Unendlich (Deluxe Edition)

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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

ENDLICH DA, ABER NICHT UNENDLICH GUT!

Der Musiker:

Matthias Reim ist eine der schillerndsten Figuren im deutschen Pop- und Schlagergeschäft. Komponierte und textete er anfangs für Kollegen wie Bernhard Brink, oder Roberto Blanco, gelang ihm 1990 mit seiner ersten eigenen Single der erste gesamtdeutsche Megahit: „Verdammt, Ich Lieb Dich“ verkaufte sich 2,5 Millionen Mal und hielt sich sagenhafte 16 Wochen auf Platz 1 der Singlecharts. Auch das dazugehörige Album „Reim“ wurde ein Erfolg und verkaufte knapp zwei Millionen Einheiten. Mit den folgenden Alben konnte Matthias Reim diesen Erfolg nicht wiederholen. Auch wenn er mit Titeln wie „Ich hab´Geträumt Von Dir“ oder „Ich Hab´Mich So Auf Dich Gefreut“ in die Top Ten kam – ein Erfolg wie seine Debütsingle war nicht mehr dabei. Analog zu den sinkenden Plattenverkäufen geriet er durch die Misswirtschaft seines Managements in die Schuldenfalle. Musikalisch geht es seit dem Jahr 2000 und dem Album „Wolkenreiter“ wieder aufwärts. Vor allem durch seine umjubelten Liveauftritte hielt sich Matthias Reim in dieser Zeit über Wasser. 2010 war dann ein Wendepunkt in seinem Leben. Durch ein verkürztes Insolvenzverfahren war der Sänger schuldenfrei und legte mit dem Album „Sieben Leben“ ein fulminantes Comeback vor.

Das Album:

Fast zweieinhalb Jahre hat sich Matthias Reim Zeit gelassen, um einen Nachfolger für „Sieben Leben“ zu produzieren. Die Erwartungen waren hoch, steht doch sein letztes Album kurz vor dem Platinstatus. Ein Erfolg, den ich Matthias Reim zwar von Herzen gönne, jedoch nicht ganz nachvollziehen kann, da er schon deutlich bessere Alben gemacht hat („Wolkenreiter“, „Unverwundbar“). Und so stand zu befürchten, dass er die Schlagerlastigkeit weiter fortführen würde.

Leider hat er nicht nur das gemacht. Etwas ketzerisch könnte man sagen, das er zu Mallorca-Matze mutiert ist. Zumindest klingen Titel wie „Alles Egal“, „Ich Gebe Niemals Auf“ und vor allem „Du Bist Wie Ein Magnet“ allesamt nach WDR4-Schlager-Fox und könnten auch vom Wendler oder vom König von Mallorca gesungen werden. In diese Richtung geht auch „Verdammt Für Alle Zeit“, jedoch hat der Song schon wieder etwas vom typischen Reim-Sound und gefällt mir daher ganz gut. Leider passt es da auch, das er sogar einen Song von covert („Einfach Du“). Wer braucht das? Der Song ist ja schon im Original unnötig. Mensch, Matthias, das hast du doch gar nicht nötig. Besser ist da schon „Einsamer Stern“. Hier beklaut er sich wenigstens selbst, in dem er die Melodie seines Songs „Halleluja“ nochmals verwendet.

Immer wenn es ruhiger wird oder wenn er die unsägliche Disco-Fox-Maschine auslässt, wird das Album sogar richtig gut. „Unterm Mond“ und „Wir sind Unendlich“ sind richtig starke Nummern. Auch das im Reggaestil gehaltene „Blinder Passagier“ zählt durchaus zu den besseren Titeln. Das Highlight des Album ist aber ganz klar „Dann Bist Es Du“. Genau so wollen wir ihn hören. Etwas rockig und trotzdem melodiös. Ein Song, der in Richtung der Alben „Wolkenreiter“ und „Unverwundbar“ geht.

Als Dank für seine besonders treuen Fans in den östlichen Bundesländern hat er für dieses Album bekannte Ostsongs gecovert, über die seine Fans im Internet abstimmen konnten. Auf der regulären CD sind „Am Fenster“ und „Der Schwanenkönig“ zu finden. Zwei Titel, bei denen die Messlatte sehr hoch liegt. „Am Fenster“ ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, da auch dieser Song mit einem Drumcomputer unterlegt wurde. Jedoch kann er nach einigen Durchgängen noch gefallen. „Schwanenkönig“ entpuppt sich dann als ein weiters Highlight des Albums.

Die Deluxe-Edition bringt noch ein paar weitere Cover. Das ein wenig ausgelutschte „Sieben Brücken“ interpretiert er sehr gut, „Zeit, Die Nie Vergeht“ und „Wenn Ein Mensch Lebt“ sind mir ebenfalls zu sehr im Disco-Fox gehalten. Hier kann vor allem die schon bekannte Version von „Als Ich Fortging“ gefallen.

Trackliste:

01 – Unendlich (Intro)

02 – Am Fenster

03 – Einsamer Stern

04 – Verdammt Für Alle Zeit

05 – Unterm Mond

06 – Einfach Du

07 – Blinder Passagier

08 – Der Schwanenkönig

09 – Ist Doch Alles Egal

10 -Du Kannst Auf Mich Zählen

11 – Ich Gebe Niemals Auf

12 – Dann Bist Es Du

13 – Du Bist Wie Ein Magnet

14 – Irgendwo Da Draußen

15 – Wir Sind Unendlich

16 – Sieben Brücken

17 – Wenn Ein Mensch Lebt

18 – Zeit, Die Nie Vergeht

19 – Als Ich Fortging

20 – Am Fenster (Englische Version)

 

Fazit:

Bei dieser Rezension handelt es sich keineswegs um die Abrechnung eines Matthias-Reim-Hassers. Im Gegenteil. Ich verfolge die musikalische Laufbahn seit seinem Debüthit, besitze alle Alben und war schon mehrfach auf seinen Konzerten, die mich immer begeistert haben. Seine Alben „Wolkenreiter“ und „Unverwundbar“ finde ich heute noch toll. Daher habe ich schon „Sieben Leben“ mit gemischten Gefühlen gesehen, von dem es ja auch nur wenige Titel ins Liveprogramm geschafft haben. Ich denke, dies wird bei „Unendlich“ auch so sein. Auf jeden Fall ist es für mich eines der schwächeren Matthias-Reim-Alben. Der Mallorca-WDR4-Sound mag ja viele Anhänger haben und sich gut verkaufen, aber wirklich nötig hat er das nicht. Titel wie „Dann Bist Es Du“ oder „Wir Sind Unendlich“ zeigen doch, dass es auch anders geht und trotzdem gut klingen kann. Sei es drum, beim Konzert in Berlin wird eh´ wieder gerockt und die Hoffnung bleibt, dass das nächste Album wieder bodenständiger wird.

 

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