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Die Krallen des Löwen

Redaktion · 2012-09-13 · aktualisiert 2026-10-01

Antwort

Die Krallen des Löwen ist ein Reportagebuch von Alexandra Fuller über eine Reise mit dem ehemaligen rhodesischen Elitesoldaten K. zu dessen Kriegsschauplätzen in Simbabwe und Mosambik. Die Rezension vom 13. September 2012 nennt das Buch gut geschrieben und durchaus interessant, kritisiert aber die Darstellung schwarzer Afrikaner als bloßen Hintergrund; 2005 erhielt es den Lettre Ulysses Award.

Die Krallen des Löwen: Unterwegs mit einem afrikanischen Krieger: Unterwegs mit einem afrikanischen Krieger. Ausgezeichnet mit dem Lettre Ulysses Award 2005
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Die Krallen des Löwen: Unterwegs mit einem afrikanischen Krieger: Unterwegs mit einem afrikanischen Krieger. Ausgezeichnet mit dem Lettre Ulysses Award 2005

19,99 € Stand: 11.10.2026

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Alexandra Fuller: Die Krallen des Löwen. Meine Zeit mit einem afrikanischen Krieger

2005 wurde das Buch von Alexandra Fuller mit dem „Lettre Ulysses Award„ für die beste Reportage ausgezeichnet. In der vorderen Umschlagklappe prangt ein großes Foto der Autorin. Dies alles spricht für Authentizität; wie also ist die Zeit verbracht, die man mit einem afrikanischen Krieger teilt?

Worum geht es in Die Krallen des Löwen?

Zuerst einmal, der afrikanische Krieger ist weißer Hautfarbe, K., wie ihn die Autorin nur nennt, kämpfte in der rhodesischen Armee gegen die Rebellen, die für die Unabhängigkeit Rhodesiens, dann Simbabwe, fochten. Auch Alexandra Fuller ist in Rhodesien aufgewachsen, in das ihre Eltern aus England auswanderten, als das Mädchen zwei Jahre alt war. In den Unruhen während und nach der Unabhängigkeit flüchten die Fullers erst nach Malawi, dann nach Sambia. Hier bleiben sie und verdienen ihren Lebensunterhalt mit Fischzucht. 1994 verlässt Alexandra den Kontinent und lebt in den USA. Ihr erstes Buch, in dem sie von ihrer Kindheit im Süden Afrikas berichtet, wird ein Bestseller.

Als sie ihre Eltern in Sambia mal wieder besucht, trifft sie K. Ihre Eltern warnen sie vor dem gefährlichen und undurchsichtigen Mann, aber gerade das fasziniert Alexandra. Auf sie wirkt er wie ein Löwe, er erregt sie mit seiner körperlichen Präsenz. Sie interessiert sich aber auch für K.s Geschichte, spürt, dass da noch einiges an Unbearbeitetem in dem Mann lodert und ihn nicht zur Ruhe kommen lässt. Was einen quält, dem soll man sich stellen. Nach dieser Maxime überredet sie K., mit ihr eine Reise zu seinen alten Kriegsschauplätzen in Simbabwe und Mosambik zu unternehmen. K. war Elitesoldat zuerst in Rhodesien/Simbabwe, dann im Bürgerkrieg in Mosambik, in dem seine Hauptaufgabe im Abschlachten möglichst vieler Kämpfer bestand.

Der Krieg liegt zwar schon fast zwei Jahrzehnte zurück, aber die Reise gestaltet sich für beide sehr quälend. Nicht nur K. leidet immer noch sehr an dem, was er sah und mehr noch an dem, was er tat. Dass er selbst als junger Mann im Krieg sich in ein Monster verwandeln konnte, damit wird er bis zur Gegenwart nicht fertig. Auch die alten Kampfgefährten, die das Paar trifft, sind gezeichnet durch einen Krieg, der (wie alle Kriege) Menschen zerstört, selbst wenn sie überleben. Ein Freund von K. trägt nur noch den Namen Mapenga, „verrückt„ in Shona.

Fazit: Lohnt sich Die Krallen des Löwen?

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, um auch einmal aus der Sicht der Weißen, der Rhodesienkämpfer, einen Blick auf das Geschehen zu werfen. Wie sehen diese den Unabhängigkeitskrieg Simbabwes und den Bürgerkrieg in Mosambik. Für die schwarzen Simbabwer war ihre Chimurenga ein heroischer Kampf, sicher sehen die Verlierer das etwas anders.

Einen Einblick in das Denken, auch die Seele der anderen Seite bietet das Buch durchaus, es ist auch zweifellos gut geschrieben. Aber Schwarze in den drei Ländern, die hier durchquert werden, sind meist nur Gondies oder Munts, sie wollen zu Geld und Besitz kommen, möglichst ohne sich dafür anzustrengen, sind faul und diebisch. Einen eigenen Charakter haben nur Andrew, der Diener von Mapenga, mit dem sich Alexandra unterhält und die junge Frau, die K. zu Tode foltert. Sonst sind Afrikaner schwarzer Hautfarbe mehr der Hintergrund für Leben, Probleme und Geschichten der Weißen.

Ein wenig erinnert das an Hemingway, für den ja auch das Land immer besser war als die Menschen. Auch die starke Religiosität K.s und sein Weinen erscheinen mir eher unglaubwürdig, vielleicht weiß ich allerdings auch nur zu wenig über die Folgen traumatischer Erlebnisse. Auch die „Keuschheit„ Alexandras gegenüber dem charismatischen Löwen wage ich anzuzweifeln, aber die Autorin hat ja auch Mann und Kinder zuhause in den USA!

Eigentlich ist das Thema des Buches doch, was der Krieg aus Männern macht. Eine kriegführende Nation braucht diese Art Männer und wird sie auch finden. Sie sind auch, was die Autorin zugibt, nicht unattraktiv. Aber sie schreien nahezu jede Nacht in ihren Alpträumen.

Einige Einwände, aber durchaus interessant.

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