Zündpunkt 50

Autorenwertung
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Zündpunkt 50

Joseph Rance. Marion von Schröder Verlag 1989, Gebundene Ausgabe, 300 Seiten, € 1,63

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Zündpunkt 50 von und

Inhalt
Tokyo, 1978, verschiedene Passagiere, darunter auch Dr. Laura Brennan, amerikanische Ärztin, die gemeinsam mit ihrem Mann in einer amerikanischen Base in Japan lebt, machen sich bereit, in den Shinkansen Richtung Hakata zu steigen. Neben ihr gibt es weitere interessante Passagiere: Tetsuo Togo, ein Popstar, der erste Klasse fährt, Herr Minami, ein Verkaufsdirektor eines Großunternehmens mit beruflichen Problemen, Keiko, eine junge schwangere Frau auf dem Weg zu ihren Eltern, ein Polizist mit einem Gefangenen und andere.

Der Zug ist gerade – selbstverständlich für japanische Verhältnisse pünktlich – losgefahren, als die Leitstelle des Shinkansen eine Mitteilung erhält, dass eine Bombe im Zug versteckt ist, die zündet, wenn der Zug langsamer als 50 km/h fährt! Es folgt eine Lösegeldforderung von 5 Mio. USD. Man weiht den Zugchef, den jungen Herrn Aoki, ein und macht sich fieberhaft auf die Suche, wie man den 1.500 Passagieren helfen kann. Da dies quasi unmöglich ist, da der Zug ja nicht zur Überprüfung halten kann (und das Handy- und Internetzeitalter, indem man viele Informationen hätte schnell einholen können, liegt lange nach Erscheinen des Buches), ziehen sie einen – amerikanischen – Spezialisten zu Hilfe – Lauras Ehemann!

Parallel findet die Polizei erste Spuren der Täter, sie scheitern jedoch bei der Lösegeldübergabe, und bei der anschließenden Verfolgung wird der eine Täter auf der Flucht getötet, obwohl die Erpresser versprochen hatten, nach erfolgter Geldübergabe die Entschärfungsmethode zu verraten. Auch die zweite Lösegeldübergabe scheitert: das Lokal, in dem die wichtigen Informationen zur Rettung hinterlegt sind, brennt ab! Nun liegt alles bei Brennan und seinen Ideen, um seine Frau und die übrigen Passagiere zu retten… Und die Zeit drängt, in wenigen Stunden erreicht der Zug sein Ziel, einen Sackbahnhof!

Hintergrundinformationen
Beim Lesen werden Parallelen zu dem berühmten Film „Speed“ von 1994 mit Sandra Bullock und Keanu Reeves schnell deutlich. Und in der Tat: Das Buch bzw. der darauf basierende japanische Spielfilm (Panik im Tokio Express) waren Grundlage für „Speed“! Zu den beiden Autoren ist wenig bekannt und der Verlag unterstützt die Heimlichtuerei sogar noch, indem von bekannten Autoren, die unter Pseudonym schreiben, die Rede ist. Andere Werke der Autoren sind daher im Internet auch nicht zu finden. Das Buch ist 1980 erschienen, die Handlung spielt 1978, zu einer Zeit, als der japanische Schnellzug Shinkansen zwar nicht mehr ganz in den Kinderschuhen steckte, aber noch immer ein technisches Wunderwerk war, an dem sich später TGV, ICE und andere ein Beispiel genommen haben!

Fazit
Ein sehr spannend geschriebener Roman mit hochinteressanten Hintergrundinformationen über den japanischen Schnellzug Shinkansen, der lange Zeit der schnellste Zug der Welt war. Die Tatsache, dass es sich um die Vorlage für den Spielfilm „Speed“ handelt, macht es dabei noch interessanter, weil der Leser so automatisch vergleichen kann, welche Charaktere in Speed übernommen wurden. Dabei wurde natürlich der japanische kulturelle Hintergrund amerikanisiert. Auch die Tatsache, dass es den Shinkansen und seine Sicherheitsmaßnahmen sowie die Arbeitsanweisungen für die Mitarbeiter wirklich so gibt bzw. gab, macht das Lesen zu einem Genuss.

Leider gibt es zwei Schwächen des Romans: Zum einen macht es die Vielzahl der Charaktere, die dargestellt werden, etwas unübersichtlich (für den Film aber, wäre es eine Drehbuchvorlage, natürlich interessanter), zumal die japanischen Eigennamen für den normalen deutschen Leser sehr schwierig sind und er sicherlich häufiger nachschlagen muss, wer denn nun Takazana oder Koga oder Okita nochmal waren. Zum zweiten ist die Umschrift der japanischen Eigennamen, für die es festgelegte Normen gibt (die auch schon zum Zeitpunkt des Erscheinens gültig waren), eine Katastrophe. So wird aus dem Berg Fuji der „Fudschijama“, aus der Insel Shikoku wird Schikoku usw. Auch das in der deutschen Übersetzung erfolgte Duzen der Akteure im Roman hätte korrekter als Siezen erfolgen müssen. Alles in allem aber insbesondere vor den geschilderten Hintergrundinformationen ein lesenswertes und empfehlenswertes, spannend geschriebenes Buch! Leider ist es im Handel nur begrenzt erhältlich!

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