Solace

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Solace

Nicci Gerrard. Penguin 2005, Taschenbuch, 400 Seiten, € 69,39

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Solace von

Irene ist mit Adrian verheiratet, der mehr oder weniger erfolglos Schauspieler ist. Gemeinsam haben sie drei Kinder, Agnes, Sasha und Clem und wohnen in England. Um einen sicheren Verdienst für die Familie zu generieren, arbeitet Irene, ist jedoch in der Ehe diejenige, die sich außerdem um die Kinder und den Haushalt hauptsächlich kümmert.

Das Buch beginnt bereits mit der Frage, wann alles (die Ehekrise und die darauf folgende Scheidung) begonnen habe, und die Autorin entwickelt im ersten Drittel des Buches zunächst ein Bild von Irene und Adrian und ihrer zunehmenden Ehekrise. Es wird nicht ganz klar, welche Probleme die beiden haben, jedoch haben sich die beiden nicht viel zu sagen, Adrian hält sich fast ganz aus dem alltäglichen Leben, den Notwendigkeiten, den Sorgen und Nöten der Familie, heraus, Irene ist völlig damit beschäftigt, Beruf, Kinder und Haushalt unter einen Hut zu bringen. Adrian erhält ab und an kleine Rollen und erwartet, daß sich mehr oder weniger alles um ihn dreht.

Parallel erfährt der Leser, daß Adrian auf einer Feier bei Irenes bester Freundin Karen deren Schwester Frankie, die er schon lange kennt, plötzlich sexuell näher kommt. Er weiß, daß er sich von ihr fernhalten sollte, ist jedoch wie besessen von ihr, macht ihr Geschenke, will sich mit ihr treffen und hat dennoch wegen seiner Familie ein schlechtes Gewissen. Frankie versucht aus den gleichen Gründen zunächst Distanz zu halten, aber beide haben sich aufrichtig ineinander verliebt. Irene ahnt nach und nach, daß hinter dem veränderten Verhalten Adrians, der sich äußerlich plötzlich mehr um sich kümmert, eine andere Frau steckt, ist aber, als er ihr alles gesteht, dennoch total schockiert, v.a. weil sich alles unter ihrer Nase abgespielt hat und ihre beste Freundin auch noch davon wußte.

Adrian zieht aus, sie lassen sich scheiden, obwohl sie zunächst einen Versuch machen, die Ehe zu retten, der jedoch schnell scheitert, da Adrian statt – wie abgesprochen – zu einem Freund direkt zu Frankie zieht.

Irene ist am Boden zerstört, funktioniert nur noch. In den Sommerferien plötzlich kündigt Adrian an, daß er mit Frankie die Kinder mit auf eine Australienreise nehmen möchte. Irene ist natürlich nicht begeistert, stimmt aber wegen der Freude der Kinder zu. Noch nie war sie so lange komplett allein und die Sommerferien scheinen endlos lange zu dauern.

Da erreicht sie der Anruf ihres Halbbruders, der in Frankreich lebt und seine langjährige Freundin heiraten will und sie zur Hochzeit einlädt. Kurzentschlossen sagt Irene zu.

Die Reise wird sozusagen eine Reise in ein neues „Ich“ … 

Fazit

Bei diesem Roman handelt es sich – ohne, daß es auf dem Cover ersichtlich wird, um einen Roman über eine Frau in einer Lebenskrise, die sich jedoch wieder – auch mit der Hilfe anderer – aufrappelt. Wer als Leser einen spannenden Roman erwartet, ist daher hier falsch. Der Roman lebt von der Beschreibung eines Alltags und der Gefühle in der Lebensmitte einer verheirateten Frau, wie es wohl viele Menschen erleben. Daher können sich sicherlich viele Leser mit den Ängsten, Sorgen und der Wut der Hauptfigur Irene identifizieren.

Der Roman liest sich flüssig, die Sprache ist sehr ausgefeilt, das Vokabular der – britischen – Autorin umfangreich und differenziert, so daß das Lesen in dieser Hinsicht eine große Freude bereitet.

Die Charaktere bleiben jedoch – trotz der guten Beschreibung der Lebensumstände – seltsam farblos, bis auf wenige Stellen kann man sich als Leser nicht mit ihnen komplett identifizieren. Das ist schade, denn so ist das Buch leider keine Empfehlung dafür, ein weiteres der Autorin zu kaufen.

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