Zwei Welten

Autorenwertung
  • Musik
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  • Instrumentalisierung
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  • Vocals
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  • Texte
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

Zwei Welten von Wise Guys

Die Band:

Seit einigen Jahren sind die fünf Herren aus Köln mehr als ein Geheimtipp im Kosmos der deutschsprachigen Musik. Seit 1994 produzieren sie Alben, die inzwischen auch auf den vorderen Plätzen der deutschen Charts landen.

Die Wise Guys begeistern ihr Publikum mit ihrem A-Capella-Gesang. Und das wortwörtlich, denn Daniel Dickkopf, Edzard Hüneke, Marc Sahr, Ferenc Husta und Nils Olfert kommen wirklich komplett ohne Instrumente aus.

Nebenbei zeigen die Wise Guys ein großes soziales Engagement und geben regelmäßig Benefizkonzerte für Einrichtungen wie das Projekt Butterflies oder MISEREOR.

Das Album:

„Zwei Welten“ ist das nunmehr zwölfte Album der Band, dass in zwei Teilen auf den Markt kommt. Der erste im bekannten A-capella-Stil liegt nunmehr vor, der zweite, instrumentierte Teil der gleichen Songs soll im Herbst 2012 erscheinen.

Viel Neues bieten die fünf Musiker ihrer Hörerschaft nicht. Das wäre eigentlich auch nicht nötig, haben die Wise Guys doch ihren Stil gefunden. Dabei sind es vor allem die Texte, für die die Band von ihren Fans geliebt wird.

Ironisch, melancholisch, lustig oder nachdenklich sind Attribute, die in diesem Zusammenhang oft genannt werden. Auch das neue Album kann diesen Anspruch zumindest stellenweise erfüllen, auch wenn sich erste Abnutzungserscheinungen bemerkbar machen.

Nach dem gänzlich missglückten Opener „Die Sonne scheint mir auf den Bauch“, der auch nach dem zweiten oder dritten Hören weder musikalisch noch textlich zu gefallen weiß, ahnt man schon, dass das neue Album nicht der ganz große Wurf geworden ist.

Ein Eindruck, der durch Titel wie „Tanzen im Regen“, „Scheiße, Scheiße, Scheiße“ oder „Mein Nachbar ist ein Zombie“ untermauert wird. Zwar sind diese Nummern nicht komplett misslungen, doch vermisst man in den Texten eine humorvolle Kehrtwendung, die gerade frühere Stücke auszeichnete.

Natürlich ist nicht alles schlecht. Mit „Ich bin aus Hürth“ haben die Wise Guys eine ironische Rapnummer produziert, die gut mit dem Sound von Aggro Berlin konkurriert. „Deutsche Bahn“ ist eine humorvolle Abrechnung mit dem ehemaligen Staatsbetrieb und „Schönen guten Morgen“ eine Hymne für alle Morgenmuffel.

 Seine wirklich guten Momente hat das Album diesmal bei den etwas ruhigeren Nummern. Der Titelsong „Zwei Welten“ stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass man für einen guten Song keine Instrumente braucht.

Warum man diesen Song nicht als Opener ausgewählt hat ist mir schleierhaft. Mit „Nach Hause“ und „Das war nicht geplant“ sind es zwei weitere Lieder zum Thema Liebe, die die Wise Guys von ihrer besten Seite zeigen.

Trackliste:

01 – Die Sonne scheint mir auf den Bauch

02 – Zwei Welten

03 – Ich bin aus Hürth

04 – Ich weiß nicht, was ich will

05 – Lauter

06 – Tanzen im Regen

07 – Deutsche Bahn

08 – Nach Hause

09 – Schönen guten Morgen

10 – Mein Nachbar ist ein Zombie

11 – Das war nicht geplant

12 – Tief im Süden

13 – Irgendwer wird immer meckern

14 – Mein Morgen am Meer

15 – Scheiße, Scheiße, Scheiße

16 – Jetzt ist deine Zeit

 Fazit:

Auf ihrer Website haben die Wise Guys bedauert, dass es für das neue Album wieder nicht zum ersten Platz gereicht hat. Auch wenn ich der Band dieses Erfolgserlebnis von Herzen gegönnt hätte, verdient wäre dieser Erfolg nicht, denn es gab schon bessere Alben der

Mit „Zwei Welten“ legen sie ein Album vor, dessen Titel im doppelten Sinne Programm ist. Zum einen wird es, wie bereits gesagt, eine instrumentierte Fassung geben, zum anderen spiegeln sich auf diesem Album Licht und Schatten.

Nur gut die Hälfte der Songs kann überzeugen. Auch wenn nur ein echter Totalausfall auf dem Album enthalten ist („Die Sonne scheint mir auf den Bauch“) verirren sich manche Titel im Kosmos der Belanglosigkeit.

Ob eine instrumentierte Fassung das besser macht, wage ich zu bezweifeln, ist es doch nicht die musikalische Ausstattung der Songs, die den Hörspaß trübt, sondern die verkrampfte Lockerheit der Texte, die auch durch eine Instrumentalisierung nicht besser wird.

Daher muss man dem zweiten Teil mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Die Band wird dies sicher sportlich sehen, denn wie singen sie in einer der besseren Nummern des Albums: Irgendwer wird immer meckern.

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