The Mystery Of Time

Autorenwertung
  • Sound
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  • Instrumentalisierung
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  • Vocals
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  • Abwechslung
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

TOBIAS SAMMETS ALL-STAR-ROCK-BAND SCHLÄGT ZURÜCK!

Die Band:

Avantasia, der Name setzt sich aus den Wörtern Avalon und Fantasia zusammen, ist das Solo-Projekt des deutschen Sängers und Songschreibers , der als Sänger der Power Metal Band bekannt wurde. Entstanden ist das Projekt, als Sammet 1999 begann, Ideen für eine Metal Oper zu sammeln. Die Idee verwirklichte er 2001 mit dem Album „The Metal Opera“. Für die Aufnahmen gewann er damals unter anderem die beiden -Gründer Kai Hansen und . Ein Jahr später erschien „The Metal Opera Part 2“ und das Projekt war abgeschlossen. Doch die Avantasia-Idee ließ nicht los. 2008 erschien das Album „The Scarecrow“, das den Auftakt zur Scarecrow-Trilogie bildete. Wieder versammelte eine illustre Schar bekannter Musiker um sich: Klaus Meine, Rudolf Schenker, Jorn Lande oder Alice Copper, um nur einige zu nennen, gaben sich auf den drei Alben die Ehre. Am 06.August 2011 trat Avantasia als Headliner auf dem Wacken Open Air auf und erklärte das Projekt für beendet.

Das Album:

Ein Jahr später erschien auf der Homepage des Musikers ein Statement, in dem er erklärte, das er Avantasia fortführen wolle. Mit großer Freude wurde nicht nur diese Tatsache aufgenommen, sondern auch die Aussage, dass es 2013 eine große Avantasia-Tour geben würde. Jetzt liegt mit „The Mystery Of Time“ das langerwartete sechste Album vor. Wieder hat Tobias Sammet eine All-Star-Band um sich geschart. Neben verschiedenen Sängern, auf die ich gleich noch eingehe, konnte er Russel Gilbrook von Uriah Heep als Schlagzeuger und Bruce Kullick von als Gast-Gitarristen verpflichten. Ansonsten bilden Sascha Paeth (Gitarre, Keyboards), Arien Anthony Lucassen (Gitarre), Oliver Hartmann (Gitarre) und Ferdy Doernberg (Hammond-Orgel) das musikalische Rückgrat. Zum ersten Mal arbeitete Avantasia mit dem Deutschen Filmorchster Babelsberg zusammen, um den Sound noch epischer anzulegen. Zehn Songs umfasst das Album, die, soviel sei schon verraten, jeden Avantasia-Hörer mehr als zufrieden stellen werden. Doch wie gut ist das Album wirklich? Von Seiten diverser Musik- und Onlinemagazine gab es im Vorfeld sehr viel Lob für das neue Werk.

Mit „Spectre“ kommt ein Opener, der mit einer Orchesterpassage das Album stimmungsvoll eröffnet, bevor erstmals Tobias Sammet zu hören ist, der von Joe Lynn Turner unterstützt wird. Turner agierte schon für Bands wie Rainbow oder Deep Purple und ist sicher ein Gewinn für Avantasia. Ein Song mit guten Ohrwurmqualitäten, der nach dem ersten Hören jedoch hinter Openern wie „Twisted Mind“ oder „The Wicked Symphonie“ zurückbleibt. Allerdings wird der Song mit jedem Hören noch besser. Mit „The Watchmaker´s Dream“ folgt eine flotte Rocknummer, die Spaß macht, sich aber recht schnell abnutzt, da der Refrain recht eintönig ist. Auch hier agieren Tobias Sammet und Joe Lynn Turner gemeinsam.

Mit „The Black Orchid“ kommt dann der erste wirkliche Höhepunkt des Albums. Das Einstiegsriff des Songs ist für die Ewigkeit gemacht. Bruce Kullick leistet hier ganze Arbeit. Doch damit nicht genug: Als Gastsänger ist Metallegende Biff Byford von Saxon zu hören. Und damit ist diese Nummer ein Highlight im Avantasia-Universum. Das gilt auch für den nächsten Song: „Where Clock Hands Freeze“. Allein die Einstiegsmischung aus Orchester, Metalriff und Trommelgewitter erzeugt eine Gänsehaut. Und wenn dann die Stimme von Michael Kiske ertönt, bleibt einem einfach nur die Spucke weg. Kiske ist und bleibt die deutsche Metalstimme. Im weiteren Verlauf des Songs liefern sich Kiske und Sammet ein Gesangsduett, welches andeutet, auf was man sich bei den Konzerten freuen kann. Mit „Sleepwalking“ folgt sicherlich die mainsteamlastigste Nummer des Albums. Wer schon „Lost In Space“ nicht mochte, wird auch diesem Titel nichts abgewinnen. Trotzdem hat das Duett mit Cloudy Yang seine Berechtigung, entwickelt es gerade im zweiten Teil zu einem richtig guten Song.

Die Vergangenheit zeigte: hat ein Avantasia-Titel mehr als zehn Minuten kommt etwas Großes auf den Hörer zu. Und genau das passiert bei „Savior In The Clockwork“. Ein kurzes Intro, bevor ordentlich aufs Gaspedal gedrückt wird. Double-Bass-Drums und Gitarren feuern sich gegenseitig an, bevor es den ersten Break gibt und der Gesang von Tobias einsetzt. Doch nicht nur das: Auch hier sind wieder Biff Byford und Michael Kiske mit an Bord. Zum Ende gibt es abermals ein Break. Insgesamt ein Song, der auch noch in zehn Jahren nichts von seiner Faszination verloren haben wird. Mit „Invoke The Machine“ kommt der düsterste Song des Album. Neben Tobias Sammet ist hier Ronnie Atkins von den Pretty Maids zu hören. Ganz starke Nummer mit einem tollen Gitarrenspiel. „What´s Left On Me“ ist dann eine typische Avantasia-Ballade. Unterstützt von Eric Martin, von der amerikanischen Band Mr. Big ist der Song eine der besseren Avanatsia-Balladen. Mit „Dweller In A Dream“ gibt es nochmals eine Temponummer mit Michael Kiske. Mehr muss man zu diesem Song nicht sagen.

Bleibt der Schlusspunkt: „The Great Mystery“ ist die zweite Zehn-Minuten-Nummer des Albums. Auch hier bleibt sich Tobias Sammet treu: Die epischen Titel sind die Sahnestücke von Avantasia. Und dieser Song ist in mehrfacher Hinsicht ein Sahnestück. Insgesamt eine eher ruhige Nummer ist der Song mehr Bombastmusical als Metal Oper. Doch gerade das macht den Song so gut. Stellenweise erinnert der Titel an die epischen Stücke von Jim Steinman. Musikalisch sind hier Bruce Kullick, Joe Lynn Turner, Biff Byford und, erstmals auf diesem Album, Bob Cately von Magnum vereint. Bei einer solchen Besetzung kann kein schlechter Song herauskommen.

Trackliste:

01 – Spectre

02 – The Watchmaker´s Dream

03 – Black Orchid

04 – Whre Clock Hands Freeze

05 – Sleepwalking

06 – Savior In The Clockwork

07 – Invoke The Machine

08 – What´s Left On Me

09 – Dweller In A Dream

10 – The Great Mystery

 

Fazit:

Um „The Mystery Of Time“ in voller Pracht genießen zu können, sollte man das Album nicht nebenbei im Auto hören, sondern bei voller Lautstärke über die Heimanlage. Ansonsten wird man den Orchesterpassagen, den Stimmen und den wirklich tollen Arrangements nicht gerecht. Spätestens mit diesem Album wird dem Hörer auch klar, welch begnadeter Songschreiber Tobias Sammet ist. Immer wieder suchen wir Superstars, Supertalente oder Voices of Germany und haben hier einen Jungen aus Fulda, der scheinbar mühelos bombastische Melodien aus dem Ärmel schüttelt und zu den wirklich guten Rocksängern gezählt werden kann und muss.

„The Mystery Of Time“ ist eindeutig mehr als stumpfer Symphonic Metal. Sammets All-Star-Band gelingt es auf ausgesprochen hohem Niveau ganz unterschiedliche Hörer zu begeistern. In Titeln wie „Black Orchid“ oder „Invoke The Machine“ finden sich alle Metalheads wieder, „Sleppwalking“ kann durchaus die Charts stürmen und „Savior In The Clockwork“ und „The Great Mystery“ kann man eigentlich nur gut finden, wenn man nicht nur auf Semino Rossi oder Paul Kalkbrenner steht (was durchaus legitim ist).

Mit diesem Album erfüllt Tobias Sammet die hohen Erwartungen auf jeden Fall. Ob es das beste Avantasia-Album ist, muss jeder Hörer für ich entscheiden. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir die Tracks noch eine Spur härter gewünscht. Fest steht aber, das „The Mystery Of Time“ im Bereich Rock/Metal eine Größe ist, an der andere Alben in diesem Jahr wohl kaum vorbeikommen werden.

 

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