Und dann gabs keines mehr

Autorenwertung
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  • Gesamt
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Und dann gabs keines mehr

Sabine Deitmer (Übersetzer). FISCHER Taschenbuch 2006, Broschiert, 224 Seiten, € 7,90

Rezension von: bluecanvas | Rezensionsdatum:

Und dann gabs keines mehr von

Inhalt
Eine kleine Insel abseits der englischen Küste.

Ein Luxusanwesen mit allen Annehmlichkeiten, das der stürmischen See und den kalten Winden trotzt.

10 Leichen, die keines natürlichen Todes gestorben sind.

Das sind die Zutaten zu einem Kriminalfall, den die Polizei in der Form noch nicht erlebt hat. Niemand hat die Insel betreten oder verlassen, seit die 10 Personen – allesamt eingeladen von einem unbekannten Gastgeber namens U.N. Owen (mit etwas Fantasie auch als „Unknown“ zu interpretieren) – von einem Boot zur geheimnisvollen „Millionärsinsel“ Nigger Island gebracht wurden.

Das umschlagende Wetter hatte es unmöglich gemacht, vom Festland aus in Kontakt mit der Insel zu bleiben und eine Anweisung des Millionärs Owen hatte zudem gelautet, die „Party“ mindestens eine Woche lang nicht zu stören.

Tatsächlich hat sich jedoch ein schreckliches Massaker auf Nigger Island ereignet. Doch wer war der Mörder? Die einzig logische Schlussfolgerung scheint zugleich die erschütterndste zu sein: der Mörder ist unter den Opfern!

Erst eine Flaschenpost des wahnsinnigen Täters – gefunden wenige Wochen nach den Ereignissen auf Nigger Island – bringt Licht in die Angelegenheit und entlarvt die Genialität und den Wahnsinn des Mörders.

Gewissen und Schuld
Das Buch beginnt mit einem kurzen Abriss der Gedankenwelt der 10 anreisenden Protagonisten. Alle wurden aus unterschiedlichen Gründen eingeladen, ein Wochenende auf der abgelegenen Insel Nigger Island zu verbringen.

Die Gäste kennen einander nicht und wissen nicht, dass sie ein dunkles Geheimnis miteinander verbindet. Aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten stammend, scheint allen ein entspanntes Wochenende in der von einem Millionär errichteten Luxusvilla auf der kleinen Insel bevorzustehen, welche erst vor Kurzem an einen Unbekannten verkauft worden war.

Die unwahrscheinliche Gruppe, bestehend aus einer jungen Lehrerin, einem pensionierten Polizisten, einem Privatdetektiv, einem alten General, einer betagten Dame aus gutem Hause, einem Arzt, einem alten Richter und einem jungen Lebemann, sowie einem Butler-Ehepaar, das die Gäste im Auftrag des geheimnisvollen Gastgebers Mr. Owen in seiner Abwesenheit bedienen soll, lebt jedoch nicht mit ganz reinem Gewissen, wenngleich sie sich dies wohl auch selbst nicht ganz eingestehen würden.

Das Fehlen des Gastgebers lässt in den Gästen einen ersten Verdacht aufkeimen, doch scheint noch nichts auf eine mögliche Gefahr hinzuweisen. Plötzlich vernehmen alle Gäste eine laute Stimme im Raum, die jeden der Anwesenden eines Mordes bezichtigt für den sie auf Nigger Island büßen werden. Niemand werde die Insel wieder verlassen…

Jeder könnte der nächste sein…
Trotz der unheimlichen Spannung, die sich nun bei allen bemerkbar macht, versuchen die Gäste zunächst klaren Kopf zu bewahren. Die Situation schlägt jedoch schlagartig um, als der jüngste Mann der Gruppe, ein gutaussehender Playboy mit einer Schwäche für schnelle Autos, nach einem Drink tot zusammenbricht. Der anwesende Arzt stellt schnell die Todesursache fest: Gift.

Inmitten der nervenzerreißenden Spannung fällt nun ein Gast nach dem anderen dem irren Mörder zum Opfer. Zu allem Überfluss ähneln die jeweiligen Morde frappierend den Geschehnissen, die in dem Zählreim „10 kleine Negerlein“ beschrieben werden, wo von 10 dunkelhäutigen Knaben bis zum Ende des Gedichts keiner mehr übrig ist – und mit jedem Mord verschwindet eine von 10 Porzellan-Kinderfiguren auf dem Esstisch des Anwesens.

Der Mörder ist einer von uns!
Mit dieser Tatsache geht jeder der Anwesenden auf seine persönliche Art um – und als nur noch eine Person übrig ist, scheint das Spiel gewonnen zu sein, doch der kalte Griff des Mörders reicht bis über den Tod hinaus – und stellt so sicher, dass es für niemanden ein Entkommen gibt.

Fazit
Agatha Christies meistverkaufter Kriminalroman aus dem Jahr 1939 ist ein wirklich einzigartiges Werk. Nicht nur wurde es mit den Jahren und den Veröffentlichungen umfangreich abgeändert, sodass der diskriminierende Begriff des „Negerleins“ im Amerikanischen Sprachraum zu „Indianer“ oder „Soldat“ abgeändert wurde – auch der Titel selbst wurde verändert. Aus „10 kleine Negerlein“ wurde „Und dann gabs keines mehr“.

Der berühmte Zählreim stellt ein zentrales Handlungselement dar, welches als Vorlage für die grausamen Morde auf der isolierten Insel dient.

Der Leser bleibt lange Zeit im Unklaren über die Vorgangsweise des Mörders, doch ist schon recht bald offensichtlich, dass der Mörder tatsächlich unter den Gästen zu suchen ist. Atemberaubende Spannung und psychologischer Druck sind beim Lesen genauso spürbar wie bei den Gästen der Insel.

Trotz des recht hohen Alters des Romans bleibt dieser ein Erlebnis der besonderen Art. Tatsächlich erfährt der Leser erst auf der letzten Seite die wahre Identität des Täters, was den Roman als zeitloses Meisterwerk der Kriminalliteratur auszeichnet.

‘One little nigger boy, left all alone. He went and hanged himself. And then there were none.’

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