Vom Winde verweht

Autorenwertung
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  • Romantik
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  • Charaktere
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  • Dramatik
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  • Story
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  • Gesamt
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Vom Winde verweht

Margaret Mitchell. Ullstein Taschenbuch 2004, Taschenbuch, 1120 Seiten, € 16,00

Rezension von: Evi | Rezensionsdatum:

Vom Winde verweht von

Inhalt

Georgia, 1861: Auf der Baumwollplantage Tara wächst Scarlett O’Hara zu einer begehrten Südstaatenschönheit heran. Schon mit sechzehn Jahren weiß die temperamentvolle und eigenwillige Scarlett nur zu gut, wie sie Männer um den Finger wickelt. Ernsthaft interessiert ist sie aber nur an einem – an Ashley Wilkes von der Nachbarplantage Twelve Oakes. Sie hofft ihn zu heiraten und ist entsetzt, als er sich mit seiner scheuen und in Scarletts Augen furchtbar langweiligen Cousine Melanie Hamilton verlobt. Am gleichen Tag lernt Scarlett auch den charmanten Abenteurer Rhett Butler kennen, der von ihren Charakter angetan und amüsiert zugleich ist.

Kurz darauf bricht über die Frage nach der Sklaverei der Bürgerkrieg aus, auch Ashley zieht an die Front. Die Südstaatler sind überzeugt, dass sie den Krieg gegen die Yankees schnell gewinnen werden. Um Ashley eifersüchtig zu machen, heiratet Scarlett spontan Charles Hamilton, Melanies schüchternen Bruder. Charles stirbt schon bald und hinterlässt Scarlett einen Sohn. Melanie lädt die angeblich trauernde Witwe nach Atlanta ein und Scarlett sagt zu – hofft sie doch darauf, dadurch bald Ashley wieder zu sehen.

Der Krieg entwickelt sich aber anders als gedacht. Immer deutlicher wird es, dass die Südstaaten verlieren werden – und dass die Herrlichkeit der reichen Baumwollplantagen für immer zu Ende sein wird. Ashley überlebt den Krieg, aber er widersteht Scarletts Avancen. Diese wiederum trifft Rhett Butler wieder, der sie umwirbt. Scarlett heiratet aber aus Geldgier einen anderen und hofft immer noch auf eine Zukunft mit Ashley …

Denn schließlich ist morgen auch noch ein Tag

Hollywood wäre ohne die wunderbare Verfilmung mit Clark Gable und Vivien Leigh um einiges ärmer – das gilt aber auch für jedes Bücherregal, in dem „Vom Winde verweht“ fehlt. Das monumentale Werk, an dem die viel zu früh verstorbene Autorin Margaret Mitchell zehn Jahre lang arbeitete, hat zurecht den Pulitzerpreis gewonnen und zählt zu den großen Romanen der amerikanischen Literatur. Es ist ein Epos über den Krieg in all seinen grausamen Details, es ist ein Werk über die Liebe, es ist ein Buch über eine ganze Epoche, die einen Wendepunkt in der amerikanischen Geschichte markierte.

Mittelpunkt der Handlung ist das Leben von Scarlett O’Hara, die nicht gerade dem typischen Bild einer Romanheldin entspricht: Eitel, überheblich, berechnend und launisch sind nur einige ihrer Charakterzüge. Dass die dennoch das Herz des Lesers gewinnt, liegt daran, dass er Scarlett sofort als verwöhntes, unreifes Mädchen erkennt, das durchaus das Potential hat, über die Jahre zu reifen. Scarletts Verhalten ist teilweise schon fast satirisch überzogen und daher eher amüsant als ärgerlich.

Rhett Butler ist für sie der ideale Gegenspieler: Charmant und wortgewandt, ein Abenteuer und Draufgänger, keiner der typischen Südstaaten-Gentleman, wie Scarlett vorwurfsvoll feststellt, was für ihn jedoch nur ein Kompliment ist. So sehr Rhett auch Scarlett liebt und ihre Schönheit bewundert, im Gegenzug zu anderen Männern durchschaut er ihre Tricks und liebt sie gerade für das, was sie zu verbergen versucht – für ihre Wildheit, ihre Kompromisslosigkeit, ihre Unangepasstheit, die sie von den feinen Damen der Gesellschaft unterscheidet. Die zahlreichen wunderbaren Wortgefechte zwischen den beiden sorgen dafür, dass der Roman trotz der Liebesthematik niemals zu einer Schnulze verkommt.

Andere unvergessliche Charaktere sind der sensible poetische Ashley, der Scarletts unbändige Lebenslust zwar bewundert, sich aber in Melanie verstanden fühlt, die engelgleiche Melanie, die in jedem das Gute zu sehen versucht und somit ausgerechnet in Scarlett eine Schwester und Freundin sieht, die energische Mammy, die für Scarlett immer mehr eine zweite Mutter als eine Sklavin war und die Bordellbesitzerin Belle Watling mit dem guten Herz hinter der verruchten Fassade.

„Vom Winde verweht“ funktioniert auch prächtig als Historienroman, der über die Hintergründe des Sezessionskrieges aufklärt. Margaret Mitchell spart nicht an grausamen Details bei den Schilderungen der Schlachtfelder und der Lazarette. Der Leser hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, das Blut zu riechen und die Schreie der Verwundeten zu hören. Der Roman ist ein eindrucksvolles Plädoyer gegen den Krieg und zeigt sehr schön, wie sich die anfängliche Euphorie der jungen, naiven Männer nach und nach in Schrecken und Verzweiflung wandelt. Der Bruderkrieg, bei dem Amerikaner gegen Amerikaner kämpfen, hinterlässt in jeder Familie Lücken und verändert das Land für immer.

Fazit:

Ein epischer Roman über die Zeit des Sezessionskrieges mit faszinierenden Charakteren und einer unvergesslichen Liebesgeschichte.

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