Waltz with Bashir

Autorenwertung
  • Anspruch
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  • Innovation
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  • Animation
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Waltz with Bashir

Inhalt
Jede Nacht wird der ehemalige israelische Soldat Boaz im Traum von 26 zähnefletschenden dämonischen Hunden verfolgt. Eines abends fasst sich Boaz ein Herz und erzählt seinem alten Freund, dem Regisseur Ari, von seinem immer wiederkehrenden Traum. Ari ist zunächst etwas überrumpelt, denn er kann sich an die Ereignisse während des gemeinsamen Kriegseinsatzes mit Boaz nicht mehr erinnern. Doch nachdem Boaz Ari von seinen seltsamen Träumen erzählt hat, lassen Boaz Erzählungen Ari ins Grübeln kommen: Warum kann nur er sich nicht an die Ereignisse von damals erinnern? Ari begibt sich auf die Suche nach seinen verlorenen Erinnerungen.

Er besucht Kameraden, die mit ihm im Libanon waren und spricht mit Freunden von damals. Und so bekommt Ari langsam ein immer klareres Bild von der Vergangenheit. Doch die Erinnerungen, die langsam zurückkommen, machen Ari schwer zu schaffen. Langsam entsteht in Aris Gedanken ein immer surrealeres Bild von den Ereignissen, und Ari ist sich nicht mehr sicher, was in seinen Erinnerungen Wahrheit und was Fiktion ist.

Ein ungewöhnlicher und absolut beeindruckender Animationsfilm für Erwachsene – basierend auf realen Ereignissen
„Waltz with Bashir“ gibt die Erinnerungen israelischer Soldaten an den Libanonkrieg 1982 wieder, dabei ist der Film jedoch völlig anders konzipiert als klassische Dokumentarfilme. Schon allein die Umsetzung eines Films mit dokumentarischem Anspruch als Trickfilm zeigt die Andersartigkeit von „Waltz with Bashir“. Obgleich der Film ein animierter Spielfilm ist, bewegt er sich völlig abseits der üblichen „Animationsfilm-Domäne“. Die Neuartigkeit des Films kam bei Publikum und Presse gleichermaßen gut an, so beschreibt beispielsweise „Die Welt“ „Waltz with Bashir“ als „Wirklich noch einmal etwas, das es noch nie gegeben hat (…)“.

schafft es mit „Waltz with Bashir“ die schrecklichen Ereignisse während des ersten Libanonkrieges für den Zuschauer erlebbar zu machen, und der Zuschauer kann sich jederzeit in die Psyche der Protagonisten hineinversetzen. Die animierten Bilder sorgen nicht, wie man anfangs leicht vermuten könnte, dafür dass das Geschehen unnötig verfremdet wird, sondern Sie bewirken das genaue Gegenteil: Die Geschichte um Ari und seine Kameraden wird auf das absolut Nötigste reduziert, und nicht trotz, sondern gerade aufgrund der animierten Bilder fühlt sich der Zuschauer direkt ins Geschehen versetzt – durch den Verzicht auf „reale“ Schauspieler wird die Intention des Films umso klarer, und der Zuschauer erkennt schließlich, genau wie Ari selbst, dass die surrealen Bilder nicht nur ein Traum, sondern Erinnerungen an eine verdrängte und unbewältigte Vergangenheit waren.

Fazit
„Waltz with Bashir“ wurde mit einem Golden Globe ausgezeichnet und wurde zudem für einen Oscar nominiert, darüber hinaus ging der Film als offizieller Wettbewerbsbeitrag bei den Filmfestspielen von Cannes ins Rennen. Der Film lässt sich nur schwer einordnen, und Kritiker attestierten dem Film, bereits heute Genregeschichte geschrieben zu haben. Optisch erinnert der Film an bekannte Werke wie „A Scanner Darkly“ oder „Sin City“, mit dem Unterschied, dass „Waltz with Bashir“ auf einer wahren Geschichte basiert und im Grunde eine Dokumentation in Spielfilmlänge ist – freilich eine Dokumentation völlig neuer Machart. Alle Freunde von Filmen wie „Persepolis“, „Paris 2054“ oder „Sin City“ werden auch von „Waltz with Bashir“ nicht enttäuscht sein, wenn der Film auch ein sehr trauriges und komplexes Thema aufgreift. Allen anderen sei gesagt, dass „Waltz with Bashir“ im Grunde zum „Pflichtprogramm“ eines jeden Filmfreunds gehören sollte – denn nicht wenige Kritiker sind bereits heute der Meinung, dass der Film in 10 Jahren als Meilenstein des Kinos gelten wird.

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