Thomas Hobbes: Leviathan

Autorenwertung
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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Leviathan

Eine Inhaltsangabe

Leviathan or the matter, forme and power of a commonwealth ecclesiastical and civil heißt das Buch im englischen Original. Die staatstheoretische Schrift wurde 1651 von Hobbes herausgegeben. Der Titel bezieht sich auf das biblisch-mythologische Seeungeheuer Leviathan – von dessen ist aller menschlicher Widerstand nutzlos. Der Bezug zu Hobbes´  Werk ist offensichtlich. Bei Hobbes absolutistischem Staatsverständnis kommt dem Staat eine ähnliche Rolle zu.

Der englische Bürgerkrieg tobte 1642 – 1649. Er bildet den zeitgeschichtlichen Hintergrund des Buches. Die vielen Toten und die chaotischen Zustände prägten offensichtlich das Menschenbild des Autoren. Außerdem verarbeitete Hobbes der Sekundärliteratur Informationen über das soziale Leben der nordamerikanischen Indianer. „Deren Unabhängigkeit von einem Staat kann als Naturzustand angesehen werden,“ formuliert es beispielsweise die Internetenzyklopädie Wikipedia.

Der Leviathan umfaßt vier Bücher. Die beiden ersten befassen sich mit der politischen Theorie und begründen die bedeutende Stellung des Leviathan in der Ideengeschichte und Politikwissenschaft. Die Bücher drei und vier befassen sich überwiegend mit kirchlichen Themen; sie führten zu Hobbes Lebzeigen zu vielen Anfeindungen des Autoren.

Den Inhalt hier komplett und vor allem fundiert wiederzugeben, würde an dieser Stelle zu weit führen. Ein Hinweis sei hier allerdings noch erlaubt. Das vorliegende Buch enthält nur die ersten beiden, staatsphilosophischen Teile.

Sie machen auch den Hauptteil des Buches aus. Ihm folgt das Nachwort von Malte Dieselhorst. Zum Schluß gibt es noch einige wenige „bibliographische Hinweise“.

Über den Autoren

Thomas Hobbes wurde am 5. April 1588 als Sohn eines einfachen Landpfarrers in Westport, Wiltshire, geboren. Nach der Ausbildung in einer Privatschule studierte Hobbes an der Universität Oxford 1603 – 1607 vor allem Logik und Physik. Das junge Alter mag erstaunen; in der Sekundlärliteratur wird Hobbes abe rals frühreifes Kind vorgestellt.

Seinen Bachelor-Abschluß erlangte er im Jahre 1608. Danach wurde er Hauslehrer bei der adeligen Familie Cavendish, ein Posten, der er – mit Unterbrechungen – bis zu seinem Tode bekleidete. Hobbes war auch für kurze Zeit Sekretär des Philosophen Frances Bacon. Da Hobbes ein Anhänger der absolutistischen Monarchie war und auch in diesem Sinne publizierte, verbrachte er die Zeit von 1640 bis 1651 im französischen Exil. Trotz aller kirchlichen und politischen Anfreindungen  starb er am 4. Dezember 1679 in Hardwick Hall, Derbyshire, in gesicherten wirtschaftlichen Verhältnissen.

Ob Hobbes verheiratet war und Nachkommen hatte, ist mir leider nicht bekannt.

Eine Einordnung

Das Nachwort bietet eine kurze Biographie Hobbes und führt in sein philosophisches Denken ein.

Leviathan und Nachwort bewegen sich dabei auf einem hohen geistigen Niveau. Wer mit abstrakten Gedankengängen so seine Schwierigkeiten hat, der wird auch bei der Lektüre dieses -Heftes, das die Nummer 8348 der `schen Universal-Bibliothek trägt, wenig Freude haben. Hier liegt Literatur für eine interessierte philosophische, geschichtswissenschaftliche und politikwissenschaftliche Fachöffentlichkeit vor.

Das Fazit

Ich könnte es mir nun einfach machen und behaupten, daß hier lediglich Fachliteratur vorliegt. Ein gewisser fader Beigeschmack würde trotzdem übrigbleiben. Warum wurden nicht alle vier Bücher des Leviathan veröffentlicht? Warum wurde das Nachwort nicht auf ein populärwissenschaftliches Niveau heruntergebrochen? Verschließt sich der Verlag mit seinem Anspruchsdenken nicht eine breite nichtwissenschaftliche Leserschaft und damit Käuferschicht? Es wäre für jemanden wie mich schon spannend, zu sehen, welche Titel der renommierte süddeutsche Verlag in seinem Programm hat und wie oft der jeweilige Titel auch tatsächlich gekauft wurde. Tut sich der Verlag wirklich einen Gefallen mit einem solchen Titel wie dem vorliegenden?

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