Township blues

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Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Township blues

Ein Jugendroman vom bekannten deutsch-niederländischen Autor, der sich mit Gewalt in Südafrika und mit der Geißel des südlichen Afrika, der AIDS Pandemie, befasst. Es ist eines der besten Jugendbücher zum Thema und wird mittlerweile auch häufig in Schulen gelesen.

Inhalt

Thinasonke, Thina genannt, hätte  genug Gründe, totunglücklich zu sein: sie ist erst 14, als sie von drei Jugendlichen überfallen wird, niedergeschlagen, beraubt und brutal vergewaltigt. Für die Mutter zählt in erster Linie, dass niemand von der Schande ihrer Tochter erfährt. Niedergeschlagen und beraubt – ja, vergewaltigt – nein! Als Thina ihre Tage bekommt und somit klar ist, dass sie nicht schwanger geworden ist, ist für die Mutter alles wieder in Ordnung. AIDS ist ein so großes Tabuthema, dass nicht einmal Mutter und Tochter darüber reden können. Auch nicht, als Thinas heimlich gemachter Test positiv ausfällt …

Gewalt ist allgegenwärtig in den Townships Südafrikas. Thinas Familie weiß das nur zu gut. Thina ist im Knast geboren, als ihre Mutter kurzerhand eingesperrt wurde, weil sie ihren Sohn schützen wollte. Thinas älterer Bruder kommt zwar wieder frei, aber für seine politische Überzeugung hat er einen hohen Preis zahlen müssen. Körperlich bleibt Mangaliso nur ein Hinken, sein Geist ist jedoch durch die Folter verwirrt und er spricht nicht mehr.

Doch jetzt nach der politischen Wende Südafrikas drohen andere Gefahren. Thabang, Tinas Freund, muss zusehen, wie seine Mutter an AIDS stirbt. Vor den Anfeindungen der Nachbarn, die mit der Krankheit der bösen Geister nichts zu tun haben wollen, flieht Thabang mit seinem kleinen Bruder nach Kapstadt und versucht, auf der Straße zu überleben. Thina findet ihn und holt ihn zurück.

Weil es Menschen gibt wie Thinas Großmutter, die die Jungen aufnimmt, und  wie Thabang, deshalb ist diese Anhäufung menschlichen Leids nicht unerträglich. Es gibt Freude, Hoffnung und Liebe. Sogar für Thina. Es gibt Strukturen, alte, wie sie gegenüber den dingfest gemachten Vergewaltigern greifen, und neue, wie sie von Lehrern und Sozialarbeitern angeboten werden, die ein Gerüst zum Festhalten bieten. Thina ist nicht allein und schon gar nicht hilflos, auch wenn ihr sehr viel abverlangt wird.

Fazit

Lutz van Dijk weiß, wovon er schreibt, er lebt selbst zeitweise in Südafrika und arbeitet in einem von ihm selbst mitbegründeten Hilfsprojekt für von AIDS bedrohten Kindern und Jugendlichen mit. Und er hat gründlich recherchiert. Thina ist eine sympathische, starke junge Frau, in die man sich gut hineinversetzen kann. Nur Thabang, Thinas Freund, ist in seiner ungebrochenen Liebe ein wenig zu gut, zu flach geraten. Lutz van Dijk gelingen, so scheint es, die Frauenfiguren besonders gut: die Mutter, die in ihrer Verbitterung nur noch den Wunsch nach einem besseren Leben kennt und nur noch einen Weg dahin sieht, von dem sie sich nicht abbringen lassen will. Was nicht in ihr Weltbild des Aufstieges passt, existiert nicht für sie. Auch Thinas Ängste, ihre Verstörung und ganz besonders ihre Krankheit nicht. Damit will sie nichts zu tun haben! Van Dijk widmet sein Buch einer jungen Frau aus dem Township KwaMashu bei Durban, die von ihren Nachbarn ermordet wurde, nachdem sie öffentlich bekannt hatte, HIV-positiv zu sein.

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