T.A.F.K.A.A.Z. :D

Autorenwertung
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  • Songtexte
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  • Melodien
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  • Unterhaltung
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  • Gesamt
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Rezension von: Wolfi | Rezensionsdatum:

T.A.F.K.A.A.Z. von

Trackliste
01 – Lovemovement Anthem
02 – Amok Nachtrag
03 – Straßenrap ist sexuell erregt dank Kool Savas
04 – Über sie / An dich
05 – Nichtsnutz 09
06 – Der beste Tag meines Lebens bis jetzt
07 – Das große Fest
08 – Märchenwald
09 – Sam Cooke und so
10 – Haruki
11 – Für Uwe
12 – Wunderschöne Welt

Der Künstler
Die meisten verbinden mit Lukas Michalczyk alias „KAAS“ einen äußerst dunklen Zeitpunkt in der jüngeren deutschen Geschichte, nämlich den schrecklichen Amoklauf von Winnenden im März 2009. Wenige Tage vor dem grausamen Massaker veröffentlichte KAAS auf der Homepage seines Labels „ Records“ seinen kontrovers diskutierten Clip zu „Amok Zahltag“, in dem er den Amoklauf eines gehänselten Schülers aus der Sicht des Täters beschreibt.

Als kurz nach Winnenden händeringend nach Gründen und Schuldigen für die Wahnsinnstat gesucht wurde, schossen sich die Medien und Politiker – neben der immerwährenden Diskussion um Killerspiele und Gewaltvideos – auf KAAS ein, der neben seiner Solokarriere auch mit der schwäbischen Hip Hop Combo „Die Orsons“ Erfolge feiert. Als Reaktion auf den Amoklauf ließ Chimperator Records die 3000 bereits gepressten CDs einstampfen, die Booklets wurden von KAAS persönlich umgestaltet bzw. selbstzensiert und individuell tituliert. Herauskam – in Anlehnung an Prince – „The Album Formerly Known As Amok Zahltag“, kurz „T.A.F.K.A.A.Z.“.

Das Album
„KAAS“ stellt mit „T.A.F.K.A.A.Z.“ sämtliche Prinzipien des allseits verbreiteten Straßenraps völlig auf den Kopf. Während sich die Kollegen sämtliche Schimpfwörter der Welt gegenseitig an den Kopf werfen und sich darum streiten, wer der härteste von allen ist, lebt „KAAS“ in seiner eigenen kleinen Fantasiewelt voller Liebe, Blümchen und Regenbogenfarben – angenehm anders. Das Konzept der LP zeigt den Wandel vom aggressiven, vom Selbsthass zerfressenen hin zum lebensfrohen und weltoffenen Menschen. Dabei hat „KAAS“ keine Hemmungen, auch mal von „grünen Wiesen mit roten Blüten und Bauern, die gelbe Küken füttern“ („Wunderschöne Welt“) zu rappen.

Die Reimkonstruktionen sind eher simpel gestrickt, dafür sind die inhaltlichen und lyrischen Spielereien umso einfallsreicher. Die Tracks strotzen nur so vor Kreativität und Abwechslung. In vielen Songs singt „KAAS“ die Refrains selbst, teilweise sind die Songs in Schlagermanier komplett gesungen („Sam Cooke und so“). Genauso ungewöhnlich wie die lyrischen Ergüsse ist KAAS‘ Stimme, die im Vergleich zu anderen Rappern sehr hell und klar klingt; dazu kommt der leicht schwäbische Einschlag in seiner Aussprache. Der ehemalige Titeltrack „Amok Zahltag“ wurde durch „Amok Nachtrag“ ersetzt – KAAS‘ Stellungnahme auf die Ereignisse während und nach dem Amoklauf von Winnenden.

Fazit

In der Hip Hop Szene wird bekanntlich gerne über „Realness“ philosophiert – Glaubwürdigkeit besitzt „KAAS“ auf jeden Fall. Mit eiserner Vehemenz vertritt er seine Philosophie der „Love movement“ und will laut eigener Aussage mit seiner Musik die Welt „von der Hölle zu Himmel wandeln“ (Amok Nachtrag). Ob ihm das mit „T.A.F.K.A.A.Z.“ gelingt, sei dahingestellt – seine positiven Grundgedanken verbreitet er mit seinen Tracks aber perfekt. Für alle, die sich mit experimentell angehauchtem Hip Hop mit Pop-, Dance- und Schlagereinflüssen, sowie Vokabular jenseits vom üblichen Ghettokram und ähnlichem anfreunden können, ist diese LP definitiv einen Versuch wert – eingefleischte „Gangsterrap“-Fans sollten lieber ihre Finger davon lassen.

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