Schnitzeljagd

Autorenwertung
  • Spannung
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  • Dramatik
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  • Charaktere
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  • Lesbarkeit
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  • Gesamt
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Schnitzeljagd

Franca Fritz (Übersetzer). Knaur TB 2010, Taschenbuch, 368 Seiten, € 0,87

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Schnitzeljagd von

Inhalt
Die junge Hilde Plaetinck wird eines abends nach einem Kinobesuch ohne Begleitung von einer alten Frau auf einem Parkplatz um Hilfe gebeten – widerwillig erklärt Hilde sich nach anfänglichem Zögern dazu bereit, die scheinbar hilflose alte Dame mit ihrem Auto nach Hause zu fahren. Doch die Fahrt entwickelt sich zu einem Höllentrip: Anfangs scheint sich die alte Dame nur etwas merkwürdig zu verhalten, doch schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der „alten Dame“ in Wahrheit um einen psychopathischen Killer handelt, der die Frauenkleider nur als Tarnung benutzt und Hilde nach dem Leben trachtet.

Doch warum? Hilde selbst möchte das Ereignis am liebsten so schnell wie möglich vergessen und begegnet den Fragen der Polizei deshalb auch recht misstrauisch – ihrer Auffassung nach handelt es sich um einen verirrten Soziopathen, der zwar vielleicht „eine Schraube locker“ hat, ansonsten aber eher ungefährlich ist. Kommissar Dirk Deleu teilt diese Einschätzung jedoch gar nicht – im Gegenteil: Er fühlt sich unwillkürlich an einen zwei Jahre zurückliegenden Fall erinnert. Damals wurde die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden, die Hilde rein äußerlich bis aufs Haar gleicht…

Ein intelligenter, schonungsloser Thriller, der den Leser tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt
Der Autor Luc Deflo ist inzwischen einer der bekanntesten Autoren Belgiens und seine Krimis stürmen regelmäßig alle belgischen Bestsellerlisten. Mit „Schnitzeljagd“ liegt nun der vierte ins Deutsche übersetzte Thriller Deflos vor, und auch dieses Werk, welches wieder einmal eine Mischung zwischen „klassischem Kriminalroman“ und knallhartem, mitunter reißerischem Thriller ist belegt, warum Luc Deflos Krimis nicht nur in Belgien sondern auch in anderen Ländern Europas so beliebt sind.

Deflo wählt von Anfang an ein hohes Tempo und konfrontiert den Leser direkt mit einem Strudel aus schier unfassbarer Gewalt, undurchsichtigen Verwicklungen und ebenso undurchsichtigen Charakteren. Er beschreibt eine Mordserie, bei der der mutmaßliche Täter relativ schnell feststeht, ohne jedoch von der Polizei verhaftet werden zu können – der Leser fragt sich, wie die Polizei den vermeintlichen Täter wohl endlich stellen wird, nur um bei der Hälfte des Handlungsverlaufs zu erfahren, dass die Polizei eine falsche Spur verfolgt hat – dass der Spannungsbogen daraufhin jedoch nicht abflacht, sondern sich lediglich in eine andere Richtung noch drastischer als zuvor weiterentwickelt, ist geradezu brillant.

Um dem Leser zwischendurch zumindest für wenige Minuten eine Atempause zu gönnen, baut Deflo noch eine kleine „private Liebesgeschichte“ mit in den Handlungsverlauf ein – wie das eben in der heutigen Kriminalliteratur üblich ist. Doch wer denkt, dass dies nur „harmloses Nebengeplänkel“ sei, um dem Leser keinem erhöhten Herzinfarktrisiko auszusetzen, irrt: Deflo bindet auch diese „Handlungsfäden“ später mit in den Haupthandlungsstrang und damit in die Welt des Verbrechens ein – bis sich letztlich alles in einem fulminanten Showdown entlädt.

Fazit
„Schnitzeljagd“ ist ein schnörkelloser, streckenweise knallharter Thriller, der allen Freunden von anspruchsvoller und zugleich ungeheuer spannender Kriminalliteratur mindestens eine schlaflose Nacht bereiten wird – absolut empfehlenswert!

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