David Bowie - Hunky Dory
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Hunky Dory ist das vierte Studioalbum von David Bowie, erschien am 17. Dezember 1971 bei RCA Records und ist laut Rezension vom 18. August 2011 mit 4,5 von 5 Punkten das Album, auf dem Bowie eine eigene Stimme findet. Mit „Life On Mars“ als Höhepunkt ist es der beste Einstieg in sein Werk, wenn man nicht gleich in die Konzeptwelten von Ziggy Stardust springen will.
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Hunky Dory ist das Album, auf dem David Bowie aufhört, Rollen auszuprobieren, und anfängt, eine eigene Stimme zu haben. Es sammelt Lieder über Veränderung, über Kunst und über die eigenen Vorbilder, geschrieben zum großen Teil am Klavier statt an der Gitarre. Das Ergebnis ist wärmer und melodischer als alles, was er vorher aufgenommen hatte, und gleichzeitig deutlich hintergründiger, als es die eingängigen Refrains vermuten lassen.
Auf Hunky Dory, dem vierten Album des Meisters, das 1971 erschien, widmete sich Bowie melodischen, sehr rockorientierten Songs, die zwar nicht mehr so anspruchsvoll waren wie noch auf dem direkten Vorgänger The Man Who Sold The World, aber dafür schon die Grundzüge seines unverwechselbaren Glam-Rock-Sounds haben, mit dem er dann endgültig seinen Durchbruch schaffte.
Hunky Dory ist einerseits ein sehr unterhaltsames, aber gleichzeitig auch sehr nachdenklich stimmendes Werk. Bowie versucht es ein wenig wie der Wolf im Schafspelz, seine kritischen Botschaften in mitreißendes Rockgewand zu verpacken.
Erscheinungsdatum, Studio und Besetzung
Hunky Dory erschien am 17. Dezember 1971 in Großbritannien bei RCA Records. Aufgenommen wurde es zwischen Juni und August 1971 in den Trident Studios in London, produziert von Bowie gemeinsam mit Ken Scott, der zuvor bereits als Toningenieur für ihn gearbeitet hatte.
Im Studio stand jene Band, die kurz darauf als Spiders from Mars Geschichte schreiben sollte: Mick Ronson an der Gitarre, Trevor Bolder am Bass, Mick Woodmansey am Schlagzeug. Ronson verantwortete zusätzlich das Mellotron und einen erheblichen Teil der Arrangements, was gerade den Streicherfarben des Albums ihren Charakter gibt. Am Klavier saß Rick Wakeman, der bald darauf zu Yes ging.
Die Titelliste
Die Titel 1 bis 11 bilden das Originalalbum, die folgenden Stücke sind Bonusaufnahmen späterer Wiederveröffentlichungen.
- Changes
- Oh! You Pretty Things
- Eight Line Poem
- Life On Mars
- Kooks
- Quicksand
- Fill Your Heart
- Andy Warhol
- Song For Bob Dylan
- Queen Bitch
- The Bewlay Brothers
- Bombers
- The Supermen (Alternative Version)
- Quicksand (Demo Version)
- The Bewlay Brothers (Alternative Mix)
Die wichtigsten Songs
Changes
„Changes” dürfte jüngeren Semestern vor allem aus dem Animationsfilm Shrek bekannt vorkommen. Der Song gehört sicherlich auch zu den eingängigsten auf dem ganzen Album, mir persönlich gefällt er ganz gut, doch durch die ständige Wiederholung von ch-ch-changes ist die Gefahr groß, dass man sich bald an ihm sattgehört hat. Inhaltlich ist er zugleich das Programm der ganzen Platte: Wandel als Prinzip, ein Motto, dem Bowie sein Leben lang treu blieb.
Life On Mars
„Life On Mars” ist mit Abstand der mitreißendste Song auf Hunky Dory. Hier schafft es Bowie, ganz langsam eine immer intensivere Atmosphäre aufzubauen, die sich dann schließlich im Chorus entlädt. Der Text arbeitet mit surrealen Bildern, in deren Zentrum ein Mädchen steht, das dem grauen Alltag ins Kino entkommen will und dort nur die nächste Katastrophe vorgeführt bekommt. Ronsons Streicherarrangement und Wakemans Klavier machen daraus eine kleine Popoper.
Quicksand und Oh! You Pretty Things
Deutlich schwerer verdaulich sind „Quicksand” und „Oh! You Pretty Things”. Bowie verhandelt darin Themen wie Okkultismus, Größenwahn und die Vorstellung eines kommenden Übermenschen, verpackt in Melodien, die man mitsummen kann, ohne den Inhalt sofort zu bemerken. Genau diese Reibung macht den Reiz des Albums aus.
Andy Warhol, Song For Bob Dylan und Queen Bitch
Zum ersten Mal finden auch andere berühmte Persönlichkeiten Erwähnung in seinem Werk, so hat er einige Stücke Künstlern gewidmet, die ihn stark beeinflusst haben. Darunter finden sich Namen wie Andy Warhol, Bob Dylan und die Band Velvet Underground, die mit dem Stück Queen Bitch bedacht wird.
„Queen Bitch” ist überhaupt der Song, der am meisten an den Glam-Rock-Bowie erinnert, so hätte das Stück auch sehr gut auf Alben wie Ziggy Stardust oder Aladdin Sane gepasst. Hier spielt Bowie bewusst mit sexuellen Rollen und kultiviert weiter seine androgyne Ader, die zu vielen Diskussionen über seine Sexualität führten. Das sechste Studioalbum von 1973 ist Aladdin Sane in der Jubiläumsausgabe mit Bonus-CD.
Kooks und The Bewlay Brothers
„Kooks” ist der freundlichste Moment der Platte, ein kleines Lied für seinen kurz zuvor geborenen Sohn Duncan, halb Entschuldigung, halb Willkommensgruß an ein Kind exzentrischer Eltern. Am anderen Ende steht „The Bewlay Brothers” als rätselhafter Abschluss, ein Stück, dessen Text bis heute unterschiedlich gedeutet wird und über das Bowie selbst nur andeutungsweise gesprochen hat.
Wie kam Hunky Dory an?
Das Album war zur Zeit seiner Veröffentlichung ein vergleichsweise bescheidener Erfolg. Es wurde kaum beworben und verkaufte sich zunächst schleppend. Erst mit dem Durchbruchsalbum Ziggy Stardust And The Spiders From Mars gelang auch Hunky Dory der Sprung in die oberen Chartregionen bis auf Platz 3, aus denen Bowie für lange Zeit nicht mehr wegzudenken war.
Im Rückblick fällt das Urteil eindeutiger aus. Hunky Dory gilt vielen Kritikern als jenes Album, auf dem Bowie zu Bowie wird, weil hier zum ersten Mal Songwriting, Stimme und Haltung zusammenfinden.
Für wen lohnt sich Hunky Dory?
Wer Bowie kennenlernen will, ohne gleich in die Konzeptwelten von Ziggy Stardust oder die Elektronik der Berlin-Trilogie zu springen, findet hier den besten Einstieg. Auch für Hörer, die Singer-Songwriter-Musik und Klavierballaden mögen, ist die Platte zugänglicher als der Rest seines frühen Werks. Wer dagegen den harten, verzerrten Bowie sucht, ist bei The Man Who Sold The World besser aufgehoben. Wer wissen will, wie Bowies Debüt von 1967 klang, findet es in der Deluxe Edition des Debütalbums samt Stereo- und Mono-Mix.
Fazit: Lohnt sich Hunky Dory?
Hunky Dory bietet im Vergleich zum doch eher sperrig ausgefallenen Vorgänger perfekt gemachte Rockmusik, die hin und wieder auch zum Nachdenken anregt, man höre sich doch nur einmal das großartige „Life On Mars” genauer an. Bowie schafft es außerdem, seinen eigenen Stil zu finden, so klingt bereits ein Song wie das recht frivole „Queen Bitch” wie ein Prototyp seines markanten Glam-Rock-Sounds. Dieses Album ist für alle David-Bowie-Fans ein Muss.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Hunky Dory erschienen?
Hunky Dory von David Bowie erschien am 17. Dezember 1971 in Großbritannien bei RCA Records und ist Bowies viertes Studioalbum. Aufgenommen wurde es zwischen Juni und August 1971 in den Trident Studios in London. Produziert haben Bowie und Ken Scott.
Wer spielt auf Hunky Dory?
Auf Hunky Dory spielten Mick Ronson an der Gitarre, Trevor Bolder am Bass und Mick Woodmansey am Schlagzeug, also jene Musiker, die kurz darauf als Spiders from Mars bekannt wurden. Ronson steuerte zusätzlich das Mellotron und einen erheblichen Teil der Arrangements bei. Am Klavier saß Rick Wakeman, der bald darauf zu Yes ging.
Wovon handelt Life On Mars?
„Life On Mars“ von Hunky Dory arbeitet mit surrealen Bildern: Im Zentrum steht ein Mädchen, das dem grauen Alltag ins Kino entkommen will und dort nur die nächste Katastrophe vorgeführt bekommt. Musikalisch baut der Song eine immer intensivere Atmosphäre auf, die sich im Chorus entlädt. Laut Rezension ist er der Höhepunkt des Albums.
Wem hat Bowie die Songs auf Hunky Dory gewidmet?
Auf Hunky Dory widmet David Bowie erstmals Stücke Künstlern, die ihn beeinflusst haben, darunter Andy Warhol, Bob Dylan und die Band Velvet Underground mit „Queen Bitch“. „Kooks“ ist ein Lied für seinen kurz zuvor geborenen Sohn Duncan.
War Hunky Dory sofort erfolgreich?
Nein, Hunky Dory war zur Zeit der Veröffentlichung ein vergleichsweise bescheidener Erfolg. Das Album wurde kaum beworben und verkaufte sich zunächst schleppend. Erst mit dem Durchbruchsalbum Ziggy Stardust And The Spiders From Mars stieg es bis auf Platz 3 der Charts.
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