Wahn

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Wahn

Wulf Bergner (Übersetzer). Heyne Verlag 2009, Taschenbuch, 912 Seiten, € 10,99

Rezension von: lilo05 | Rezensionsdatum:

Wahn von

Vorgeschichte

Ein mächtiger und wohlhabender Baulöwe war Edgar Freemantle einmal, der Protagonist dieser Geschichte von Stephen King. Auch privat war sein Leben von Erfolg gekrönt, er führte eine gute Ehe und hatte zwei liebenswerte Töchter. Mit diesem Lebensidyll ist es eines Tages aus: ein Bagger zermalmte Freemantle fast und ließ einen verkrüppelten Körper mit einem Hirnschaden zurück. Diese Hirnstörung macht sich durch unkontrollierte Gewaltausbrüche und durch Einschränkungen im Sprachzentrum bemerkbar. Seine Frau hat Angst vor Edgars Zorn und zieht sich immer mehr zurück. Nur seine Töchter halten weiterhin zu ihrem Daddy. Edgar kämpft sich ins Leben zurück, verlässt die Rehaklinik und wagt auf Wunsch seines Psychiaters einen neuen Anfang in Florida, auf einer fiktiven Insel namens Duma Key.

Duma Key

In seinem Haus, direkt am Wasser, fasst Edgar neuen Lebensmut. Das Haus und seine Umgebung inspirieren ihn, einen lang gehegten Wunsch in die Tat umzusetzen: er beginnt mit der Malerei. Er malt nicht nur so zum Spaß – nein, er entwickelt einen regelrechten Mal-Wahn, es ist als führe ein dämonischer, bösartiger Geist seine Hand wie in Trance.

Edgar macht die Bekanntschaft mit seinen Nachbarn, einer alten Frau, die trotz ihrer Alzheimer-Erkrankung noch luzide Momente hat und Bruchstücke ihres Lebens enthüllt und ihrem Betreuer, der zu Freemantles Gefährten wird. Es wird immer offensichtlicher, dass Edgars Bilder etwas mit dem Leben der alten Frau und ihres Geheimnisses zu tun haben und dass sein Leben und das seiner Töchter droht, in den Abgrund zu stürzen. Edgar hat böse Vorahnungen und muss unbedingt handeln, bevor etwas Schreckliches passiert…

Über den Autor

Wer Stephen King und seine Werke kennt, weiß, dass er gerne auch eigene Erfahrungen und Erlebnisse in seine Romane einfließen lässt. Ende der 90er-Jahre hatte er selbst einen schweren Unfall und war wochenlang ans Bett gefesselt – vielleicht steht ihm Edgar Freemantle deshalb so nahe.

Fazit

Stephen King führt in diesem Roman nur sehr allmählich in die Geschichte ein. Der Leser erfährt sehr viel über die körperlichen und seelischen Befindlichkeiten von Edgar Freemantle. Edgar entwickelt sich trotz seines Hangs zu Gewaltausbrüchen zu einer Sympathiefigur, was im Laufe der Handlung noch zunimmt. Stephens Beschreibung der Umgebung und des Hauses, in dem Edgar lebt, sind eine Meisterleistung und spiegeln die düstere, angespannte und unheimliche Atmosphäre auf Duma Key wider. Es geht in diesem Roman nicht um den puren Horror, um Brutalität oder spritzendes Blut. Sehr subtil beschreibt King, wie sein Protagonist die Kontrolle über die Situation verliert, wie all das, was er sich in seinem Leben nach seinem Unfall erarbeitet hat, zu entgleisen droht.

Ein fesselnder Roman von 900 Seiten – Wahn-Sinn!

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