tamina“ (das textlich ein wenig an „Mein Freund Rüdi“ erinnert) sind Songs, die man in den vergangenen Jahren schmerzlich vermisst hat. Mit „Du Lügst“ haben sie auch wieder einen echten Rockkracher dabei, der zu den Highlights des Albums zählt.

Auf Balladenseite hat die Band ebenfalls sehr gutes Material am Start. Natürlich sind die Zeiten der „Funkelperlenaugen“ vorbei, aber Songs wie „Der Bestmögliche Versuch“, „Parkbank“ oder „Der Trick dabei“ (der schon auf der Akustiktour gespielt wurde) zeigen, dass Pur auch in dieser Rubrik wieder an alte Zeiten anknüpfen können. Mit dem Song „Holraumversiegelung“ (der musikalisch sehr stark an „Tausend Und Eine Nacht“ vom Mittendrin-Album erinnert) meutern Pur gegen alle Dummschwätzer, die zu alles und jedem ihren Senf dazugeben müssen. Lediglich ein Song hätte sich die Band eher sparen können: „Lucy“ ist Hartmut Englers Liebeserklärung an seine Katze. Ganz ehrlich: Er ist ein begnadeter Texter und spricht mir persönlich ganz oft aus der Seele, aber dieser Song hätte er auf Alben wie „Was Ist Passiert“ oder „Es Ist Wie Es Ist“ gepasst.

Trackliste:

01 – Schein und Sein

02 – Ich bin Dein Lied

03 – Stark

04 – Sacre-Coeur

05 – Frei

06 – Der bestmögliche Versuch

07 – Geht es Dir gut

08 – Jedesmal

09 – Du Lügst

10 – Lucy

11 – Leonie Tamina

12 – Holraumversiegelung

13 – Parkbank

14 – Der Trick Dabei

 

Fazit:

Die euphorischen Fankommentare im Vorfeld der Veröffnetlichung kann man absolut nachvollziehen. Hartmut Engler, Ingo Reidl, Joe Craford, Rudi Buttas, Martin Ansel und Martin Stoeck, setzen den Aufwärtstrend des letzten Albums weiter fort. Mit „Schein & Sein“ ist ihnen ein ganz tolles Album gelungen, dass bis auf einen Song komplett überzeugt und durchaus mit Alben wie „Nichts Ohne Grund“ oder „Unendlich Mehr“ verglichen werden kann. Ich begleite den Werdegang der Band seit über zwanzig Jahren und war lange nicht mehr so begeistert von einem Pur-Album. Äußerst positiv ist, dass Hartmut Engler sich auf alte Stärken besonnen hat und ein breites Spektrum an Texten abliefert. Einmal mehr kann man sich auf die Tour freuen, denn live hat die Band noch nie versagt. Und daher: Wir sehen uns beim Konzert!

 

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