Spieleklassiker für Zwei: Kahuna

Autorenwertung
  • Spielspaß
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  • Verpackung
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  • Preis/Leistung
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  • Aussehen
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  • Langzeitspaß
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

: Kahuna

Spieleklassiker für Zwei

Aloha he

Der Traum eines jeden wintergeplagten Mitteleuropäers, zumindest in der großen bunten Welt der Imagination, ist eine Südseeinsel. Weißer Strand, wiegende Palmen, laue Brisen, türkis schimmerndes Meer und wohlmöglich in den Mund regnende Obstköstlichkeiten.

Naja, ganz so dekadent und dick aufgetragen geht es in den Herzen und Hirnen der Fernwehgeplagten nicht zu, aber so ein Südseeatoll mit seinen vielen kleinen Inselchen hat schon einen nicht zu leugnenden Reiz.

Immerhin auf dem Spielbrett kann man diesen Machtanspruch austoben, sogar in einer regelrechten Abnutzungsschlacht kann der Besitz einer ganzen Inselkette anvisiert werden.

Kahuna heißt der Klassiker für Zwei aus dem Hause Kosmos, der aufgrund seiner Meriten noch einmal aufgelegt worden ist und der den Kampf zweier Priester im Kahuna-Universum widerspiegelt.

Zwölf Inseln, die so verlockende wie spektakuläre Namen wie Iffi, Bari, Lale oder Huna tragen, müssen mit Verbindungsstegen erobert werden. Diese kleinen Holzstäbe werden mit dem Ausspielen von Karten an die jeweilige Insel gebracht, wer mindestens mehr als die Hälfte aller Verbindungswege einer Insel besetzt, ist deren Herrscher und kann einen Siegpunktstein auf die Insel legen.

Allerdings kann man mit den Karten, von denen man pro Runde eine nachziehen darf, auch gegnerische Verbindungsstücke entfernen (dafür muss man allerdings zwei Karten gleichzeitig ausspielen, was im strategischen Umkehrschluss bedeutet, auch schon mal eine Runde auf seinen eigenen Ausbau verzichten zu müssen und nur eine Karte nachzuziehen) und somit das ganze Tableau durcheinanderbringen.

Dadurch geht die Mehrheit des Gegenspielers verloren samt seinem Besitzstein und die Rechnung muss neu aufgestellt werden.

Drei Wertungsrunden, jeweils wenn der 24teilige Kartenstapel aufgebraucht ist, zählen die Siegsteine und so lässt sich ein Ergebnis aufstellen, dass den wahren Magier küren wird.

Ein simples Prinzip eines modernen Schachspiels, das viel mehr Tiefe besitzt als man es auf den ersten Blick meinen mag und das durch pfiffige Regelvarianten (offenes Kartenauslegen; inoffiziell, aber richtig pfiffig: die Seefahrer-Variante) noch vertrackter und spaßiger werden darf.

Egal welche Variante man spielt, die Planung und Antizipation bezieht sich eben nicht nur auf die eigenen  Karten, sondern auch auf die, die der Gegner nimmt, denn nur zwei Karten pro Insel sind im Spiel – das heißt, man kann nachrechnen, evaluieren und dann gegebenenfalls entscheiden.

Kahuna wurde vor über zehn Jahren erstveröffentlicht und 1999 in die Auswahlliste des  Spiel des Jahres aufgenommen, erhielt 2000 verdientermaßen des renommierten Preis As d’or.

Das Spiel erzeugt eine dichte Atmosphäre und lässt die Spieler grübelnd und taktisch vertieft völlig in die Inselwelt eintauchen. Das optische Layout, die Gestaltung der Karten und das einfache, aber schöne Spielbrett tragen ihr Übriges dazu bei.

Besonders lobenswert ist die Darstellung einer Schildkröte und eines Delfins auf dem Spielbrett und den Spielkarten, so dass man direkt anhand der Symbolik die Karten passend zu seiner Seite drehen kann.

Je nachdem, wo man sitzt, sieht man direkt, wo die Insel auf dem Feld liegt und welche man in der Hand hält. Cleverer Schachzug.

Fazit:

Eine einfache, aber stimmige Idee, ein herrliches Äußeres und gutes, stabiles und funktionelles Spielmaterial. Vor allen Dingen durch etwaige Regelmodifikationen ein langanhaltender, kniffliger Spaß, der Taktikfreunde und Zweipsielerfreaks in seinen Bann ziehen kann.

 Auch in der Neuauflage. Das einzige Manko: aufgrund der interaktiven Raubtaktik, braucht man ein gutes emotionales Sitzfleisch – anders ausgedrückt: bevor die Partnerschaften ihrer Harmonie beraubt werden, erst mal ne kurze Pause machen, am Besten direkt in die Südsee fliegen, um danach frisch gestärkt wieder als Rivalen am Brett gegenüber zu sitzen.

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