Tödliche Therapie

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Tödliche Therapie

Anette Grube (Übersetzer). Piper 1997, Taschenbuch, 255 Seiten, € 0,01

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Tödliche Therapie von

Die Detektivin V.I. Warshawski hilft der schwangeren Tochter einer Bekannten, indem sie diese und ihren eher unwilligen Ehemann Fabiano mit dem Auto zu einem Vorstellungstermin für Fabiano in einen Außenbezirk Chicagos fährt. Während des Gespräches warten die beiden Frauen auf dem Parkplatz des Firmengeländes, als plötzlich bei Consuela die Wehen einsetzen. V.I., die aus emanzipatorischen Gründen nur ihre Initialen und nicht ihren Vornahmen benutzt, fährt die junge Frau ins Krankenhaus, wo man ihr jedoch nur unklare Auskunft gibt. Sie befürchtet, daß Consuelo aufgrund ihres Hispano-Hintergrundes schlechter ärztlich behandelt wird und schaltet ihre Freundin, die Ärztin Lotty Herschel, ein. Nachdem deren Partner Malcolm ins Krankenhaus geschickt hat, erfährt sie, daß das Baby zwar gestorben ist, Consuelo es aber besser geht und fährt nach Hause. Mitten in der Nacht klingelt ihre Freundin Lotty an der Tür, um ihr zu sagen, daß Consuelo plötzlich gestorben ist. Peter Burgoyne, der behandelnde Arzt aus dem Krankenhaus, ist sehr verstört ob seines ersten Todesfalls als Leiter der Entbindungsstation; er und V.I. freunden sich an.

In den nächsten Tagen hilft V.I. ihrer Freundin in der Praxis, da Consuelos Mutter, die dort als Sprechstundenhilfe arbeitet, wegen des Todesfalls für eine Weile ausfällt. Plötzlich wird Malcolm ermordet aufgefunden. V.I. findet diesen Zusammenhang verdächtig und ermittelt in dem Fall, auch auf den Wunsch von Malcolms Freundin hin, um den Täter zu finden; dabei wird sie von Typen zusammengeschlagen, die mit der Mafia zu tun haben. Ihr Nachbar, ein älterer Herr, der sich oft langweilt und daher begeistert V.I. interessantes Leben verfolgt, freut sich, nun eine Aufgabe zu haben, in dem er nämlich alle Besucher des Hauses genauestens inspiziert.

Plötzlich tauchen vor Lottys Praxis auch noch Abtreibungsgegner auf, die Lotty übel beschimpfen und die Praxis zerstören. V.I. ist mehr und mehr überzeugt, dass die Vorgänge miteinander zusammenhängen und irgendein Skandal vertuscht werden soll. So untersucht sie weiter, auch wenn alle Seiten (Polizei, Freunde) ihr das ausreden wollen. Sehr suspekt ist ihr vor allem, daß ihr Exmann, ein hochbezahlter Jurist, den Anführer der Abtreibungsgegner, der eigentlich gar kein Geld für einen solch teuren Anwalt haben kann, vertritt.

Hintergrund zum Autor und zur Serie

Sara Paretsky gilt als eine der besten Krimiautorinnen, wobei sie ihre Romane meist in den 80er Jahren entstanden sind (der hier vorliegende ist im amerikanischen Original von 1987) und daher ein etwas anderes Schreibmuster aufweisen als die heutzutage erscheinenden Bestseller á la Dan Brown und anderen. Die Hauptfigur der V.I. Warshawski-Serie ist eine Privatdetektivin um die 30, die zunächst nach einem Jurastudium als Anwältin gearbeitet hat und sich auf Wirtschaftskriminalität spezialisiert hat. Ihre Eltern, ein Pole und eine Italienerin, haben sich aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet und so versucht auch V.I. den einfachen Menschen zu helfen und distanziert sich bewußt vom Establishment. Dabei begeht sie aber auch bewußt „Stilbrüche“; die liebt beispielsweise teure Mode und Schuhe, gleichzeitig ist sie trinkfest (v.a. Whiskey) und geht unerschrocken auch handfeste Kämpfe ein. Emanzipation ist ihr wichtig, weswegen sie es auch nicht leiden kann, bei ihrem vollen Vornamen genannt zu werden und die Initialen bevorzugt. In jeder Folge der Warshawski-Romane tauchen auch ihre Freundin Lotty, eine Österreicherin und Chirurgin, die in der Nazizeit in die USA geflohen ist und Billy Murray, ein Polizist und Exkollege ihres verstorbenen Vaters und Billy Murray, ein Reporter – beide helfen sich gegenseitig – auf.  Da die Autorin selbst früher in der Versicherungsbranche gearbeitet hat, tauchen auch immer wieder die Ajax-Versicherung und der Fort Dearborn Trust als Unternehmen, die mit den Fällen zu tun haben, in den Büchern auf. Fast alle ihre Bücher spielen in Chicago.

Fazit

Das Buch liest sich sehr flüssig und ist mit 254 Seiten nicht sehr lang. Die Geschichte ist sehr interessant, es geht ausnahmsweise einmal nicht um internationale Verstrickungen, sondern um einen Fall in der „Nachbarschaft“, d.h. Chicago, was sehr erfrischend anders ist. Etwas lästig in diesem – und den anderen Büchern aus der Serie – sind die ständigen Wiederholungen und ausführlichen Beschreibungen, was die Hauptakteurin anzieht und wie „tough“ sie bei ihren Ermittlungen vorgeht. Dennoch wirklich lesenswert!

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