Spur der Flammen

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Spur der Flammen

Susanne Dickerhof-Kranz (Übersetzer). Fischer 2010, Taschenbuch, 496 Seiten, € 3,50

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Spur der Flammen von

Inhalt
Candice Armstrong, eine junge Archäologin wird nachts zum Krankenbett ihres Professors gerufen, der versucht, ihr eine wichtige Mitteilung zu machen, dass sie nach einer bestimmten Sache (Stern von Babylon), die sie zunächst nicht versteht, suchen soll. Begleitet wird sie von Glenn Masters, einem Polizisten, bei dem sich herausstellt, dass er der Sohn des Professors ist und der ebenfalls viel von Archäologie versteht. Beide machen sich auf die Suche und nach und nach klärt sich Glenns Erinnerung aus der Kindheit, dass es um einen Geheimbund geht, die Alexandriner, deren Ziel es ist, die gesamte Weltliteratur zu sammeln und zu übersetzen. Dabei spielt eine Lichterscheinung, die sogenannte Luminanz, in vielen Schriften aller Religionen eine wichtige Rolle.

Eines der einflussreichsten Mitglieder, Philo Thibodeau, hat dagegen eine eigene Interpretation und eigene Ziele und ist ebenfalls auf der Suche nach dem „Stern von Babylon“. Das Buch macht bei der Geschichte, die in der Gegenwart spielt, dabei immer wieder Zeitsprünge, die nach und nach die Geschichte und das Schicksal der Alexandriner verdeutlichen: angefangen in Alexandria, Ägypten, um 390 n. Chr. mit der Schilderung der großen Bibliothek und einen Brand, bei dem die Alexandriner bei ihrer Flucht und der Rettung der Bücher in alle Winde zerstreut werden, über Südfrankreich um 1096, als der Comte de Valliers plötzlich seine Berufung versteht, gefolgt von Südfrankreich im Jahre 1534, dem Zeitalter von Nostradamos usw. Es wird Glenn und Candice klar, dass sie nur wenig Zeit haben, um selbst den Stern von Babylon zu bekommen, damit er nicht in falsche Hände gerät…

Anmerkung
Woods Geschichte, 2004 als „Star of Babylon“ erstmals veröffentlicht, ähnelt sehr stark der von Dan Brown in „Illuminati“ (im Jahr 2000 im amerikanischen Original erschienen). Dabei soll der Autorin keinesfalls Plagiat unterstellt werden, zumal es wirklich schwierig ist, heutzutage noch neue Handlungen für Romane zu erfinden, die eine breite Leserschaft ansprechen und Wood auch schon sehr lange historische Romane schreibt. Dennoch sind die Parallelen sehr auffällig: es geht ebenfalls um einen historischen Geheimbund, die beiden Hauptakteure (Mann und Frau, die sich ineinander verlieben) suchen gemeinsam unter großen Gefahren nach der Lösung, der Einbindung wichtiger historischer Figuren, die jeweils angeblich Mitglied dieses Geheimbundes waren usw.

Fazit
Der Roman ist – wie immer bei Barbara Wood – spannend und leicht lesbar geschrieben, auch wenn die verschiedenen Zeitsprünge am Anfang gewöhnungsbedürftig sind. Das täuscht aber leider nicht über verschiedene Schwächen hinweg: so stimmen einige Zeitangaben in der Logik nicht (einmal ist die Rede davon, dass Candice vor 8 Jahren etwas getan habe, jedoch war sie da zu jung dazu und es passt auch nicht in die Biographie, die Wood ihr gibt) und an anderer Stelle (S. 376)  trifft Candice scheinbar erstmalig auf eine sehr bekannte Wissenschaftlerin, obwohl sie sie in der Handlung vorher bereits am Krankenbett ihres Professors persönlich kennengelernt hat.  Daneben nimmt sich die Tatsache, daß Glenn als Polizist offenbar unbegrenzt Candice zur Klärung eines für ihn eher privaten Problems durch die Welt begleiten kann, als nebensächliche Schwäche aus. Einige Szenarien, so selbstverständlich der Autor das Recht auf Fiktion hat, sind mehr als unglaubwürdig, beispielsweise die Szene (S. 452), in der Candice und Glenn durch das Labyrinth eilen und nicht einmal Angst haben, obwohl ihr Leben in Gefahr ist.

Insgesamt werden die Umstände der Handlungen (Reisen, Aufdecken des nächsten Schritts des Verbrechers usw.) nicht logisch ausgeführt, sondern sie „passieren“ einfach. All dies führt dazu, dass sich das Buch zwar recht flüssig, teilweise hektisch liest, der Leser aber immer wieder durch solche groben Schnitzer abgelenkt fühlt und mit dem Buch, der Handlung und seinen Charakteren nie richtig warm wird geschweige denn mit ihnen mitfiebert. Es handelt sich eher um eine Art „Indianer Jones“-Verschnitt, der von der Atemlosigkeit und Oberflächlichkeit der Handlung her eher an ein ausführliches Drehbuch erinnert, das die Übergänge der Handlungsstränge nicht vernünftig herleitet. Als Barbara Wood Fan kann man das Taschenbuch sicherlich kaufen, für die Hardcover-Version sollte jedem das Geld zu schade sein!

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