Thorsten Hinz: Der Weizsäcker Komplex

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Der Weizsäcker-Komplex

Thorsten Hinz. Junge Freiheit 2012, Gebundene Ausgabe, 356 Seiten, € 14,90

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Thorsten : Der Weizsäcker Komplex Eine politische Archäologie

Das Buch ist im Jahre 2012 im Junge Freiheit Verlag Berlin 2012 erschienen. Es ist 355 Seiten dick.

Die Inhaltsangabe

Der Clan der Weizsäckers gehört zur deutschen Elite. Über lange Zeit hinweg und in den unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Systemen haben die Weizsäckers bedeutende Wissenschaftler und Politiker hervorgebracht. Doch da ist auch der NS-Staatssekretär Ernst von Weizsäcker, der Vater des Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Ernst von Weizsäcker wurde 1949 in Nürnberg als Kriegsverbrecher verurteilt. Er hatte nie der Judendeportation widersprochen. Zwei Jahre später ist er dann gestorben.

„Für diesen Komplex aus Schuld, Scham und Siegerwillkür, aus persönlicher und historischer Tragik hat der Sohn nie eine schlüssige Erklärung gefunden und den Ausweg in der nationalen Selbstanklage gefunden,“ berichtet die Inhaltsangabe.

Über den Autoren

Thorsten Hinz ist Jahrgang 1962. Er studierte Germanistik in Leipzig. 1997 / 1998 war er Kulturredakteur der Wochenzeitung Junge Freiheit. Seitdem arbeitet er als freier Autor.

Die eigentliche Buchbesprechung

Sehr umfangreich, sehr gut recherchiert, sehr detailliert und auch sehr persönlich (was die Menschen, über die hier geschrieben wird, anbelangt) beschäftigt sich Hinz mit Ernst und Richard von Weizsäcker, wobei der inhaltliche Schwerpunkt eher auf dem Vater zu liegen scheint. Da hat jemand ein umfangreiches Quellenstudium betrieben und sich bemüht, sich in die Zeitgeschichte und Charaktere hineinzudenken. Von der naseweisen Besserwisserei der Nachgeborenen, die die Ereignisse des Dritten Reiches nie selbst und leibhaftig zu spüren bekommen haben, ist hier nichts zu spüren. Das Buch hätte auch aus der Feder eines Geschichtswissenschaftlers stammen können. Es muß sehr viel Arbeit bedeutet haben, die persönlichen Notizen der Weizsäckers durchzuarbeiten.

Herausgekommen ist ein lesenswertes Buch, das deutsche Geschichte anhand einer Familie und zweier Personen, Vater und Sohn, lebendig werden läßt.

Natürlich wird hier auch auf die politischen Ursprünge der Familie in Württemberg eingegangen. Der Schwerpunkt von Hinz liegt aber auf der Auseinandersetzung mit Ernst und Richard von Weizsäcker und deren Auseinandersetzung mit der deutschen, vor allem aber auch mit der persönliche und Familiengeschichte. Hier geht es nicht um eine pauschale und allgemeine Verurteilung von Menschen und ihren Handlung. Die wissenschaftliche Vorbildung und Arbeitsweise von Hinz ist hier schon deutlich zu sehen. Die Fakten sind klar zu erkennen. Über ihre Interpretation kann gestritten werden.

Das Fazit

Das Buch bietet eine sehr gut lesbare Beschreibung von deutscher und Familiengeschichte, die im Dritten Reich ihren Lauf nimmt und in der Bonner Republik endet. Wie sieht die Zukunft der Familie von Weizsäcker aus, zumindest was den öffentlich wahrnehmbaren Teil anbelangt? Wir dürfen gespannt sein.

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