David Bowie - Station To Station (Box-Set)
Kurzfazit: Eines der stärksten Bowie-Alben, ergänzt um ein grandioses Livedokument.
Station to Station (Collector's Edition)
75,06 € Stand: 10.08.2026
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Zum Angebot bei Amazon →Sechs Songs, siebenunddreißig Minuten, eine neue Kunstfigur: Station To Station gehört zu den kompaktesten und zugleich folgenreichsten Alben in David Bowies Werk. Das Box-Set stellt dem Original ein Konzert zur Seite, auf das Sammler jahrzehntelang gewartet haben.
Worum geht es auf Station To Station?
Station To Station ist David Bowies zehntes Studioalbum und erschien am 23. Januar 1976 bei RCA Records. Aufgenommen wurde es überwiegend Ende 1975 in Los Angeles, produziert haben es Bowie und Harry Maslin. Zur Band dieser Phase gehörte unter anderem der Gitarrist Carlos Alomar, der Bowie in diesen Jahren erstmals begegnete und danach über lange Zeit prägend blieb.
Das Album führt die Kunstfigur des Thin White Duke ein, eine elegant gekleidete, unterkühlte Bühnenpersönlichkeit, die auf Ziggy Stardust und den Soulausflug von Young Americans folgte. Musikalisch steht Station To Station zwischen zwei Welten: Der Funk der amerikanischen Phase ist noch da, die kühlen elektronischen Flächen der späteren Berlin-Alben kündigen sich bereits an.
CD 1
| 1. Station To Station | |
| 2. Golden Years | |
| 3. Word On A Wing | |
| 4. Tvc15 | |
| 5. Stay | |
| 6. Wild Is The Wind |
CD 2
| 1. Station To Station (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 2. Suffragette City (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 3. Fame (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 4. Word On A Wing (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 5. Stay (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 6. Waiting For The Man (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 7. Queen Bitch (Live Nassau Coliseum ’76) |
Cd3
| 1. Life On Mars? (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 2. Five Years (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 3. Panic In Detroit (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 4. Changes (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 5. TVC15 (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 6. Diamond Dogs (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 7. Rebel Rebel (Live Nassau Coliseum ’76) | |
| 8. The Jean Genie (Live Nassau Coliseum ’76) |
Station To Station, das Album
Nach dem doch eher durchwachsenen Vorgänger Young Americans, auf dem sich David Bowie an sehr befremdlich wirkenden Soulklängen versuchte, kehrte er 1976 als Thin White Duke zu alter Bestform zurück. Stilistisch lässt sich Station To Station mit keinem Vorgänger vergleichen, Bowie schafft es hier wieder einmal, sich völlig neu zu erschaffen und den Zuhörer erneut von seiner Genialität zu überzeugen. Schon der über 10 Minuten lange Titeltrack „Station To Station„ lässt keine Zweifel daran, dass wir es hier mit einem weiteren Meisterwerk des Musikers zu tun haben. Neu sind die erstmals hier auftauchenden elektronischen Klänge, die eine Zugfahrt zu simulieren scheinen. Zwar lässt sich hier schon der Einfluss Kraftwerks auf seine Musik erkennen, doch so richtig kultiviert hat er diesen Aspekt erst mit den sogenannten Berlin-Alben, die in Zusammenarbeit mit dem Soundtüftler Brian Eno entstanden sind.
Zu den ohrwurmverdächtigsten Stücken des Albums gehören das sehr tanzbare „Golden Years„, das eine Menge Spaß macht, weil Bowie hier so richtig schön lässig rüberkommt und eine interessante Verbindung von Rock und Funk darbietet, und „TVC15„, das einen ähnlichen Aufbau hat, aber noch einen Tick temporeicher ausgefallen ist. Mein persönliches Highlight ist aber „Word On A Wing„, das zu den besten Songs gehört, die Bowie je aufgenommen hat. Eigentlich kann man die Stimmung des Songs gar nicht in Worte fassen, jedenfalls war ich hin und weg, als ich es zum ersten Mal hörte. Es ist eine Art rockige Liebesballade, in der Bowies großartige Stimme sehr gut zur Geltung kommt, gerade wenn sich seine Stimme in tiefere Regionen bewegt, läuft mir ein kalter Schauer den Rücken runter.
Die sechs Songs im Einzelnen
Station To Station
Der Titeltrack ist mit über zehn Minuten das längste Stück und zerfällt hörbar in zwei Hälften. Die lange instrumentale Einleitung baut ihre Wirkung aus Wiederholung und Geräusch auf, bevor der zweite Teil deutlich an Tempo gewinnt. Wer verstehen will, wie Bowie vom Funk zur Elektronik gekommen ist, findet hier das Scharnier.
Golden Years
Der bekannteste Song des Albums und die Auskopplung, die auf keiner Bowie-Kompilation fehlt. Funk-Gitarre, Handclaps und eine sehr entspannte Gesangslinie ergeben einen Titel, der zugänglicher ist als der Rest der Platte.
Word On A Wing
Die ruhigste und emotional aufgeladenste Nummer des Albums. Sie steht quer zum unterkühlten Image des Thin White Duke und ist genau deshalb so wirkungsvoll.
Wild Is The Wind
Der Abschluss ist eine Coverversion, die Bowie in eine langsame, sehr kontrollierte Gesangsdarbietung verwandelt. Das Stück tauchte später auch auf mehreren Zusammenstellungen auf und gehört zu den gesanglich stärksten Aufnahmen dieser Werkphase.
Das Konzert im Nassau Coliseum
Diese Special Edition des Albums kommt auf nicht weniger als drei CDs daher, so findet man neben dem Originalalbum noch zwei zusätzliche CDs, die das legendäre Nassau-Konzert von 1976 dokumentieren und damit zu den wertvollsten Zeitdokumenten überhaupt gehören.
Der Mitschnitt entstand am 23. März 1976 im Nassau Coliseum in Uniondale im US-Bundesstaat New York, während der Isolar-Tour zum Album. Eine gekürzte Fassung wurde damals in der Radiosendung King Biscuit Flower Hour ausgestrahlt, danach kursierte das Konzert jahrzehntelang ausschließlich als Bootleg. Erst im September 2010 erschien es im Rahmen der Special und Deluxe Editions von Station To Station offiziell und wurde später auch separat als Live Nassau Coliseum ’76 veröffentlicht.
Die Setlist erklärt, warum dieser Auftritt einen solchen Ruf genießt. Neben den Stücken des aktuellen Albums stehen dort Glam-Rock-Klassiker wie „Suffragette City„, „Diamond Dogs„, „Rebel Rebel„ und „The Jean Genie„, dazu mit „Waiting For The Man„ und „Queen Bitch„ zwei Titel aus dem Umfeld von Velvet Underground beziehungsweise dem Album Hunky Dory. Die kühle Bühnenfigur des Thin White Duke trifft hier auf ein Repertoire, das noch ganz aus der glitzernden Vorphase stammt, und aus dieser Reibung bezieht das Konzert seine Spannung.
Für wen lohnt sich das Box-Set?
Wer Station To Station noch gar nicht besitzt, macht mit dieser Ausgabe nichts falsch, weil das Livematerial deutlich mehr Spielzeit bringt als das Studioalbum selbst. Für Hörer, die das Album bereits im Regal haben, hängt die Entscheidung allein am Konzert. Wer Bootlegs dieser Tour kennt, bekommt hier die offizielle, klanglich saubere Fassung.
Für Einsteiger in Bowies Werk ist die Box dagegen zu speziell. Wer sich zunächst einen Überblick verschaffen will, greift besser zu einer Zusammenstellung und kommt später zu diesem Album zurück.
Fazit: Lohnt sich Station To Station?
Station To Station gehört zu den besten Bowie-Alben, die man finden kann. Als Thin White Duke erfindet sich der Meister neu und beschert uns eine gelungene Mischung aus tollen Rocksongs mit Funkeinflüssen, mit Songs wie „Golden Years„ und „TVC15„ gibt es dann auch gleich zwei tolle Ohrwürmer. Starkes Album, und in der dreiteiligen Ausgabe mit dem Nassau-Konzert bekommt man zusätzlich eines der besten Livedokumente aus Bowies Siebzigerjahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es auf Station To Station?
Station To Station ist Bowies zehntes Studioalbum und erschien am 23. Januar 1976 bei RCA Records. Es besteht aus nur sechs Titeln und führt die Kunstfigur des Thin White Duke ein. Stilistisch verbindet es Funk und Rock mit ersten elektronischen Elementen und bereitet damit die späteren Berlin-Alben vor.
Was enthält das Box-Set von Station To Station?
Die besprochene Ausgabe umfasst drei CDs. Auf der ersten steht das Originalalbum, die beiden weiteren dokumentieren das Konzert im Nassau Coliseum vom 23. März 1976. Dieser Mitschnitt erschien im September 2010 im Rahmen der Special und Deluxe Editions erstmals offiziell.
Warum gilt das Nassau-Konzert als legendär?
Der Auftritt entstand während der Isolar-Tour zum Album und galt jahrzehntelang als einer der besten Bowie-Mitschnitte überhaupt. Eine gekürzte Fassung lief seinerzeit in der Radioshow King Biscuit Flower Hour, ansonsten kursierte das Konzert nur als Bootleg. Erst 2010 wurde es regulär veröffentlicht.
Wer ist der Thin White Duke?
Der Thin White Duke ist die Bühnenfigur, die Bowie rund um Station To Station entwickelte: elegant gekleidet, unterkühlt und distanziert. Sie folgte auf Ziggy Stardust und den Soulausflug von Young Americans und prägte auch das Bühnenbild der zugehörigen Tour.
Wie lang ist der Titelsong Station To Station?
Der Titeltrack läuft über zehn Minuten und ist damit das längste Stück des Albums. Er beginnt mit einer langen instrumentalen Einleitung, deren Klänge an eine Zugfahrt erinnern, und wechselt danach in einen deutlich schnelleren zweiten Teil.
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