Die Prinzessin und der Wilderer

Autorenwertung
  • Aufmachung
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  • Satire
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  • Übersetzungsqualität
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  • Geschichte
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  • Gesamt
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Die Prinzessin und der Wilderer

Thomas Koch (Übersetzer). Rowohlt Taschenbuch 1997, Taschenbuch, 112 Seiten, € 4,90

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Die Prinzessin und der Wilderer: Vier Geschichten von

Inhalt
Bei dem hier vorliegenden Band mit 4 Kurzgeschichten handelt es sich um die wohl letzten von dem 1990 verstorbenen König der Kurzgeschichten geschriebenen Werke, nämlich um zwei märchenähnliche Fabeln „Die Prinzessin und der Wilderer“ und „Prinzessin Busenschön“ (Originaltitel „Two Fables: The Princess and the Poacher – Princess Mammalia“) von 1986 und zwei klassische Kurzgeschichten „Der Antiquar“ (The Bookseller) von 1987 sowie „Der Chirurg“ (The Surgeon) von 1988.

„Die Prinzessin und der Wilderer“ – wie ein Märchen geht es in dieser Geschichte um einen sehr hässlichen und armen jungen Wilderer, dem sein Herzenswunsch – die Möglichkeit, viele junge Mädchen kennenzulernen- vom König erfüllt wird, nachdem er der Prinzessin das Leben rettete. Doch nachdem dieser Wunsch nun nicht mehr verboten ist, verliert er an Reiz für den jungen Mann.

In „Prinzessin Busenschön“ erfährt die – eigentlich sehr liebenswerte, höfliche und bescheidene – über Nacht zur Schönheit gewordene junge Prinzessin Freud und Leid einer schönen Frau und wird langsam aber sicher durch diese neue Macht über die Männer des Landes so verdorben, dass sie sogar plant, den König, ihren Vater, zu ermorden.

„Der Antiquar“ ist ein englischer Buchhändler, der zum Schein in seinem Laden Erstausgaben und andere Raritäten verkauft, sein eigentliches Geld jedoch – gemeinsam mit seiner Assistentin – damit verdient, dass er Todesanzeigen in Zeitungen studiert und den Witwen verstorbener reicher Männer überhöhte Rechnungen von angeblich bestellten Büchern schlüpfrigen Inhalts zustellt. Diese zahlen im Normalfall sofort, um Peinlichkeiten zu vermeiden. Aber er hat nicht mit Mrs. Northcote gerechnet…

„Der Chirurg“ Robert Sandy rettet einem arabischen Prinzen bei einer Operation das Leben und erhält zum Dank von dessen Vater einen sehr wertvollen Diamanten. Das Problem ist nun, den Diamanten über das Wochenende sicher zu Hause zu verstecken – nach langer Diskussion mit seiner Frau haben sie das ideale Versteck: im Eiswürfelbereiter im Tiefkühlfach. Wie es der Zufall so will, gibt es aber genau an diesem Abend – das Ehepaar ist bei einer Einladung außer Haus – einen Einbruch von Vandalen, die sich auch über die Alkoholvorräte hermachen. Der Diamant ist verschwunden…

Fazit
Die vier Kurzgeschichten sind eine sehr nette und kurzweilige Lektüre – nicht so makaber wie viele seiner anderen Geschichten, aber dennoch wie immer sehr respektlos allen Akteuren gegenüber geschrieben, lustig und tiefsinnig zugleich. Die beiden Märchen sind in eingeschränktem Maße auch für etwas ältere Kinder geeignet, für Erwachsene jedoch wirklich eine witzige Reise in die Vergangenheit mit überraschendem Ende. Wer jedoch den beißenden Stil von „Lamb to the Slaughter“ erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein.

Das Buch ist dennoch sehr wertvoll, weil es sich eben um die letzten Geschichten dieses herausragenden Schriftstellers handelt – das Buch selbst ist noch sehr knapp zu seinen Lebzeiten (rund 2 Monate) erschienen und in dieser Form auch nur auf Deutsch so zusammengestellt worden. Die Übersetzung ist sehr gut gelungen und das Buch liest sich sehr flüssig. Der Einband ist künstlerisch in einer Art Picasso-Stil sehr interessant gestaltet, der Druck hervorragend. Als kleine Lektüre zwischendurch und als Ergänzung im Buchregal auf alle Fälle sehr empfehlenswert!

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