Sonne, Mond und Stimme: Atemtypen in der Stimmentfaltung

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Sonne, Mond und Stimme

Romeo Alavi Kia. J. Kamphausen Verlag 2002, Taschenbuch, 160 Seiten, € 22,00

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Sonne, Mond und Stimme: Atemtypen in der Stimmentfaltung

Der Stimme des Himmels folgen

Allein für diesen herrlichen Titel hätte das Autorenpaar schon den Pulitzerpreis verdient. Steht doch in Sonne, Mond und Stimme kurz und bündig die gesamte mannigfaltige Kraft des Universums, die auf und in den Menschen wirkt. Die Sterne, das noch größere Leben hinter der Sonne, sind zwar auch bestaunenswert, spielen aber in der Typenentwicklung keine wirklich wichtige Rolle. Doch bevor wir zu viel vorwegnehmen: auch die Leser und der -Verlag können sich nicht irren, nein, sie bestätigen den Inhalt mit der mittlerweile neunten Auflage des Anfang der 1990er Jahre erstmals erschienen Werks, das sich eigentlich an Musiker richtet aber letztlich für alle gedacht ist, die ihre Stimme nutzen. An Menschen also, die sprechen – an alle.

Warum ist dieses Buch so empfehlenswert? Weil es neben den klassischen Einführungen der Hagena-Familie die einzig wirklich brauchbare, sehr kompakte und äußerst nachvollziehbare Einführung in die Atemtypologie ist. Wie das bei Typologien so der Fall ist (man denke an die aristotelischen Temperamente, die ayurvedischen Charaktere oder die Körpertypen von Stanley Keleman), haben viele Anwender ein großes Problem damit, sich aufgrund einer äußeren Vorgabe einengen, ja verbindlich definieren lassen zu müssen. Was für ein Jammer, ist doch genau diese Verbindlichkeit der Schlüssel zum persönlichen Wachstum!

Denn so wie es nicht Tag und Nacht gleichzeitig geben kann, so kann der Mensch eben nicht gleichzeitig aktiv ein- und ausatmen. Das widerspricht der biologischen Ökonomie und würde zur totalen Erschöpfung unseres Systems führen. Ergo reflektieren auch wir Menschen den ständigen Wechsel von Aktivität und Passivität, von Geben und Nehmen, von stark und schwach, indem wir eine Atemphase betont anspannen und die andere passiv geschehen lassen. Klingt unglaublich? Nein, stellen Sie sich einfach vor, sie wollten ein Gurkenglas mit beiden Händen öffnen und lassen Sie sich überraschen (machen sie den Test dann auch mit anderen!), ob sie dabei ein- oder ausatmen. Schon haben Sie Ihren Typ und schon haben Sie eine ganze Kette von physiologischen (und nicht esoterischen!) Folgeerscheinungen, die elementar für ihr leibliches Empfinden sind. Und die, das ist der Clou des Buches, sich auch elementar auf die Bewegung von Resonanzräumen, Körper- und Kopfhaltung und Atembetonung von Musikern auswirken.

Wer also die ausführliche Grundeinleitung versteht, sich physisch und psychisch den zwei Typen annähern kann, der hat endlich die Möglichkeit, den ein oder anderen tpyenungerechten Fehler auszumerzen und so zu mehr Fülle, Kraft und Leichtigkeit in der Stimmbildung zu gelangen. Nicht nur die Erfahrungen der auf diesem Gebiet professionell ausgebildeten Pädagogen spricht Bände, sondern vielmehr die zahlreichen bebilderten Beispiele berühmter Musiker. Was für eine Freude (ein Jammer für diejenigen, die immer noch alle Menschen gleich machen wollen!) die Typen in Aktion zu sehen und: zu verstehen, was dahinter steht.

 

Fazit:

Vorher noch zwei kleine Anmerkungen: Der Mond braucht nicht 28 Tage für einen Erdumlauf, sondern 29,5 (es sei den Autorenpädagogen verziehen, aber in der neunten Auflage sollte diese biophysikalische Tatsache, die ja für die Typenentstehung bedeutsam ist, ausgemerzt sein) und auch die Lateralitätsdifferenzen (Einatmer linksbetont, Ausatmer rechts) sind zwar, kennt man seinen Typ, kinästhetisch offensichtlich, aber da fehlt mir noch die logische Erklärung. Sei es drum, alles Andere wird von Sonne oder Mond, von Verengung oder Dehnung, von aus oder ein, von Ruhe oder Dynamik bestimmt. Ein Leben lang. Und wer Augen hat zu sehen und ein Körpergefühl zum Nachempfinden, der kommt an dieser elementaren Tatsache nicht vorbei. Irgendwann kommt der Tag, da kann auch die ganze wissenschaftliche Welt vor dieser so einfachen, logischen und, Achtung! zwingend natürlichen Tatsache, die Augen nicht mehr verschließen; dann können Sie sagen, ich habs schon vorher gewusst – und hier steht es drin. Bitte einfach nur kaufen, lesen und zu sich selbst finden!

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