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Dornenvögel

4,5 von 5 von Rezension.org · 2009-04-24 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Zeitloser Australien-Klassiker über Liebe, Ehrgeiz und drei Generationen.

Dornenvögel: Roman
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Dornenvögel: Roman

13,00 € Stand: 17.08.2026

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Worum geht es in Dornenvögel?

Das Buch erzählt die Geschichte der Familie Cleary, die auf einer australischen Farm namens Drogheda Anfang des 20. Jahrhunderts lebt. Die einzige Tochter Meggie wächst im Schatten ihrer Brüder auf und leidet unter der fehlenden Zuwendung ihrer Mutter. Als dann der Priester Ralph de Bricassart in das Leben der Familie tritt, entsteht sofort eine innige Verbindung zwischen ihnen. Der attraktive Mann Ende zwanzig nimmt die Neunjährige unter seine Fittiche. Schließlich verliebt sich Meggie in ihrer Jugend in den Kirchenmann, und auch Ralph kann sich ihren Reizen nicht länger entziehen.

Umrahmt von vielen dramatischen Ereignissen innerhalb der Familie und auf Drogheda, ist diese verbotene Liebe das Hauptthema des Buches. Der ehrgeizige Ralph, der sich trotz seines Verlangens gegen diese Liebe wehrt und seine ersehnte Karriere innerhalb der Kirche Meggie vorzieht. Meggie, die aus Trotz und Verzweiflung einen anderen heiratet und mit ihm ihre Familie und Drogheda verlässt, um Jahre später unglücklich zurückzukehren.

Spannend wird es auch noch gegen Ende des Buches, wenn plötzlich die dritte Generation ins Spiel kommt und in einer moderneren Zeit ihr Leben beginnt. Insgesamt spannt Colleen McCullough den Bogen von 1915 bis 1969.

Was ist Drogheda in Dornenvögel?

Drogheda ist die Schaffarm im australischen Outback, auf der fast der gesamte Roman spielt, und sie ist die heimliche Hauptfigur des Buches. Sie gehört zunächst Mary Carson, der steinreichen Schwester von Paddy Cleary. Weil sie Arbeitskräfte und einen Erben braucht, holt sie ihren Bruder mit Frau und sieben Kindern aus Neuseeland nach Südostaustralien.

Von diesem Moment an bestimmt Drogheda alles: Wer bleibt, wer geht, wer zurückkehrt und wer daran zerbricht. Dürre, Feuer und die harte Arbeit auf dem Land sind keine Kulisse, sondern greifen unmittelbar in die Biografien ein. Und weil Mary Carson ihr Vermögen an eine Bedingung knüpft, wird Drogheda zugleich zum Hebel, mit dem sie Ralph de Bricassart vor die Wahl zwischen Liebe und Ehrgeiz stellt. Wer nach „Drogheda” sucht, sucht damit im Grunde nach dem Ort, an dem die gesamte Konstruktion des Romans zusammenläuft.

Die Familie Cleary über drei Generationen

Meggie Cleary

Meggie ist die einzige Tochter unter vielen Söhnen und wächst mit dem Gefühl auf, übersehen zu werden. Ihre Zuneigung zu Ralph beginnt als kindliche Bindung an den einzigen Erwachsenen, der sie wirklich wahrnimmt, und wächst über Jahre in etwas hinein, das keinen Platz in der Welt hat, in der beide leben. Ihre Ehe mit Luke O’Neill ist kein Neuanfang, sondern eine Trotzhandlung, und genau so liest sie sich auch.

Ralph de Bricassart

Ralph ist die zwiespältigste Figur des Romans. Er ist warmherzig, klug und sehr genau darin, sich seine eigenen Entscheidungen schönzureden. Sein Ehrgeiz innerhalb der Kirche ist ihm am Ende wichtiger als Meggie, und der Roman lässt ihn dafür weder ganz davonkommen noch verurteilt er ihn platt.

Mary Carson

Meine liebste Figur war die Schlange Mary Carson, die am Anfang des Buches Ralph de Bricassart mit ihrer Erbschaft vor die Wahl zwischen Liebe und Ehrgeiz stellt und ihn am Ende somit doch noch überlistet hat. Ihr Zug wirkt über hunderte Seiten nach und ist eine der besten Ideen des Romans.

Erzbischof Vittorio Contini-Verchese

Ralphs Mentor durchschaut seinen Schützling und öffnet einem mit seinen tiefgründigen philosophischen Kommentaren und Geschichten die Augen. Er ist die Instanz im Buch, die aussprechen darf, was Ralph sich selbst nicht eingesteht.

Justine und die dritte Generation

Und natürlich nicht zu vergessen Meggies rebellische Tochter Justine. Mit ihr und ihrem Bruder Dane betritt eine Generation die Bühne, die andere Möglichkeiten hat als Meggie und trotzdem an vergleichbaren Fragen arbeitet. Dane hat übrigens ein reales Vorbild: McCullough zeichnete ihn nach ihrem Bruder Carl, der 1965 mit nur 25 Jahren beim Versuch starb, zwei ertrinkende Frauen zu retten.

Die Legende vom Dornenvogel

Der Titel geht auf eine Legende zurück, die McCullough selbst im Buch erzählt. Ein Vogel singt nur ein einziges Mal in seinem Leben. Er sucht so lange nach einem Dornbaum, bis er einen findet, spießt sich auf einen Dorn und singt in diesem Moment schöner als jedes andere Geschöpf, bevor er stirbt. Das Bild trägt die Grundidee des Romans: Für das Beste im Leben muss man einen Preis bezahlen, und zwar den höchsten.

Kitsch oder Klassiker?

Dieses Buch ist trotz seines Images, ein Kitschroman zu sein, was wohl an der Verfilmung liegen könnte, ein faszinierender Einblick in das Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Australien. Man begleitet diese Familie über drei Generationen und nimmt Anteil am Leben und Sterben der einzelnen Charaktere.

Da man die Familie und insbesondere Meggie und Ralph über Jahrzehnte begleitet, taucht man beim Lesen immer mehr in deren Welt und die damit verbundenen Zwänge ein. Ein weiteres Thema im Buch ist die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Die zeitlosen Konflikte und die Tatsache, dass sich im Leben meist alles wiederholt, werden einem dabei nur allzu bewusst.

Colleen McCullough und der Welterfolg

„Dornenvögel” erschien 1977 unter dem Originaltitel „The Thorn Birds”. Die australische Autorin Colleen McCullough traf damit einen Nerv: Bis zu ihrem Tod im Jahr 2015 verkaufte sich der Roman über 33 Millionen Mal und wurde in rund 20 Sprachen übersetzt. Allein die deutsche Taschenbuchausgabe, übersetzt von Günter Panske, kam bis zum Jahr 2000 auf mehr als zwei Millionen Exemplare.

Die Verfilmung von 1983

Bekannt wurde der Stoff einem Millionenpublikum vor allem durch die Fernseh-Miniserie von 1983, die mit Emmy und Golden Globe ausgezeichnet wurde. 1996 folgte eine Fortsetzung fürs Fernsehen, die eine im Roman ausgesparte Handlungsphase während des Zweiten Weltkriegs nachreichte. 2009 kam zusätzlich eine Musicalfassung heraus, für die McCullough selbst das Libretto verfasste. Wer das Buch nur über die Serie kennt, unterschätzt es leicht: Der Roman ist deutlich härter und weniger schwärmerisch als seine bekannteste Adaption.

Für wen lohnt sich Dornenvögel?

Für alle, die lange Familiensagas mögen und bereit sind, sich auf über tausend Seiten Lebenszeit einzulassen. Wer historische Romane mit einem starken Ortsbezug schätzt, bekommt mit dem australischen Outback einen Schauplatz, den es in dieser Ausführlichkeit selten gibt. Wer dagegen eine reine Liebesgeschichte mit klarem Happy End sucht, sollte wissen: Das Buch verweigert genau das konsequent.

Fazit: Lohnt sich Dornenvögel?

Das Buch hat viel Spaß gemacht zu lesen. Man taucht in das Leben auf Drogheda ein, und es wird einem nicht langweilig, da immer etwas Neues passiert und es keine spürbaren Längen im Buch gibt. Die Figuren sind stark genug, dass man auch nach hunderten Seiten noch wissen will, wie es mit ihnen weitergeht.

Dieser Klassiker der Literatur ist mit seinem Thema zeitlos und dadurch immer aktuell, nur eben in eine vergangene, romantischere Zeit gesetzt. Alles in allem ist dieser Roman in jedem Fall weiterzuempfehlen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Drogheda in Dornenvögel?

Drogheda ist die riesige Schaffarm im australischen Outback, auf der der Roman spielt. Sie gehört zunächst Mary Carson, der wohlhabenden Schwester von Paddy Cleary, die ihre Familie aus Neuseeland nach Australien holt. Drogheda ist mehr als ein Schauplatz: Die Farm bindet die Clearys über drei Generationen an sich und wird zum eigentlichen Zentrum der Geschichte.

Worum geht es in Dornenvögel?

Der Roman erzählt die Geschichte der Familie Cleary auf der australischen Farm Drogheda von 1915 bis 1969. Im Mittelpunkt steht die verbotene Liebe zwischen der Farmerstochter Meggie Cleary und dem ehrgeizigen Priester Ralph de Bricassart. Um dieses Verhältnis herum entfaltet Colleen McCullough ein Familien- und Gesellschaftsporträt über drei Generationen.

Woher kommt der Titel Dornenvögel?

Der Titel bezieht sich auf eine Legende, die McCullough im Roman erzählt. Ein Vogel singt nur ein einziges Mal in seinem Leben: Er sucht so lange nach einem Dornbaum, bis er einen findet, spießt sich auf einen Dorn und singt dabei schöner als jedes andere Geschöpf, bevor er stirbt. Das Bild steht für den Gedanken, dass das Beste nur um den Preis großen Schmerzes zu haben ist.

Wie erfolgreich war der Roman?

Dornenvögel erschien 1977 unter dem Originaltitel The Thorn Birds und wurde ein Welterfolg. Bis zum Tod der Autorin im Jahr 2015 verkaufte sich das Buch über 33 Millionen Mal und wurde in rund 20 Sprachen übersetzt. Allein die deutsche Taschenbuchausgabe kam bis 2000 auf mehr als zwei Millionen Exemplare.

Gibt es eine Verfilmung von Dornenvögel?

Ja, 1983 entstand eine Fernseh-Miniserie, die mit Emmy und Golden Globe ausgezeichnet wurde und den Stoff einem Millionenpublikum bekannt machte. 1996 folgte eine Fernsehfortsetzung, die im Original ausgesparte Handlung während des Zweiten Weltkriegs nachlieferte. 2009 kam zusätzlich eine Musicalfassung heraus, für die McCullough selbst das Libretto schrieb.

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