Volker Leppin: Geschichte der christlichen Kirchen

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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Die christliche Kirche gibt es seit rund 2.000 Jahren. Das Buch soll zeigen, wie es zu der großen Vielfalt an christlichen Konfessionen gekommen ist. Wie sahen die entscheidenden Weggabelungen aus? Wie sehen die theologischen und organisatorischen Eigenheiten der jeweiligen Kirchen aus? Diese an historischen Fakten orientierte Konfessionskunde möchte Antworten bieten.

Über den Autoren
ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Jena. Außerdem gehört er der Sächsischen Akademie der Wissenschaften an. Er wurde am 29. Dezember 1966 in Helmstedt geboren. Der evangelische Theologe hat Theologie und Germanistik in Marburg, Jerusalem und Heidelberg studiert. Leppin ist auch publizistisch aktiv.

Die Buchbesprechung
Das Buch bietet sicher eine informative Einführung in die allgemeine Kirchengeschichte. Wer sich als Laie nicht gut in der allgemeinen christlichen Kirchengeschichte auskennt, wird hier sicherlich viele interessante Details erfahren. Natürlich wird dabei – zumindest oberflächlich – auf die theologischen Unterschiede der großen Konfessionen eingegangen eingegangen. Aber schon beim oberflächlichen Lesen fallen hier einige Besonderheiten auf.

So ist das Buch sehr europazentriert. Amerikanische Spielarten wie die Mormonen, die Zeugen Jehovas und die Christlichen Wissenschaftler tauchen hier nicht auf. Auch die heute leider sehr bedrängten Kopten und Christen aus Äthiopien und Eritrea kommen nicht vor. Zumindest nicht so, wie man es als Laie erwarten kann, nämlich daß hier eine umfangreichere Beschreibung ihrer Entstehungsgeschichte, ihre Geschichte bis heute und ihr Stand in der Gegenwart. Dies wäre beispielsweise bei den Christlichen Wissenschaftlern interessant, die beispielsweise bei uns in Deutschland nach einer Zeit des Booms darum kämpfen müssen, nicht im Niemandsland zu verschwinden.

Leppin geht natürlich auch auf die christliche Mission weltweit ein. Als Beispiel dafür sei die katholische Mission in China genannt. Wie sieht aber die Situation beispielsweise in Afrika und Ozeanien aus? Haben sich dort eventuell auch eigenständige christliche Traditionen entwickelt? Es sei einmal dahingestellt, ob Leppin diese Frage überhaupt beantwortet. Ins Augen fallen tut dies jedenfalls nicht.

Auch der große Bereich der Freikirchen erscheint hier nicht. Baptisten? Altkatholiken? Methodisten? Mennoniten? Der Autor wird als studierter Theologe natürlich von ihnen gehört haben. Ausgehend von den englischsprachigen Ländern haben sie inzwischen auch bei uns in Deutschland Fuß gefaßt. In der vorliegenden Form konzentriert sich Leppin auf die drei großen Richtungen evangelisch, katholisch und orthodox. Beim Lesen entsteht der (hoffentlich falsche) Eindruck, daß sich Leppin nicht intensiv mit ihnen auseinandersetzt und es schön gewesen wäre, wenn er ihnen mehr Platz einräumt.

Das Buch bietet einige Landkarten, die aufzeigen, wo welche Konfession wie vertreten ist. Bilder (Fotos, Zeichnungen u. ä.), die beispielsweise hübsche Kirchen oder wichtigen Kirchenväter zeigen, sind hier nicht enthalten. Dies ist schon ein wenig bedauerlich. Man mag nun wissen, wie Martin Luther aussah. Bei vielen anderen Personen, insbesondere denen aus der Anfangszeit des Christentums, sieht es schon anders aus. Da wäre eine optische Präsentation dieser Person, beispielsweise in Form eines Fotos, schon sinnvoll. Es wäre auch sinnvoll gewesen, die beigefügten Landkarten farbig zu gestalten. So ist es beispielsweise schwierig, bei der Landkarte, die die vorherrschenden Konfessionen in den USA zeigt, schwierig, zu erkennen, wo welche Konfession vorherrscht – die Grautöne sehen einfach zu ähnlich aus, als dass man sie immer deutlich unterscheiden kann.

Das Fazit
Diese Mängel beeinträchtigen sowohl die inhaltliche Seite wie auch das Lesevergnügen. Bestimmte Themen kann man einfach erwarten.

Volker Leppin: Geschichte der christlichen Kirchen Von den Aposteln bis heute; Verlag C. H. Beck München 2010; 128 Seiten; ISBN: 978-3-406-60573-4

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