Vino Criminale

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Vino Criminale

Michael Böckler. Knaur TB 2008, Taschenbuch, 432 Seiten, € 0,89

Rezension von: merryk | Rezensionsdatum:

Vino Criminale – ein kulinarischer Kriminalroman von

Dolce far niente. Sabrina und Eva-Maria sind in Hochstimmung. Im Radio ein Klassiker von Paolo Conte, die warme, italienische Sommerluft strömt durchs Autofenster, und die sanfte Landschaft des Piemonts gleitet an den zwei jungen Mädchen vorbei.

Dolce far niente. Auch Hippolyt Hermanus sucht das süße Nichtstun in Italien. Der Polizeipsychologe hat sich in sein Häuschen in der Toskana zurückgezogen um Urlaub zu machen: Zum Frühstück einen Caffé corretto und ein Cornetteo bei Sandro in der Bar Centrale, auf dem Rückweg die Zeitung kaufen, zu Hause die Gemüsebeete und Rosen wässern, lesen, beim Lesen wegdösen und einfach in den Tag hinein schlafen bis…. bis das Handy klingelt: „Du musst mir helfen (…) es ist etwas Fürchterliches passiert.“ Da ist es um Hipps -wie ihn seine Freunde nennen- Urlaub geschehen, und ehe er sich versieht, steckt er inmitten der Wirren eines Autounfalls. Oder war es etwa gar kein Unfall?

Dass es sich nur scheinbar um einen Unfall handelt, wird dem Leser schnell klar, schon allein deswegen, weil es, wie die Titelseite verrät, ein Kriminalroman ist. Doch das eigentlich Spannende an diesem Buch ist nicht sosehr der Krimi, sondern die Einführung in die italienische Weinkultur. Perfekt für den Weingenießer (und solche die es werden wollen), der wenig Ahnung hat, was denn in seinem Glas überhaupt steckt, der aber noch nie wirklich Lust hatte, sich durch langweilige Fachliteratur zu lesen. Hier erfährt man Namen und Ursprung verschiedener italienischer Weine und  bekommt am Rande auch die wichtigsten Schritte des Weinanbaus und der Önologie (obwohl dieser Fachbegriff kein einziges Mal fällt) mit. Nicht nur das, der Leser erfährt auch ein wenig von der Geschichte des Weines, dem Anbau der Trauben, dem Verfahren des Kelterns und dem Weinhandel.

Böckler schafft es das Thema Wein so in die Geschichte einzubauen, dass es nicht von der eigentlichen Handlung ablenkt, sondern sie wunderbar ergänzt. Für die, die sich wirklich begeistern lassen, hat er im hinteren Teil des Buches einen Weinführer für die verschiedenen Regionen Italiens angehängt und auch gleich eine Liste der Originalschauplätze (Restaurants, Cafés, Hotels und Enotheken) des Romans, sollte der Leser sich (zufällig oder nicht) in der Gegend aufhalten. Für die zu Hause bleiben, hat er eine Reihe an Rezepten beigefügt, damit man auch zu Hause nicht auf ein gewisses italienisches Flair verzichten muss.

Fazit
Wie vielleicht nicht anders zu erwarten, handelt es sich hier nicht um große Literatur. Der Stil ist liebenswürdig anspruchslos; die Charaktere, von Anfang an klar gezeichnet, zeigen wenig Entwicklung oder Überraschung und sind schon nach wenigen Seiten gute alte Bekannte. Auch das Ende, wenn auch überraschend, ist irgendwie trotzdem absehbar. Nichtsdestotrotz, die Kombination Krimi mit Wein- und Restaurantführer ist absolut gelungen und macht Lust auf eine Reise nach Italien. Allerdings echte Krimifreunde sollten vielleicht lieber die Finger von dem Buch lassen.

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