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Timeline

Klaus Berr (Übersetzer). Blessing 2000, Gebundene Ausgabe, 572 Seiten, € 0,20

Rezension von: jiaji | Rezensionsdatum:

Timeline von

Eine Reise in die Mitte der Zeit
Eine Gruppe junger amerikanischer Forscher arbeitet an der Restauration einer Burg namens La Roque am Fluss Dordogne im Süden Frankreichs. Nachdem ihr Professor, Edward Johnston, von einer Geschäftsreise zum Sponsor des Projekts, ITC, nicht zurückkehrt, machen seine Doktoren einen mysteriösen Fund in der Ausgrabungsstätte: Sie finden ein über 600 Jahre altes Dokument, auf dem (in der Handschrift des Professors) geschrieben steht: „HELFT MIR. 7.4.1357“

Bald darauf werden die vier Doktoren – André Marek, Kate Erickson, Chris Hughes und David Stern – zu ITC nach Black Rock, New Mexiko, USA, geholt, wo ihnen dann erklärt wird, dass der Professor mit Hilfe der von ITC entwickelten Quantentechnologie ins Mittelalter gereist ist und jetzt dort festsitz. Die Forscher sollen nun selbst die Zeit des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich, betreten, um Johnston zurückzuholen. Als sie die Zeitreise antreten, ahnen sie nicht, wie gefährlich La Roque 1357 wirklich ist…

Fazit: Exzellent recherchiert, rasant und geistreich
Mein erster Roman vom Erfolgsautor (u.a. Airframe, Nippon Connection aka Die Wiege der Sonne, Jurassic Park, Emergency Room Drehbuch) Michael Crichton. Ich bin mittelschwer beeindruckt. Aber kommen wir zum Buch selbst:

Ich muss selbst von mir zugeben, dass ich kein großer Fan von Sci-Fi bin und auch von Physik, Quantenphysik um genau zu sein, nicht viel verstehe. Doch ich mag Geschichte und Historisches, von daher sprach mich die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken schon an. Was mich allerdings überraschte, ist die Geschwindigkeit, mit der ich dieses ja doch mittelstarke Buch ausgelesen habe.

Crichton hat einen Schreibstil, der den Leser in Bann zieht. Einmal das Buch in die Hand genommen, schon trägt man es überall mit sich herum und liest wann immer man die Möglichkeit dazu hat. Timeline ist ein intelligentes Geflecht aus tatsächlichen Personen, Begebenheiten und Orten und purer Fiktion. Es ist unglaublich, was dieser (sehr gebildetete) Mann an Recherchearbeit geleistet haben muss, um der Welt diesen Roman zu präsentieren. Es fühlt sich alles, was er in kurzen und prägnanten Sätzen beschreibt, sehr wirklich und authentisch an. Seine Dialogführung ist lebhaft. Was vor allem sehr auflockernd wird, ist die Tatsache, dass er seine Figuren sprechen lässt. Ein Kapitel wird aus der Perspektive des einen Doktors, der nächste Absatz aus der Sicht des anderen geschildet. Real kommt dies also einem Wechsel von Vortragenden gleich, so dass es dem Leser beinahe verboten wird, sich zu langweilen.

Pro: Viele Absätze und kurze Kapitel sorgen für besseren Lesefluss und sehr gutes Erzähltempo. Die Charaktere sind gut durchdacht. Die geschichtlichen Umstände sind hervorragend eingearbeitet. Die Dialoge sind lebendig. Der Plot ist für 1999 innovativ und wahnsinnig spannend erzählt.

Contra: Interessant sind bei Crichtons Roman auch die netten Abbildungen hier und da, die dem Vorstellungsvermögen ein bisschen auf die Reihe helfen. Ich fand die Idee an sich sehr geistreich, doch hätte ich lieber auf meine eigene Fantasie gebaut. Hier und da wäre der eine oder andere Witz nicht fehl am Platz gewesen.

Ich hatte Probleme, Punkte für „contra“ zu finden, denn schließlich habe ich dieses Buch sehr genossen. Warum ich trotzdem keine 5/5 vergebe? Es ist Crichton nicht ganz gelungen, mich am Ende zu „überraschen“ (Wollte ich das?), was eine der Figuren betrifft. Am Ende des Buches bin ich zufrieden zurückgesunken, dass es (leider) so ausgangen ist, wie ich seit der Mitte des Buches vermutet habe. Aber das ist ja kein Nachteil.

Wer physikalische Abhandlungen sucht, wird möglicherweise enttäuscht, da diese nicht den Großteil des Romans einnehmen. Wer sich also ein wenig für Geschichte und ein spannendes Abenteuer interessiert, wird dieses Buch lieben. Einfach erstklassige Unterhaltungsliteratur, die das Herz höher schlagen lässt! Offenbar gibt es auch eine Filmversion, die ein wenig auf dem Roman beruht. Ich werde sehen, ob ich nicht meine Finger daran bekommen kann. Timeline wird auf keinen Fall mein letzter Roman von Crichton sein.

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