Wer liest, kommt weiter

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Wer liest, kommt weiter

Friedrich Denk. Gütersloher Verlagshaus 2013, Gebundene Ausgabe, 287 Seiten, € 6,00

Rezension von: B.Agada | Rezensionsdatum:

Wer liest, kommt weiter

Ein Plädoyer für das Lesen und das Buch.

Schon wer das Inhaltsverzeichnis durchsieht, erkennt 37 Punkte, die erklären, warum Lesen wichtig ist und die Antwort auf die Frage: Wozu lesen?  Warum sollen wir lesen?, ist eine der wichtigsten Fragen, die in diesem Buch erörtert und beantwortet wird. Der Autor, Friedrich Denk, beschäftigt sich außerdem mit den Fragen: Warum wird heute weniger gelesen? Wo, wann und wie können wir lesen? Was können wir lesen? Doch der größte Teil des Buches beschäftigt sich mit der Frage: Wozu lesen?

Verändertes Leseverhalten

Jugendliche lesen immer weniger Bücher, aber lesen und tippen eifrig Mails und SMS ins Handy oder IPad. Als Deutschlehrer, Studiendirektor und Schriftsteller fällt Friedrich Denk natürlich zuerst bei seinen Schülern das veränderte Leseverhalten auf. Er fragt sich, woran das liegt und kommt schließlich auf die heutige Art der Kommunikation, der Informationsaufnahme. Handys, Tablets, IPhones ersetzen das Buch.

Philosophen denken schon seit 2000 Jahren über das Lesen nach

Heute wird weniger gelesen wird als früher. Allerdings ist der Autor nicht der erste, der sich Gedanken über das Lesen gemacht hat, und er zitiert Philosophen aus der frühesten Geschichtsschreibung wie Aristoteles, Augustinus, Seneca und andere. Komisch, dass schon damals, 300 Jahre vor Christus, also vor mindestens 2313 Jahren, sich Leute über den Nutzen des Lesens Gedanken gemacht haben, ohne das Vorhandensein von Fernsehen und Computer.

Keine Zeit zum Lesen

Die zweite Frage, warum heute weniger gelesen wird, beantwortet der Autor im Folgenden: Forscher haben herausgefunden, dass die Menschen in Deutschland einfach keine Zeit mehr haben, weil sie etwa 22 Jahre ihres Wachseins vor dem Fernseher oder Computer sitzen und so auch keine Zeit mehr haben zum Lesen. Die Neugierde am Schauen und Sehen wird durch Fernsehen und Internet schneller befriedigt, ebenso der Wunsch nach Zerstreuung und Unterhaltung. Dazu kommen die Faszination und das Angebot der visuellen Medien (Bilderstrecken und Pornovision als Befriedigung geheimer sexueller Wünsche). „Die Ohren sind weniger leicht zu überzeugen als die Augen“ wusste schon Herodot 485-425 vor Christus, was sich die visuellen Medien von heute zu Nutze machen.

Kommunikation durch neue Medien erleichtert

Das Bedürfnis nach Kommunikation wird durch das Angebot der sogenannten Mitmachshows (Rufen Sie an…) und auch durch die Kommentarfunktionen auf sehr vielen Internetseiten befriedigt. Jeder kann seine Meinung äußern, was natürlich in einer funktionierenden Demokratie wichtig ist, aber auch zu Missbrauch führen kann. Anerkennung und Erfolg bieten Internet, Facebook, Handy, dazu kommen die Wünsche nach Macht und Freiheit, die bei PC-Spielen, Spielekonsolen, erfüllt werden, aber auch die Macht andere anonym zu denunzieren. Durch die Gefahr von Cybermobbing fallen Jahr für Jahr mehr Jugendliche zum Opfer.

Werbung nutzt Klickverhalten aus

All dies nutzen die Anbieter aus, um nicht nur Kinder und Jugendliche zu beeinflussen. Sie versuchen, durch Studien des „Klickverhaltens“ immer gezielter die „richtige“ Werbung zu schalten und die Mediennutzer zum Kauf aller möglichen Produkte zu verleiten.

Politiker nutzen die Medien für ihre Zwecke wie Wahlpropaganda aus. Diktaturen verbieten Facebook und Twitter, und nutzen das Internet als Druckmittel gegen ihre Bevölkerung, in dem sie Internetseiten zensieren oder sperren.

Es gibt eine reelle Suchtgefahr durch die neuen Medien, von einer Lesesucht hat man noch nie gehört.

Am Ende des Buches sind 418 „Lieblingsbücher für junge Leser“ aufgelistet, die von 168 Beraterinnen und Beratern empfohlen wurden. Dabei sind unter anderem: die Bibel, Der Weltensammler, Michel aus Lönneberga, Sagen des klassischen Altertums, Robinson Crusoe, Gullivers Reisen, Die Odyssee und viele mehr. Diese Liste lag mit einem „Appell für das Lesen zum Welttag des Buches 2013“ im Münchner Literaturhaus aus, aus Anlass einer „Matinée zum Lob des Lesens“.

 

Fazit:

In diesem überaus wichtigen Sachbuch geht es um nichts weniger als das Lesen selbst und die Erkenntnis, dass, wenn man liest, nicht nur weiter kommt, wenn man beim Lesen in einem Zug oder Bus sitzt, sondern man kommt auch im Leben weiter.

Die vielen kurzen Kapitel, treffen den Nagel auf den Kopf und der letzte Satz leitet das nächste Kapitel ein. Es müssen gar nicht immer neue Bücher sein. Gerade die alten Philosophen wie Aristoteles, Seneca, Herodot oder Dichter und Denker wie Goethe, Schiller, Heine und viele andere werden heute in diesem Sachbuch zitiert, was bedeutet, dass sie ebenfalls noch sehr aktuell sind und sich schon zu ihrer Zeit Gedanken zum Lesen gemacht haben, ohne Kenntnis von Internet und Fernsehen.

Wer liest (ob Buch oder Zeitung/Zeitschrift/Magazin), hat mehr vom Leben, ist auf jeden Fall meine Meinung. Das Buch von Friedrich Denk ist sehr zu empfehlen, denn es zeigt, wie wichtig das Lesen in unserer heutigen Zeit ist.

Autor:

Friedrich Denk, geboren 1942, war Deutschlehrer und Studiendirektor in München, London und Weilheim (Oberbayern) und ein wichtiger Kritiker der Deutschen Rechtschreibreform. Er studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie in München und Bordeaux. Er gründete die „Weilheimer Hefte“ und die „Londoner Lesehefte“, um junge Menschen für das Lesen und die Literatur zu begeistern. Er organisierte mehr als 200 Lesungen für mehr als 60 Autorinnen und Autoren  mit mehr als 500 Zuhörern. Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des internationalen Schriftstellerverbandes PEN.

 

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