Beyoncé – Cowboy Carter

HIGH NOON MISS CARTER!

Die Sängerin:

Die amerikanische R&B- und Soulsängerin Beyoncé Knowles-Carter ist einer der erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Den internationalen Durchbruch hatte sie 1997 mit Destinys Child, mit denen sie Hits wie „Say My Name“, „Bills, Bills, Bills“ oder „Survivor“ hatte. 2003 startete Beyoncé ihre Solokarriere mit dem Erfolgsalbum „Dangerously In Love“, das sich elf Millionen Mal verkaufte. Die Mezzosopranistin zählt zu den besten Stimmen des Popbusiness. Auch als Schauspielerin machte sie in Filmen wie „Dreamgirls“ oder „Obsessed“ eine gute Figur. Privat ist sie mit dem Rapper Jay-Z liiert, den sie 2008 heiratete und mit dem sie 2012 eine Tochter bekam. Anfang 2013 sorgte Beyoncé gleich mehrfach für Schlagzeilen: Bei der erneuten Amtseinführung von Barack Obama sang sie die Nationalhymne, allerdings als Playback, wie sich später herausstellte. Bei darauf folgenden Superbowl legte sie eine überaus beeindruckende Halbzeitshow hin, die alle Kritiker verstummen ließ.

Das Album:

Es gibt viele Künstlerinnen und Künstler, die können anfassen, was sie wollen und landen einen Erfolg. Etwas weniger schaffen es, dabei auch gute Qualität abzuliefern. Und nur ganz wenige schaffen es, aus jedem Werk ein kleines Meisterwerk zu machen. Zur letzten Kategorie gehört Beyoncé Giselle Knowles-Carter, die in ihrer Karriere bisher 32 Grammys eingesammelt hat – mehr als jeder andere Musikschaffende. Und ich bin mir sicher, dass mit diesem Album welche dazukommen werden.

Mit ihrem aktuellen Werk „Cowboy Carter“, dem zweiten einer Album-Trilogie, die 2022 mit „Renaissance“ begonnen hat, wandelt die Sängerin auf den Spuren der amerikanischen Countrymusik. Doch Beyoncé wäre nicht sie selbst, wenn sie einfach nur ein schnödes Countryalbum herausgebracht hätte. Nein, sie mischt Pop, Rap, R&B und natürlich viel Country zu einem Album, das trotz seiner opulenten Spielzeit von achtzig Minuten keine Sekunde langweilig ist. 

Im Vorfeld gab es mit dem genialen „Texas Hold`Em“ eine nahezu perfekte Countrynummer, der mit „16 Carriages“ ein nicht minder schlechter Song an die Seite gestellt wurde. Moment werden jetzt Countrypuristen denken. Darf eine junge, noch dazu dunkelhäutige R&B-Sängerin einfach in den Gefilden amerikanischer Traditionsmusik herumwildern? Wenn weiße Männer in großen Hüten mit Elementen schwarzer Musik spielen ist das schon okay, aber andersrum? Doch Beyoncé schert sich nicht um solche Vorurteile. Vielmehr holte sie Dolly Parton oder Willie Nelson ins Studio, die sich in kleinen Snippets am Album beteiligen. Und mit „Jolene“, einem Cover von Dolly Parton, ist ein Song entstanden, dar einfach genial ist.

Das gilt letztlich auch für die anderen Titel. Mal rappt sie mit Linda Martell und Shaboozey in „Spaghetti“, mit Miley Crus legt sie ein grandioses Duett vor „Il Most Wanted“ und der Kollaborationssong „Blackbiird“ mit Brittney Spencer, Renya Roberts, Tanner Adell und Tiera Kennedy ist ebenfalls ganz großes Kino.

Trackliste:

01 – American Requiem

02 – Blackbiird (feat. Brittney Spencer, Renya Roberts, Tanner Adell und Tiera Kennedy)

03 – 16 Carriages

04 – Protector (feat. Rumi Carter)

05 – My Rose

06 – Smoke Hour Willie Nelson

07 – Texas Hold`Em

08 – Bodyguard

09 – Dolly P.

10 – Jolene

11 – Daughter

12 – Spaghetti (feat. Linda Martell und Shaboozey)

13 – Alligator Tears

14 – Smoke Hour II (feat. Willie Nelson)

15 – Just For Fun (feat. Wille Jones)

16 – Il Most Wanted (feat. Miley Cyrus)

17 – Levi´s Jeans (feat. Post Malone)

18 – Flamenco

19 – The Linda martell Show (feat. Linda Martell)

20 – Ya Ya

21 – Oh Louisiana

22 – Desert Eagle

23 – Riiverdance 

24 – Il Hands Il Heaven

25 – Tyrant

26 – Sweet Honey Buckiin´ (feat. Shaboozey)

27 – Amen

Fazit:

Country? HipHop? R&B? Beyoncé mischt alle Genres zusammen, wobei der Country-Anteil bei „Cowboy Carter“ schon im Mittelpunkt steht. Die aus Texas stammende Sängerin legt mit ihrem achten Album ein wirklich beeindruckendes, weil genreüberschreitendes Werk vor, dass mit Sicherheit in vielen Jahrespolls ganz vorne dabei sein wird.

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 5

Abwechslung: 5

Hörspaß: 5