Yoga und Atemtypen: Anna Trökes

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Yoga und Atemtypen

Anna;Seyd Trökes. Kamphausen, J 2008, Gebundene Ausgabe, 432 Seiten, € 25,20

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

und Atemtypen: für eine individuelle Yogapraxis für Lehrende und Lernende

Der Natur verpflichtet – ein großartiges Buch!

Ein Buch mit einer Selbsterkenntnis einzuleiten, noch dazu den persönlichen Widerwillen und die eigene Engstirnigkeit hervorhebend, ist ein feiner und wahrhaft uneigennütziger Akt. Vielmehr will , wenn man so will darf man sie die Yogapäpstin Deutschlands nennen, zeigen, wie auch ein erfahrener Yogalehrer, scheinbar auf dem Zenit seiner Popularität und des Könnens angekommen, Grundlegendes dazulernen kann. Ganz genau, Grundlegendes; denn nichts anderes stellen die Atemtypen dar, um die es in diesem fulminanten, nicht nur von Gewicht und Umfang her, richtig großen Buch geht.

Margarete Seyd, Atem- und Stimmtherapeutin, ist Co-Autorin und Gegenpol von Trökes. Sie war jahrelang Teilnehmerin ihrer Yogakurse, bis sie irgendwann für sich realisierte, dass Atem- und Körperübungen nicht mit ihrem Typ übereinstimmten. Seyd ist Ausatmerin, von der Sonne geleitetes Wesen, Trökes Einatmerin, ein Mondmensch.  Und genau jene Differenzen, die den Unkundigen auf den ersten Blick als willkürlich, gar mystisch erschienen könnten, sind elementare, physiologische und vor allen Dingen konstitutionelle Besonderheiten, die jedem Menschen zu Eigen sind und die zur Persönlichkeit gehören wie blaue Augen oder lange Beine.

Was der Atemtyp ist und wie man ihn an sich selbst herausfinden kann, zeigen die Autorinnen, die sich in dieser Hinsicht ganz wunderbar ergänzen und sich bei den jeweiligen Kapiteln kongenial abwechseln, in einer sehr sanftmütigen, intelligenten und anwendungsfreundlichen Einleitung. Kurze Fragen, ob man Kopfbewegungen lieber vom Unter- oder Oberkiefer her einleitet, Kraftanstrengung mit Druck und Ausatmung oder Zug und Einatmung begleiten mag oder wie das Becken im Verhältnis zu unterer Extremität und Schultergürtel positioniert werden will, sind subtile, aber zielgerichtete Hinweise.

Das nicht gerade umfangreiche Werk der Atemtypenliteratur erfährt hier eine wohltuende und progressive Erweiterung. So ziehen die beiden Autorinnen medizinische (orthopädische, internistische) Erkenntnisse mit ein, die zeigen, dass auch gegenpolares Atmen in bestimmten Situationen hilfreich ist (etwas, das egal, welcher Typologie oder Systematik man sich verschrieben hat ja leider äußerst selten vorkommt) und wie andererseits bedeutend das typengerechte Atmen und Bewegen in vielerlei Situation ist. Eben auch im Yoga, dessen Hatha-Wurzel nicht von ungefähr die beiden Begriffe Sonne und Mond in sich vereint.

Nach all den aufmunternden, freundlichen und klaren Einladungen im Rahmen einer umfassenden Einleitung, eröffnet sich dann den Anfängern, aber vor allen Dingen den schon lange Yoga praktizierenden Anhängern ein völlig neues Terrain. Denn mit Hilfe wunderschöner Bilder, farblich unterstützend im Rahmen der Kleidung der Modelle (lila für Mond, gelb für Sonne), werden die meisten bekannten Asanas von beiden Seiten her betrachtet und vorgestellt.

Rückbeugen, Vorbeugen, Umkehr-, Dreh-, Stabilitäts-, Stand-, Sitz- und Gleichgewichtshaltungen werden einmal lunar, einmal solar präsentiert. Mit Bewegungshinweisen, mit Haltungsvorgaben, mit klar differenzierbaren Unterschieden. So wie eben Ausatemkraft oder Einatemkraft den Körper unterschiedlich gewichten und strukturieren.

Abschließend werden auch Atem- und Stimmübungen (Mantras) bipolar vorgestellt; gerade das natürlich eine Erlösung für all die geplagten Einatmer, die sich in den meisten Fällen an den eher ausatemorientierten Übungen müde gepustet haben. Wie überhaupt das ganze Buch ein Segen für alle ist, die wieder sie selbst sein wollen.

Fazit:

Allein die Einleitung dieses Buches kann jedes Grundlagenwerk ersetzen. Grafiken, Fotos, Layout, Schriftzug, eigentlich alles (unter anderem auch der Raum für persönliche Notizen) scheint unter dem Licht der perfekten Harmonie geboren zu sein. Dieses Buch ist für alle, die die Atemtypen kennenlernen wollen, ein Geschenk. Für alle, die bewusst (!) Yoga praktizieren, ist dieses Werk eine unabdingbare Pflicht. Für sich selbst und den Odem des Lebens! Ohne Übertreibung: eines der wichtigsten Yogabücher aller Zeiten!

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