Wolfgang Swat: Der Tote in der Wäschetruhe

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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Wolfgan Swat: Der Tote in der Wäschetruhe Authentische Mordfälle aus der DDR

Das Buch wurde im Jahre 2010 im Verlag , der – wie der Name schon sagt – auch tatsächlich in Berlin ansässig ist, herausgegeben. Es ist 223 Seiten dick.

Die Inhaltsangabe

Swat ist seines Zeichens Journalist. In diesem Buch erzählt er von insgesamt zwanzig Fällen von Mord und Totschlag. Die Fälle ereigneten sich in den `70er und `80er Jahren in der ehemaligen DDR. Ein regionaler Schwerpunkt liegt dabei auf dem damaligen Bezirk Cottbus. Bei den letzten drei vorgestellten Verbrechen handelt es sich um Kriminalfälle, bei denen eine Lösung und juristische Aufarbeitung bis heute aus den unterschiedlichsten Gründen noch aussteht.

Ein Wort zum Verlag

Der Verlag wurde im Jahre 1946 in Berlin gegründet. Sein Schwerpunkt lag auf der Belletristik. Der Verlag veröffentlichte beispielsweise Kriminalliteratur, Abenteuerliteratur und Science-Fiction.

Der Sekundärliteratur zufolge war der Verlag „einer der größten und auflagenstärksten Verlage in der DDR“ (Quelle: Wikipedia). Nach der Wiedervereinigung ging der Verlag in die Insolvenz, wurde 1993 aber wieder unter seinem alten Namen neu gegründet.

Heute gehört er formal zur Eulenspiegel Verlagsgruppe. Politische und kriminalgeschichtliche Sachbuchliteratur, Belletristik sowie Biographien gehören heute zum Verlagsprogramm. Markus Wolf und Gaby Seifert haben dort beispielsweise Bücher veröffentlicht.

Die Besprechung des Buches

Kriminalität ist der Ostzone? Nur weil sie bei uns nicht bekannt war, heißt es noch lange nicht, daß es sie nicht gab. Swat berichtet hier davon.

Sex sells – diesen Spruch kennen wir aus der Werbung. Sie begegnet uns aber nicht nur dort. Sex und Wahnsinn sind zwei Motive, die sich auch durch dieses Buch ziehen. Motive wie Habgier, Eifersucht, Rache oder Geltungssucht kommen hier nicht vor.

Gibt es so etwas wie eine DDR-Sozialisatoin, was Kriminalität anbelangt? Werden da materielle Gründe für Mord und Totschlag totgeschwiegen, weil es sie nicht gibt und nicht sein kein, was nicht sein darf? Diesen Eindruck kann man hier schnell gewinnen.

Hinzu kommt: Bei genauerem Hinsehen werden auch die sozialen Mißstände  des Arbeiter-und-Bauern-Staates deutlich: Alkoholismus, zerrüttete Ehen, Scheidungen und Wohnungsnot seien hier als Beispiele genannt.

Der Erzählstil ist für meinen persönlichen Geschmack zu unpersönlich. Das Buch ist eine reine Bleiwüste; bildliche Darstellungen von Tatorten oder Tätern fehlen völlig. Sensationsjournalismus kommt hier also nicht vor. Die Geschichten werden eher faktenorientiert erzählt; ein emotionaler Bezug fehlt völlig.

Ein Fazit

Als westdeutscher Leser lerne ich zwar die Kriminalität a la DDR kennen. Es gibt aber Bücher, in denen das „wahre“ kriminelle Leben besser erzählt wird. Hier erscheint es eher in Form von Kurzgeschichten.

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