Volker Kutscher: Der stumme Tod

Autorenwertung
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Der stumme Tod

Reiner Schöne (Sprecher). Argon Verlag 2011, Audio CD, € 10,21

Rezension von: Andreas Kurth | Rezensionsdatum:

: Der stumme Tod

Neuer Fall für Gereon Rath

Im März 1930 gibt es einen neuen Fall für Kommissar Gereon Rath. Der Tod einer Schauspielerin – Betty Winter wird bei Dreharbeiten zu einem Tonfilm von einem Scheinwerfer erschlagen – führt ihn in die Welt der Filmstudios der Metropole Berlin. Im Schatten der Leinwände tobt dabei ein erbitterter Konflikt. Der aufkommende Tonfilm ist dabei, die Stummfilme in der Gunst der Publikums zu verdrängen. Bei diesem radikalen Umbruch bleiben etliche Beteiligte gnadenlos auf der Strecke: Produzenten, Kinobesitzer und auch Stummfilmstars.
Rath, der aus Köln gekommene Kommissar in der Berliner Mordinspektion, findet schon bald Indizien, die für einen Mord sprechen. Seine Kollegen halten einen Beleuchter, der seit dem Tod von Betty Winter verschwunden ist, für den Täter. Der eigenwillige Rath ermittelt auf eigene Faust, und ist schnell von seinen Kollegen isoliert, bekommt zudem Probleme mit seinem Vorgesetzten. Als eine weitere tote Schauspielerin gefunden wird, steht die Polizei ratlos da, vor allem, weil dem Mordopfer das Stimmband entfernt wurde. Für Gereon Rath beginnt eine Odyssee durch die Berliner Unterwelt und die Glamour-Szene des Films. Es tun sich einige Abgründe auf, bis es im rasanten Finale eine überraschende Lösung gibt.

Interessanter Protagonist

Volker Kutscher hat mit dem von Köln nach Berlin verpflanzten jungen Kommissar Gereon Rath eine hochinteressante Figur erschaffen. Und daneben vermittelt er in seinem Roman einmal mehr ein spannendes Bild der Verhältnisse im Berlin der beginnenden 30er Jahre. Bei der Beerdigung des von den Nationalsozialisten später zum Märtyrer gemachten Horst Wessel kommt es zu einer Straßenschlacht zwischen Nazis und Kommunisten. Gleichzeitig muss Rath seinem Vorgesetzten Böhm aus dem Weg gehen, der ihn und seine Methoden „auf dem Kieker“ hat. Als ihn dann auch noch sein Vater ihn bittet, dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer in einem Erpressungsfall zu helfen und Ex-Freundin Charly wieder auf der Bildfläche erscheint, wird es dem Ermittler fast zu viel.

Lehrreicher Rückblick

Der Blick zurück in die Kindertage der Filmindustrie ist lehrreich, denn Volker Kutscher beschreibt eindrucksvoll die enormen Reibungsverluste beim künstlerisch und wirtschaftlich dramatischen Wechsel vom Stummfilm zum vertonten Leinwand-Spektakel. Die Kulisse des Romans im aufstrebenden Berlin und der in beruflichen und privaten Turbulenzen steckende Protagonist geben der Geschichte   zudem noch ihre ganz besondere Note. Gereon Rath droht zuweilen die Orientierung zu verlieren, aber stets besinnt er sich wieder auf seine Aufgabe – die Lösung eines komplexen Mordfalles. Dieser sture Charakterzug, auch gegen heftige Widerstände in den eigenen Reihe an der persönlichen Überzeugung festzuhalten, macht die Figur überaus sympathisch.

Gut erzählte Geschichte

Volker Kutscher zeigt in „Der stumme Tod“, dass er ein guter Geschichtenerzähler ist. Da gibt es allerdings keine harten und schnellen Schnitte, vielmehr beschreibt der Autor mitunter durchaus weitschweifig die Atmosphäre, versetzt so seine Leser/Hörer mitten hinein in das Geschehen. Es geht nicht um  explosive Action, sondern um gute und gründliche Polizeiarbeit. Und dennoch wird ein Spannungsbogen aufgebaut, denn der Leser fiebert mit den Ermittlern mit bie der Lösung des enorm komplizierten Falls. Und Gereon Rath ist nicht der begnadete Denker und Kombinierer, aber er geht seinem Verdacht konsequent nach und erarbeitet sich eine Lösung.

Fazit

Die Geschichte wirkt zuweilen etwas behäbig, aber mit der sich ständig verbessernden Faktenlage gewinnen Leser und Kommissar ein immer klareres Bild. Und beim Finale geht es dann auch noch dramatisch zu. Insgesamt also eine wirklich lesens- oder hörenswerte Geschichte. Wer Gefallen an dem sympathischen Kommissar gefunden hat, dürfte sich bereits auf den nächsten Roman mit Gereon Rath freuen.

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