Wegen meiner Mutter

Autorenwertung
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  • Emotionen
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  • Authentizität
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  • Gesamt
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Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

, Wegen meiner Mutter

Plot
Sylvie kommt von der Schule nach Hause und findet ihre Mutter auf dem Balkon, wo sie auf der überfrorenen Balkonbrüstung balanciert. Auf Sylvie reagiert die Mutter nicht, starrt nur mit seltsam leeren Augen in die Ferne und erst das klingelnde Telefon bringt sie zurück in die Wirklichkeit. Was ist nur mit ihrer Mutter los? Die 14-Jährige versteht diese Frau nicht mehr, die immer weniger ihrer Mutter gleicht und immer fremder wird. Bisher war sie eine genaue, ordentliche Lehrerin, jetzt wird von der Schule beurlaubt, sie wird unordentlich und sie vergisst immer mehr, zuletzt sogar den Namen ihrer Tochter.

Sylvie ist überfordert
Sylvie ist völlig überfordert, das Bild ihrer Mutter auf dem Balkon, offensichtlich willens in den Tod zu springen, verfolgt sie und mit den plötzlichen Stimmungsumschwüngen ihrer Mutter wird sie nicht fertig. Ihr Leben gerät  aus den Fugen, in der Schule wird sie zunehmend schlechter, ihre Klavierstunden vernachlässigt sie, streitet sich häufig mit ihrer besten Freundin und vernachlässigt ihre Aufgaben, dabei müsste sie eigentlich fürs Examen lernen. Stattdessen kauft sie sich enge Tops und kurze Röcke und geht auf Partys. Sie nutzt ihre neue Freiheit, denn von ihrer Mutter ist kein Einspruch mehr zu erwarten und auch ihr Vater besucht die Tochter kaum mehr. Kann Sie von diesem inexistenten Vater Hilfe erwarten? Denn Hilfe braucht sie. Die Diagnose des Arztes lautet auf Alzheimer und er macht Sylvie darauf aufmerksam, dass die Zerstörung dessen, was einmal ihre Mutter war, zunehmend schneller stattfinden wird.

Die Rollen von Mutter und Tochter werden bald vertauscht sein. Sylvie muss die Beziehung zu ihrem Vater reparieren und ihn um Hilfe bitten oder allein für ihre Mutter sorgen. Letzteres ist, und das sagt ihr auch ihr Mitschüler Ryan, der ebenfalls so seine Erfahrungen mit dieser Krankheit hat, praktisch nicht möglich. Sylvie, zwischenzeitlich 15, muss lernen, mit der Krankheit der Mutter umzugehen und sie muss schnell erwachsen werden.

Fazit
Der greift in seiner Reihe „mittendrin“ brisante Themen auf: Magersucht, Rechtsradikalismus und in diesem Buch das Sterben von Verstand und Persönlichkeit eines Menschen bei lebendigem Leibe. Ishbel Moore beschreibt das stückweise Entgleiten genau und beklemmend – und auch die Angst und Verzweiflung der Tochter, die den Verlust ihrer Mutter nicht wahrhaben will, wenn doch deren Hülle noch da ist. „Wegen meiner Mutter“ gehört zu den Büchern, die den jugendlichen Leser in Bann schlagen, man kann es kaum aus der Hand legen.

Die Autorin
Ishbel Moore ist eine bekannte kanadische Jugendbuchautorin. 1954 in Schottland geboren, wanderte sie 13jährig mit den Eltern nach Kanada aus. Sie studierte Englisch und Musik und arbeitete mit körperbehinderten Kindern, bevor sie sich als Schriftstellerin selbstständig machte. Sie ist verheiratet und Mutter dreier Kinder.

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