The Circus, 1870s-1950s

Autorenwertung
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The Circus. 1870s–1950s

Noel Daniel (Herausgeber). TASCHEN 2016, Gebundene Ausgabe, 544 Seiten, € 39,75

Rezension von: rakoushan | Rezensionsdatum:

Der und die der . Ein neues Buch aus dem TASCHEN Verlag
The , 1870s-1950s

Linda Granfield, Dominique Jando, Fred Dahlinger, Noel Daniel
Hardcover, Schuber, 25.2 x 38.2 cm, 544 Seiten
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

„The sky is the limit“, der Himmel ist die Grenze, denkt man sich schon beim ersten Blättern durch diese atemberaubende Publikation des Hauses TASCHEN, die jetzt neu zu einem erschwinglichen Preis aufgelegt wurde. Das Format sprengt schon mehr als den üblichen Rahmen, nicht nur was den Umfang (544 Seiten), sondern auch was das Format betrifft: 25.2 x 38.2 cm, zudem kommt diese Publikation in einem schmucken Kartonschuber und ist sogar dreisprachig. Auf einer der ersten Doppelseiten schwebt ein Hermes über den Zirkuszelten einer amerikanischen Industrielandschaft und breitet nicht nur seine Arme, sondern auch seine Flügel aus: einem Daedalus gleich, will er zur Sonne und das ist dort, wo die Scheinwerfer am hellsten strahlen: in der Manage.

Der Zirkus als Wegbereiter der modernen Unterhaltung

Was auf oben beschriebenem Werbeplakat eines New Yorker Zirkus noch aufwendig gemalt wurde, wird später durch  immer mehr zeitgenössische Fotografien ersetzt, auch davon gibt es einige in vorliegendem Mammutwerk zu sehen. Trapezkünstler, Artisten oder wilde Bestien wie Löwen und Elefanten, aber auch Clowns gehören seit jeher zur Ausstattung eines klassischen Zirkus und nichts hat die Fantasie wohl je so beflügelt, wie der Ort, an dem die amerikanische populäre Kultur geboren wurde, wie Noel Daniel selbst in seinem Vorwort behauptet. „Für den Zirkus wurden jene Methoden erfunden, die heute in der Unterhaltungsindustrie auf der ganzen Welt Anwendung finden: sensationelle Werbekampagnen, weltweit tätige Talentjäger und Liveunterhaltung unter Einsatz der neuesten Technologien. Der Zirkus war Super Bowl, Olympiade und Hollywood-Actionfilm und brachte den Menschen die Unterhaltung bis vor die Haustür.“

Das moderne Nomadentum und seine Schattenseiten

Aber hinter dem Konzept des Zirkus versteckte sich auch ein fast antiquiertes Wanderleben der Aktivisten, die noch lange vor Jack Kerouacs Aufforderung zum „On the road“-Sein, also unterwegs sein, ein mehr oder weniger modernes Nomadentum lebten. Die oft beschwerlichen Bedingungen unter denen diese Künstler leben mussten wurde durch ein besonderes Gefühl der Gemeinschaft kompensiert, an der Stelle von Luxus wie fließendem Wasser oder einem geregelten Arbeitsalltag stand Improvisation und Spiel, aber auch sehr viel Arbeit und Training. Auf mehr als 650 Bildern, die Noel Daniel aus 30.000 (!) ausgewählt hat, wird der Alltag des Zirkuslebens gezeigt, die positiven und die negativen Seiten einer zutiefst amerikanischen Institution, auch wenn seine Ursprünge eigentlich aus dem alten Rom stammen. Noel Daniel schreibt tatsächlich die Geschichte des amerikanischen Zirkus neu, er bediente sich zahlreicher privater als auch öffentlicher Quellen wie Archiven, Kuratoren und Zirkusdirektoren, Kodakfarbdias und alten Zirkusplakaten.

Die des Himmels

Ein eigenes Kapitel widmet der Herausgeber auch der Emanzipation weiblicher Künstler. In dem damals noch ziemlich prüden Amerika durften die Artistinnen wohl als erste Frauen in der Öffentlichkeit „Bein zeigen“. Die knapp geschnittenen Kostüme dienten natürlich vor allem der Bewegungsfreiheit und waren gar nicht für den männlichen Blick gedacht, aber sicherlich verdankte der Zirkus seinen Erfolg zumindest bei den männlichen Zusehern der Freizügigkeit seiner Akteurinnen. Es gab nämlich z. B. auch einen amerikanischen Zirkus, der seine Artistinnen in historischen Kostümen auf Tournee schickte, ausgerechnet im progressiven Frankreich, wo seine Vorstellungen nicht gerade von großem Erfolg ausgezeichnet wurden. Die Menschen wollten vor allem Frauen und wilde Bestien sehen, am besten beides zusammen, wie in einem anderen Kapitel beschrieben wird. „Les vraies etoiles des circus est eté les femmes“: die wahren Sterne des Zirkus waren diese teilweise halsbrecherischen Frauen in ihren aufregenden Kostümen, ihren Kopf im Hals eines wilden Löwen oder hoch über den Köpfen der Besucher in der Luft, ohne Netz.

Fazit

Den Leser erwartet eine fantastische Reise in die Welt der Fantasie, die mit unglaublichen und teilweise erstmals veröffentlichten Quellen vor dem geistigen Auge ersteht und zum Greifen nahe wird, natürlich auch dank des Formats dieser den üblichen Rahmen sprengenden Publikation aus dem TASCHEN Verlag.

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