Vier Minuten

Autorenwertung
  • Umsetzung
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  • Anspruch
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  • Emotionen
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  • Dramatik
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  • Story
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  • Gesamt
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Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Vier Minuten

Inhalt
Traude Krüger ist eine Klavierlehrerin, die bereits seit mehreren Jahren in einem Frauengefängnis Klavierunterricht gibt. Dort hat sie jedoch nicht nur mit untalentierten und aggressiven Schülerinnen zu kämpfen, sondern auch die Gefängnisleitung macht Traude zu schaffen: Denn diese kann keinen rechten Sinn in den Klavierstunden erkennen: Von über 300 Insassinen des Gefängnisses nehmen nur 4 Frauen das Angebot von Traude Krüger in Anspruch – für die Gefängnisleitung ein Paradebeispiel für die Verschwendung von Steuergeldern.

Doch eines Tages kommt die aufsässige Jenny zu Traude – und auch wenn Jenny alles tut, um Traude zu verletzen und ihr bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor den Kopf zu stoßen, unterstützt Traude Jenny nach Kräften. Denn sie erkennt Jennys immenses Potenzial und will sie fördern. Jenny hat bereits mit10 Jahren in großen Konzerthallen Klavier gespielt, doch als sie eines Tages keine Lust mehr auf das Klavierspiel hatte, wurde sie von ihrem Vater vergewaltigt und psychisch terrorisiert.

So begann Jenny, sich nicht nur immer mehr von ihrem Vater, sondern auch vom Klavierspiel zu distanzieren – und bald nahm auch Jennys sozialer Abstieg seinen Lauf. Jenny wollte nicht mehr länger nur Objekt ihres Vaters sein, und so verbrachte sie immer mehr Zeit mit zwielichtigen Freunden. Doch Traude ist weniger an Jennys Schicksal und ihrer Lebensgeschichte, als vielmehr an ihrem außergewöhnlichem Talent und ihrem Können interessiert. Schon bald verbindet die beiden unterschiedlichen Frauen eine ungewöhnliche Hassliebe zueinander…

Ein beeindruckendes Psychogramm zweier starker Persönlichkeiten – eine berührende Geschichte über Musik, Schicksal, Trauer und Loyalität

„Vier Minuten“ zeichnet nicht nur ein kunstvoll inszeniertes Psychogramm der am Leben gescheiterten Jenny, sondern der Film erzählt langsam und ohne viele Worte auch die Geschichte von Traude Krüger. Die Figur der Traude Krüger ist dabei nicht fiktiv, sondern übernahm die Rolle der realen Person Traude Krüger, die ihr Leben lang als Klavierlehrerin gearbeitet hat und im Jahr 2004 verstarb.

Zu Beginn des Films wirken allerdings sowohl die Figur der Jenny als auch die Figur der Traude Krüger etwas befremdlich auf den Zuschauer. Im Fall von Jenny ist dies zwar auch nicht weiter verwunderlich, denn nur die wenigsten Zuschauer werden sich wohl mit einer wegen Mordes inhaftierten jungen Frau identifizieren können. Traude Krüger wirkt jedoch verschlossen, zeitweise sogar arrogant und auch kaltherzig. Doch die Verbitterung der Traude Krüger hat einen Grund, den der Zuschauer jedoch erst relativ spät erfährt: Traude hat im Dritten Reich ihre große Liebe verloren – eine Frau, die allein aufgrund ihrer Ansichten und ihrer Gefühle für eine Frau hingerichtet wurde.

Als Traude Jenny dies erzählt, zeigt Jenny sich zunächst zwar völlig unbeeindruckt, doch der Zuschauer erkennt, dass die plötzliche Offenheit von Traude gegenüber Jenny einen „Wendepunkt“ in der Geschichte markiert. Jenny steht sich dennoch immer wieder selbst im Wege, und so erscheint ihre Teilnahme an der Endrunde des Wettbewerbs auch immer unwahrscheinlicher. Doch Traude hat mittlerweile nicht nur Jennys Talent, sondern auch Jenny selbst ins Herz geschlossen – und so fasst sie sich ein Herz, und tut etwas absolut unvorhergesehenes. Innerhalb von vier Minuten passiert schließlich etwas, was weder der Zuschauer, noch Traude, noch Jenny selbst erwartet hätte – diese letzten vier Minuten bilden noch einmal die Quintessenz des gesamten Films – daher auch der Titel „Vier Minuten“.

Fazit
Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt über „Vier Minuten“: „Es gibt Momente, da scheint die Leinwand sich zu entzünden“ – dies trifft auch ziemlich genau den Kern des Films. Monica Bleibtreu und agieren zu jeder Zeit so überzeugend, dass der Film nicht einmal große Bilder oder viel Pathos benötigt, um eine ergreifende Geschichte zu erzählen. „Vier Minuten“ ist die meisterhafte Verfilmung einer größtenteils wahren Geschichte – und nicht zuletzt auch ein „Musikfilm“, der völlig ohne die üblichen Stilmittel des Genres auskommt. Ohne Zweifel einer der besten Filme mit Monica Bleibtreu – absolut empfehlenswert!

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