Wicked – Die Hexen von Oz

Autorenwertung
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Wicked - Die Hexen von Oz. Die wahre Geschichte der Bösen Hexe des Westens

Hans-Ulrich Möhring (Übersetzer). Klett-Cotta /J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachflg 2008, Broschiert, 530 Seiten, € 5,45

Rezension von: bluecanvas | Rezensionsdatum:

Wicked – Die Hexen von Oz von

Inhalt
Der Untertitel des Buches „Die wahre Geschichte der Bösen Hexe des Westens“ verrät bereits, dass der Leser es hier mit einer altbekannten und populären Geschichte zu tun bekommt. Jedoch findet er diese in ein völlig neues Kleid gehüllt vor.

„Wicked“ ist im fiktiven Land Oz angesiedelt, das dank L. Frank Baums Erfolgsbuch „Der Zauberer von Oz“ seit über 100 Jahren vor allem im US-amerikanischen Raum aus der allgemeinen Kinderliteratur nicht mehr wegzudenken ist.

Wie der Untertitel vermuten lässt, stellt „Wicked“ einen biographischen Fantasy-Roman über die legendäre „Böse Hexe des Westens“ dar, die in L. Frank Baums Original nur aus Dorothys Sicht und damit als furchteinflößende Antagonistin dargestellt wird.
Tatsächlich gab es aber auch lange vor der Ankunft des fremden Mädchens aus Kansas bewegende Schicksale und Intrigen im Leben der grünhäutigen Titelheldin, die Maguire in diesem Buch beschreibt.

Geboren als Tochter eines Munchkin-Missionars und einer Adeligen, die unter ihrem gesellschaftlichen Stand geheiratet hat, erlebt die kleine Elphaba bereits in jungen Jahren die Härten des Lebens, zumal sie durch ihre – vorerst unerklärliche – grüne Hautfarbe sofort als Außenseiterin abgestempelt wird.

Erst während ihrer Ausbildung an der Universität von Shiz lernt Elphaba Freunde kennen und kommt erstmals in Kontakt mit einer gefährlichen Ideologie, die durch den neuen totalitären Herrscher von Oz – dem berüchtigten Zauberer – eingeführt wurde: TIERE – die intelligenten und sprechenden Gegenstücke der „gewöhnlichen“ Tiere – werden zunehmend unterdrückt und ihrer gesellschaftlichen Stellung beraubt, bis man ihnen sogar nahelegt, das Sprechen zu unterlassen und als Vieh in der Landwirtschaft dahinzuvegetieren.

Wendungen
Durch die von allen tolerierte Ungerechtigkeit aufgestachelt, beschließt Elphaba, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und schwört, den unlauteren Machenschaften des Zauberers Einhalt zu gebieten.

So wird aus dem eigenwilligen Adelsspross des Munchkinlandes eine landesweit gefürchtete „Hexe“, die sich schließlich tatsächlich der Zauberei verschreibt, wenn auch nur, um ihre Ziele gegen den scheinbar übermächtigen Herrscher durchzusetzen.

Elphabas Pläne erfahren jedoch einen herben Rückschlag, als ein wüster Sturm über Oz hereinbricht und ein fremdartig aussehendes Haus ausgerechnet auf die Herrscherin des Munchkinlandes – Elphabas Schwester Nessarose –  fällt und diese tötet.

Mit der Ankunft Dorothys in Oz nimmt das Schicksal der missverstandenen „Bösen Hexe“ seinen tragischen Lauf.

Musical-Adaptation
Das Buch wurde im Jahr 2003 mit teilweise stark veränderten Handlungssträngen zu einem weltweit erfolgreichen Musical umgestaltet. Musik und Texte wurden von Stephen Schwartz verfasst. Seit 1997 ist das Musical auch in einer deutschen Fassung verfügbar und hat sich zu einem internationalen Erfolg entwickelt.

Fazit
Ein Buch, das mehr als nur eine Welt beinhaltet. Was uns als verträumte Märchenwelt in Erinnerung ist, wird in Maguires Buch als von Intrigen und politischem Kalkül zerrissenes Land dargestellt, das von einem tyrannischen Herrscher an sich gerissen wird, der die verfeindeten Mächte von Oz zu seinen Gunsten gegeneinander auszuspielen vermag.

Auch die politische Elite von Oz wird von Maguire detailliert beschrieben, sodass manche Parallelen zur realen Geschichte des 20. Jahrhunderts nicht zu leugnen sind.
In jedem Fall ist „Wicked“ ein einzigartiges Werk der modernen Fantasy-Literatur, das die Geschichte des Zauberers von Oz auf berührende und aufrüttelnde Weise nacherzählt – diesmal aus der Perspektive der Gegenseite und damit beweist, dass jede Wahrheit mehrere Gesichter hat.

Eine klare Leseempfehlung für „Wicked – Die Hexen von Oz“!

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