Tuareg in Libyen

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Tuareg in Libyen

Ines Kohl. Reimer, Dietrich 2006, Taschenbuch, 246 Seiten, € 35,00

Rezension von: B.Agada | Rezensionsdatum:

Tuareg in Libyen – Identitäten zwischen den Grenzen von

Inhalt
Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit den Tuareg in Libyen, die heute hauptsächlich im Südwesten in der Stadt Ghat und ihrer Umgebung, nahe der algerischen Grenze leben, und den Tuareggruppen, die aus dem Niger und Mali zugewandert sind. Beide Gruppen gemeinsam müssen sich mit dem Regime von Mu’ammar al-Qaddafi arrangieren, was nicht so einfach ist. Wie leben sesshafte Kel Azjer im Großraum Ghat und die ständig reisenden Imajeren oder manchmal als „Ishomar“ (von „chomeur“, französisch für „Arbeitsloser“) bezeichneten Immigranten aus dem Niger mit dem libyschen Staat, mit Mu’ammar al-Qaddafis Ideen der sozialistischen Gleichheit, Gerechtigkeit und der Einbindung von Minderheiten in den libyschen Staat? Dies ist das Thema dieser Feldforschungen, für die Ines Kohl zwischen 2004 und 2006 die Oase Ghat und die Familien der Tuareg besucht hat.

Die Tuareg versuchen sich weitgehend anzupassen, wenn es sein muss. Sie bleiben aber ihren Traditionen treu, wenn dies möglich ist, zum Beispiel im Haus, bei Festen, Hochzeiten und ähnlichen Anlässen. Die alteingesessenen Kel Azjer beäugen die zugewanderten Ishomar mit Misstrauen und verteidigen „ihre“ Bräuche als traditionell, während die Ishomar „modern“ sind. Genauso versuchen die Imajeren (Ishomar) aus dem Niger ihre Traditionen zu bewahren und zu leben. Sie erinnern sich mehr an Sprichwörter, Gedichte und Überlieferungen als die Kel Azjer, die zum Beispiel das Arabische und durch die Schule die libyschen Ansichten lernen. Allerdings sind sie flexibler durch ihre Reisen und passen sich an bzw. entwickeln „neue“ Traditionen.

Durch ihre Lebensweise als Nomaden ist die Gesellschaft der Tuareg (Imuhar in Algerien, Imajeren in Mali, Niger, Libyen) schon immer flexibel und anpassungsfähig gewesen. Ein Umstand, der heute bitter notwendig ist, um in den Saharaländern überleben zu können. Immer wieder leiden sie unter Wassermangel und Hungersnöten und haben es trotz allem geschafft, über Tausende von Jahren ihrer Heimat, der Sahara, zu trotzen. Die Tatsache, dass seit der Teilung der Sahara durch die Kolonialmächte die Tuareggruppen auf fünf Länder „aufgeteilt“ wurden (Algerien, Libyen, Burkina Faso, Mali und Niger), hat die Tuareg überall zu Minderheiten gemacht. Heute leben etwa 1 Million Tuareg auf diese Länder verteilt, in Algerien rund 30.000, die meisten in Niger und Mali.

Für ihre Dissertation am Institut für Kultur und Sozialanthropologie der Universität Wien schrieb Ines Kohl die vorliegende Studie über die Tuareg in Libyen. Dieses Buch ist eine Überarbeitung und Aktualisierung ihrer Forschungen zwischen 2004 und 2006. Ines Kohl hat von klein auf Ihre Eltern auf deren Reisen in die Sahara bzw. nach Libyen begleitet und ist so „zwischen den Zelten“ aufgewachsen. Schon ihr Vater hat Publikationen über Libyen verfasst, die ihn als Libyenkenner ausweisen.

Fazit
Für den fachlich interessierten Leser ein gut recherchiertes Buch über die Tuareggruppen, die in Libyen bzw. in der Oasenstadt Ghat leben – ein wissenschaftlicher Beitrag über 245 Seiten, ergänzt mit 51 Schwarz-Weiß Fotografien sowie 17 Tabellen, Kartenskizzen und Zeichnungen.

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