Zerfall

Autorenwertung
  • Musik
    ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
  • Instrumentalisierung
    ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
  • Stimme
    ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
  • Abwechslung
    ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
  • Hörspaß
    ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
  • Gesamt
    5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne
Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

BRACHIAL UND EPISCH!

Die Band:

Im Jahr 2004 gründeten Simon Schillinger (Gitarre), Sebastian Scherrer (Keyboard), Tobias Weinreich (Bass) und der bis 2009 aktive Sänger und Gitarrist Marco Schomas in ihrer süddeutschen Heimat die Band , deren Name ein Synonym für den Schwarzwald ist. Nach einem Demoalbum erschien 2007 das erste Album „Weltenkraft“. Als Nachfolger von Marco Schomas wurde 2010 der Sänger Oliver Berlin vorgestellt, der erstmals auf dem Album „Rastlos“ zu hören ist. Die für den typischen Instrumente wie Schlagzeug, Gitarre, Bass und Keyboard wurden das Akkordeon erweitert, was zu einem Markenzeichen der Band wurde. Ein weiteres sehr auffälliges Merkmal ist die Länge der Songs. Der Großteil der Songs spielt sich oft zwischen zehn und zwanzig Minuten ab. Seit dem Album „… zum Tode“ gab es auf jedem Album ein Schlusssong, der über zwanzig Minuten ist und der von Album zu Album länger wurde. 

Das Album:

Rechnet man den Sampler „#YOLO“ nicht mit, sind vier Jahre seit dem letzten regulären Werk „Mach dich frei“ ins Land gegangen. Vier Jahre, die die Erwartungen kräftig angefeuert haben, zumal der letzte Longplayer bei den Fans nicht unumstritten war. Mit fünf Songs dachte ich zuerst an eine EP, bis ich sah, dass das Album die überaus satte Spielzeit von mehr als einer Stunde hat. Damit weiß man schon fast, was die Stunde geschlagen hat. 

Mit „Wut“ kommt ein Opener, der mit seinen dreizehn Minuten dem Hörer klar macht, was ihn erwartet. Rasant gespielter Pagan Metal, der mit einer großen Portion epischer Momente angereichert wurde und der den Sound des letzten Albums weiter fortführt. 

Experimenteller wird es beim Titelsong „“, dem mit acht Minuten kürzesten Song des Albums. Warum experimentell? Der Verzicht auf Growls und der umso besser eingesetzte Klargesang geben dem Sound eine neue Note. „Fluch des Seins“ (die erste Single) und „Weltenbrand“ setzten den Sound von „Wut“ weiter fort, agieren aber auf einem Niveau, das einfach nur begeistert. Schon hier ist es erstaunlich, wie es Finsterforst schaffen, den Spannungsbogen der einzelnen Songs zu halten. Und das Highlight kommt erst noch. 

Damit sind wir beim letzten Song „Ecce Home“. Mit sechsunddreißig Minuten Spieldauer (!) ist der Song länger als das gesamte neue Album von Airbourne. Natürlich fragt man sich: Macht das Sinn und kann eine Band es schaffen, das Interesse des Hörers über diesen Zeitraum zu halten. Eindeutige Antwort: Sie kann! Und wie. War schon der Schlusstrack „Finsterforst“ mit seinen epischen vierundzwanzig Minuten vom letzten Album der Höhepunkt, setzen die Musiker mit „Ecce Home“ noch einen drauf. Eine geradezu bombastische Instrumentalisierung, ein Aufbau, der sich kontinuierlich steigert und ein stellenweise mitreißendes Tempo machen den Song zu einem Ereignis, an dem es wahnsinnig viel zu entdecken gibt. Und das wird von Hördurchgang zu Hördurchgang noch besser. 

Trackliste:

01 – Wut

02 – Zerfall

03 – Fluch des Seins

04 – Weltenbrand

05 – Ecce Home

Fazit:

Nicht wenige Fans fragen sich insbesondere nach „Ecce Home“, was da noch kommen soll. Die vierjährige Wartezeit hat sich mehr als gelohnt. „Zerfall“ ist großes Kino für all die Hörer, die Musik mögen, die jenseits aller Massen eine Nische bedient. Die Mischung aus Pagan und Folk Metal, die Anleihen bei der Neuen Deutschen Härte und die schon epische Darbietung machen das Album zu einem echten Geheimtipp. Ich kann jedem Liebhaber der harten Rockmusik nur wärmstens empfehlen, sich mit den Jungs aus dem dunklen Wald zu beschäftigen. 

 

Wie bewerten Sie dieses Produkt?

Ihre Bewertung
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar