Sonntagsgeld

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Sonntagsgeld

Eva Schweikart (Übersetzer). List Taschenbuch 2010, Taschenbuch, 176 Seiten, € 0,01

Rezension von: gerdahutt | Rezensionsdatum:

Sonntagsgeld von

Inhalt
Mit seinem ersten Roman „Sonntagsgeld“ stellt der niederländische Autor Philip Snijder ein Werk vor, in dem nicht die Handlung dominiert. Vielmehr schildert er das Leben, den Alltag, das Milieu der Insel Bickerseiland, dem „Arme Leute Viertel“ von Amsterdam. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines 11-jährigen Jungen. Er wächst in der Familie seiner Mutter auf. Sein Vater gehört nicht dazu.

Er hat etwas gelernt, nämlich Schneider, und hebt sich dadurch von der Masse der Inselbewohner ab. Er kennt sich auch in der Musik ziemlich gut aus. Das hat ihm sein Lehrmeister beigebracht. Der knapp 200 Seiten umfassende Roman gliedert sich in acht Kapitel, nämlich „Das Schüttchen“, „Sonntagsgeld“, „Immer ‚hai’“, „Der Twist“, „Lumpen“, „Das Männchen ist der Jäger“, „Das Kanu“ und „Morgenstimmung“.

Alltag auf einer Insel
Die Kapitel sind jeweils in sich abgeschlossen und malen ein Bild vom Alltag der armen Leute, deren Lebensweise und zeigen auf wie sie wohnen und ihre Zeit verbringen. Im ersten Kapitel „Schüttchen“ findet der junge Erzähler ein solches, nämlich eine Ansammlung von Dreck und Abfall im Wasser, die zu einer kleinen Insel wird, die man betreten kann. Wenn man Pech hat, versinkt man im Schlamm. Der Junge schildert eine Hochzeit in der Großfamilie, die immer nach der gleichen Zeremonie abläuft. Familie wird ganz groß geschrieben und spätestens gegen Abend ist die Wohnung voll mit Tanten und Verwandten, oder die Mutter stattet selbst Besuche ab.

Er erzählt von der Schule, und dass er der Klassenbeste ist und eine höhere Schule besuchen wird. Als dies feststeht, gehört er plötzlich nicht mehr dazu. Er hat dasselbe Schicksal wie sein Vater. Er wird zum Außenseiter. Seine Verwandten gehen auf Distanz. Der Junge erzählt, wie er jeden Sonntag, frisch gestriegelt und herausgeputzt, bei seiner Tante das Sonntagsgeld abholt, was immer nach einem bestimmten Ritus abläuft und zwar ab Punkt 10:30 Uhr. Sie ist eine Art Patentante, die sich mehr oder weniger um ihn kümmert. Hier wird er zum ersten Mal mit dem weiblichen Geschlecht konfrontiert, und zwar durch ein Heft, welches Nacktfotos zeigt. Sobald seine Tante und der Onkel nicht mehr aufpassen, studiert er das Heft mit großem Interesse.

Fazit
Der Roman lohnt sich auf jeden Fall. Wir lernen eine Seite aus einem Nachbarland kennen, die uns in einem Urlaub nicht unbedingt begegnet, die es aber trotzdem gibt. Für die Lektüre brauchen Sie Zeit. Der Roman ist nicht unbedingt als Bettlektüre gedacht. Er würde sich sicherlich etwas leichter lesen lassen, wenn der Autor in kurzen, nicht so verschachtelten Sätzen schreiben würde.

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