Shanghai Love Story

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Shanghai Love Story

Alexandra Ernst (Übersetzer). cbt 2011, Taschenbuch, 288 Seiten, € 9,99

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Shanghai Love Story

Inhalt

Die 18jährige Anna besucht ihren Vater in Shanghai, die Ehe ihrer Eltern ist gescheitert, sie selbst weiß eigentlich nach der Schule nicht so recht, was sie machen soll und da kommt ihr die Einladung des Vaters nach China sehr recht. Endlich passiert mal etwas in ihrem Leben. Sie schreibt sich in der Kunsthochschule ein und will vier Wochen lang chinesische Malerei studieren. Ihr Vater hat eigentlich andere Pläne mit seiner Tochter, der Macher, der immer alles organisiert und immer zu wissen glaubt, was gut und richtig ist, hält nicht viel von Malerei und anderen brotlosen Künsten. Er will, dass seine Tochter Chinesisch studiert und ins Geschäftsleben einsteigt. Hier ist Geld zu verdienen. Und einen Partner für seine Tochter hat er auch schon gefunden, der die Welt genauso sieht wie er: Laurent, ein Student aus Frankreich.

Aber Anna hat ihren eigenen Kopf. Sie verliebt sich in Chenxi, einen Kunststudenten mit eigenen Ideen. Nur leider produziert sie mit ihren Ideen nur Probleme für alle Beteiligten. Anna, in Melbourne aufgewachsen, hat keine Ahnung vom Leben in einer Diktatur, kann auch die besten Ratschläge nicht wirklich annehmen, sie mag es einfach nicht glauben, was man ihr sagt. Und auch den abweisenden Chenxi versteht sie nicht wirklich, viele seiner Handlungen sind ihr ein Rätsel. Gemeinsamkeiten finden sie nur in ihrer Kunst, über Bilder, über Schatten und Perspektiven finden sie einen Draht zueinander, der Rest ist schwierig. Dass die Beziehung zu einer „wai guo ren”, einer Ausländerin, den unangepassten Studenten noch mehr in den Fokus des diktatorischen Regimes geraten lässt, ist Anna nicht klar. Sie vertraut ihre Gefühle, ihre Verwirrung und alles, was ihr durch den Kopf geht ihrem Tagebuch an – ohne zu ahnen, dass dies für Chenxi und auch für Laurent äußerst gefährlich werden kann. Als Chenxi untertauchen muss, die Dinge sich zuspitzen, entzieht auch ihr Vater ihr seine Unterstützung und Anna muss abreisen. Nur im Fernsehen in Australien verfolgt sie dann die Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Sie kann nur hoffen, dass sie irgendwie und irgendwann wieder in Kontakt kommen kann mit Chenxi – und ihm erzählen kann, dass sie beide einen Sohn haben.

Fazit

Sally Rippin schreibt in ihrem Nachwort, dass sie dieses Buch noch einmal umgeschrieben habe gegen die Zensur in ihrem Kopf. Zuerst hatte sie Politik, das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Beijing und auch den Sex vermieden – das Neuschreiben hat dem Buch sehr gut getan. Es ist ehrlich, Annas Geschichte ist gut nachvollziehbar. Die Autorin hat viel aus ihrer eigenen Erfahrung heraus geschrieben, sie kennt die Verwirrung und das Verlorenheitsgefühl aus ihrer eigenen ersten Zeit in China sehr gut. Mittlerweile hat sich Shanghai sehr gewandelt, kleine Läden und Gassen sind verschwunden, die Horden von Fahrradfahrern sind durch ebensolche Massen an Autofahrern ersetzt worden, die aber noch genauso regellos und rücksichtslos fahren wie zuvor.

Shanghai Love Story ist nach Delhi Love Story von Swati Kaushal das zweite Buch bei , das sich kenntnisreich, einfühlsam, ehrlich und mutig auseinandersetzt mit den aufregenden, aber auch verwirrenden und sogar gefährlichen Seiten einer Liebe über Kulturgrenzen hinweg. Ein wichtiges und ambitioniertes Programm und gutes Lesefutter für junge Leute auf der Suche.

Die Autorin

Sally Rippin wurde in Australien geboren, verbrachte aber den Großteil ihrer Kindheit in Südostasien. Mit 19 reiste
sie nach China und studierte drei Jahre lang traditionelle chinesische Malerei in Shanghai und Hangzhou. Sally Rippin lebt heute als freie Autorin und Dozentin in Melbourne.

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