Was würde Jesus heute sagen?

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Was würde Jesus heute sagen?

Heiner Geißler. Rowohlt Berlin 2003, Gebundene Ausgabe, 160 Seiten, € 0,57

Rezension von: lilo05 | Rezensionsdatum:

Was würde Jesus heute sagen?

Das ist natürlich ein Aufsehen erregender Titel – wo wir ja noch nicht einmal genau wissen, was Jesus zu Lebzeiten gesagt hat.

In seinem Buch versucht trotzdem eine Antwort auf diese polemische Frage zu finden und beschränkt sich dabei rein auf die  politische Botschaft des Evangeliums.

Die politische Lage in Palästina

Er setzt die Person Jesus in ihren geschichtlichen Kontext und gibt somit auch dem historisch nicht bewanderten Leser einen guten Einblick in die Epoche, in der Jesus lebte. Der Leser erfährt viel über die verschiedenen Volksgruppen, nicht nur über die als seine Gegner aus der Bibel bekannten Pharisäer, sondern auch über die Sadduzäer und die Zeloten.

Die Bergpredigt

Die Bergpredigt, einschließlich der Forderung nach Nächsten- und Feindesliebe, steht im Mittelpunkt seiner Interpretation. Hier versucht Heiner Geißler, das Menschenbild von damals auf heute zu münzen. Nächstenliebe spielt sich heute nicht mehr in Lazaretten ab, sondern in sozialen Sicherungssystemen, d.h. der Vorsorge für Alter, Krankheit, Arbeitslosigkeit, etc.).

Reichtum und andere Themen

Reich und Arm driften immer mehr auseinander – Jesus will, dass das Kapital dem Menschen dient und nicht umgekehrt – dies ist nur eine von mehreren Plattitüden, die das Buch durchziehen.

Heiner Geißler spricht zwar sehr viele Themen an,  z. B. den Islam, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Kinderarbeit/ -prostitution, den Antisemitismus oder den Irak-Konflikt. Und für jedes dieser Themen findet er auch die passende Bibelstelle. Diese Themen liefern allerdings nur recht spärliche Antworten auf die eingangs gestellte Frage.

Fazit

Im Ansatz gelingt es Heiner Geißler, den Leser für die Materie, nämlich den Menschen Jesus zu interessieren. Die ersten Kapitel wirken fundiert und gut recherchiert. Er deckt biblische Übersetzungsfehler auf, präsentiert Jesus als Revolutionär seiner Epoche. Die Schlussfolgerungen, die aus der Botschaft von Jesus für die heutige Politik gezogen werden, wirken jedoch ein wenig zurechtgeschustert und können dem Anspruch, eine Antwort auf die Frage Was würde Jesus heute sagen? nicht gerecht werden.

Das Buch ist recht flott und angenehm zu lesen und deckt den Leser mit allerhand historischem und politischem Wissen ein. Hier spricht der erfahrene und belesene Politiker zu dem Volk und bemüht sich, seine Sprache zu sprechen, was vollauf gelungen ist.

Heiner Geißler, der uns allen als Poliktiker ein Begriff ist, studierte als Mitglied des Jesuitenordens Philosophie und anschließend Rechtswissenschaften. Schon in mehreren seiner Bücher versucht er sich von der reinen Politik zu lösen, um Antworten auf die Probleme unserer Zeit zu finden.

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Ein Kommentar to “Was würde Jesus heute sagen?”

  1. Reinhard Hartl schreibt:

    Ich stelle mir für mich die Frage: Bringt es uns weiter, wenn wir mehr wissen, über die Bibel, über Übersetzungsfehler, über nicht veröffentlichte Bibelstellen, offensichtliche Fehler der Amtskirchen etc.? Aber auch die spirituelle Revolution und die Esoterik-Welle haben die Welt offenbar nicht glücklicher gemacht. Die Spaltung zwischen den Religionen scheint mir noch größer geworden zu sein. Wäre es vielleicht ein Weg, das Buch der Bücher als Orientierung oder Wegweiser zu nehmen, um für sich selbst ein Grundverständnis über die Welt, die Grundlagen menschlicher Existenz, menschlichen Miteinanders und überhaupt das Zusammenwirken des großen Ganzen in der Natur zu entwickeln? Vielleicht wäre es ein Weg, wenn jeder sein eigener Forscher würde, anstatt sich im Dickicht der Informationen aus allen Medien immer nur auf möglichst spektakuläre Meinungen und Daten Anderer zu verlassen?

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