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Küss den Frosch

4,5 von 5 von Rezension.org · 2011-11-28 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Handgezeichneter Disney mit Jazz, Herz und einer düsteren Seite

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Küss den Frosch (Walt Disney Studios) – Froschkönig mal ganz anders

Worum geht es in Küss den Frosch?

Tiana ist ein junges, armes Mädchen aus dem New Orleans am Anfang der 1930er mit einem großen Traum. Als sie klein war, erzählte ihr Vater ihr von seinem Traum – ein Restaurant zu eröffnen, das die Menschen zusammenbringt. Dabei entdeckte auch sie ihre Liebe zum Kochen.

Um die alte Zuckermühle zu kaufen, die damals schon ihr Vater als den perfekten Ort für ein Restaurant empfand, arbeitet sie täglich sehr hart und spart alles Geld, das sie verdient. Während einer ihrer Jobs bekommt sie Besuch von ihrer Kindheitsfreundin Charlotte, der Tochter von Eli La Bouff, dem reichsten Mann der Stadt. Sie erfährt, dass zu Ehren des Prinzen Naveen von Maldonia ein Maskenball stattfinden soll, für welchen Tiana ihre berühmten Beignets machen soll. Mit dem dafür bekommenen Lohn kann sie endlich ein Gebot für die Zuckermühle abgeben!

Währenddessen kommt Prinz Naveen mit seinem Diener Lawrence in der Stadt an, mit dem Plan, Naveen an Charlotte zu verheiraten. Aber sie werden vorerst vom bösen Hexendoktor Facilier abgefangen. Nachdem sie einen Handel eingegangen sind, wird Naveen in einen Frosch verwandelt und Lawrence nimmt seinen Platz als Prinz ein.

Erste Begegnung

Die Nacht des Maskenballs ist gekommen und Tiana erfährt, dass sie für die Zuckermühle überboten wurde. Sie ist niedergeschlagen und kann sich nicht mal mehr für Charlotte freuen, die endlich mit ihrem Prinzen tanzen darf. Um sie aufzumuntern, leiht Charlotte ihr ein Kleid, in welchem Tiana wie eine Prinzessin aussieht, verschwindet aber schnell wieder, um weiter mit dem verwandelten Lawrence zu tanzen. Tiana bleibt allein zurück und begegnet dem echten Prinzen in Gestalt eines Frosches. Nach einem kurzen Hin und Her kann Naveen sie davon überzeugen, ihn zu küssen, nicht ahnend, dass sie eigentlich nur Kellnerin ist. Tiana verwandelt sich ebenfalls in einen Frosch.

Das Abenteuer beginnt

Ungewollt müssen die beiden Frösche sich erstmal in den Bayou retten, das Sumpfgebiet rund um New Orleans. Nach kurzer Zeit des Weglaufens vor verschiedenen Tieren treffen sie auf Louis, einen Trompete spielenden Alligator, und Ray, ein Glühwürmchen. Zusammen machen sie sich auf den Weg zu Mama Odie, einer Voodoohexe, die allein im Bayou lebt. Diese erklärt ihnen, dass Naveen sich von einer „echten“ Prinzessin küssen lassen muss, um den Fluch zu brechen und wieder zu Menschen zu werden. Sie beginnen ihre Rückreise nach New Orleans, wo gerade die Mardi-Gras-Parade stattfindet, mit Eli La Bouff als König und Charlotte somit als Prinzessin. Doch was Tiana nicht weiß: Naveen hat sich mittlerweile in sie verliebt.

Welche Hexe kommt in Küss den Frosch vor?

Diese Frage lässt sich nicht mit einem einzigen Namen beantworten, denn der Film stellt der Zauberei zwei sehr unterschiedliche Gesichter gegenüber. Beide arbeiten mit Voodoo, aber sie tun es aus entgegengesetzten Motiven.

Dr. Facilier, der Hexendoktor

Facilier ist der Bösewicht des Films und die Figur, die den ganzen Schlamassel überhaupt erst auslöst. Er ist kein klassischer Zauberer mit Zauberstab, sondern ein Straßenkünstler und Trickbetrüger, der Menschen ihre eigenen Wünsche vorhält und sie damit in Verträge lockt, die sie nicht überblicken. Seine Macht bezieht er von „Freunden von der anderen Seite“, und sichtbar wird das in den lebendigen Schatten, die sich von Wänden lösen und ein Eigenleben führen. Genau diese Szenen sind es, die den Film für jüngere Zuschauer heikel machen: Sie sind visuell großartig gemacht und für Kinderaugen ziemlich bedrohlich.

Mama Odie, die gute Voodoo-Hexe im Bayou

Mama Odie ist das Gegenstück. Sie lebt zurückgezogen im Sumpf, ist blind, uralt und im Umgang deutlich schrulliger als würdevoll. Sie ist diejenige, die Tiana und Naveen erklärt, welche Bedingung erfüllt sein muss, damit der Fluch endet, und sie ist zugleich die Figur, die dem Film seine Moral in den Mund legt: Man muss unterscheiden lernen zwischen dem, was man will, und dem, was man braucht. Dass ausgerechnet die komischste Figur den ernstesten Satz sagt, ist einer der schönen Kniffe des Drehbuchs.

Küss den Frosch und der Froschkönig: Was Disney verändert hat

Wer nach „Froschkönig Disney“ sucht, meint in der Regel genau diesen Film. Die Vorlage ist erkennbar das Grimm-Märchen, aber Disney dreht die entscheidende Bewegung um. Im Märchen erlöst die Königstochter den Frosch. Hier misslingt der Kuss, und die Küssende landet selbst im Sumpf.

Aus dieser Umkehrung ergibt sich alles Weitere. Tiana ist keine Prinzessin, sondern Kellnerin mit zwei Jobs, und ihr Ziel ist kein Prinz, sondern ein eigenes Lokal. Naveen wiederum ist zwar von Geburt Prinz, aber pleite und faul. Der Film schickt beide durch den Bayou, damit sie lernen, was sie am anderen haben – und was sie an sich selbst noch nicht kannten.

Hintergrund zum Film

„Küss den Frosch“ kam im Dezember 2009 in die deutschen Kinos. Regie führten Ron Clements und John Musker, die bei Disney bereits für mehrere Klassiker verantwortlich waren, die Lieder schrieb Randy Newman.

Bemerkenswert ist die Machart: Der Film ist klassisch von Hand gezeichnet und stellte damit eine bewusste Rückkehr zur 2D-Animation dar, während das Studio sonst längst auf Computeranimation umgestellt hatte. Man sieht das dem Ergebnis an, vor allem in den Bayou-Szenen und in den Musiknummern, die sich Freiheiten erlauben, die eine fotorealistische Optik gar nicht zuließe. Dazu kommt ein Soundtrack, der die Musik von New Orleans aufgreift, von Jazz über Blues bis Zydeco. Der Schauplatz ist hier keine Kulisse, sondern Teil der Erzählung.

Ab welchem Alter ist der Film geeignet?

Trotzdem ist der Film meiner Meinung nach für kleinere Kinder ungeeignet. Die düstere Stimmung des Voodoos und diverse Schattengestalten (lebendige Schatten) könnten bei ihnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ab dem Grundschulalter sieht die Sache anders aus. Dann funktioniert der Film als das, was er sein will: ein Abenteuer mit Tempo, Witz und einer Handvoll Szenen, die auch Erwachsene mitnehmen. Ein Blick auf die Freigabe ersetzt hier nicht die eigene Einschätzung – entscheidend ist, wie empfindlich das jeweilige Kind auf düstere Bilder reagiert.

Fazit: Lohnt sich Küss den Frosch?

Wer diesen Film das erste Mal sieht, möchte ihn immer wieder sehen. Mit „Küss den Frosch“ hat Disney eine wunderbare Mischung aus dem alten Prinz-trifft-Prinzessin-Schema und der modernen Zeit schaffen können, jazzige Songs und düstere Action verleihen dem Film dabei noch das gewisse Etwas.

Aber auch die Moral wie im Märchen darf nicht fehlen. Tiana, stolz und ehrgeizig, und Naveen, geldgierig und freiheitsliebend, erkennen im Laufe ihrer Reise, wie wichtig es ist, dass man Freunde hat, auf die man sich verlassen kann. Sie lernen voneinander und entdecken durch den Anderen Eigenschaften an sich, die ihnen vorher nicht aufgefallen wären.

Alles in allem eine schöne Geschichte über Freundschaft, Träume und die wahre Liebe – nur zu empfehlen!

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Küss den Frosch?

Die Kellnerin Tiana in New Orleans spart auf ein eigenes Restaurant. In der Nacht eines Maskenballs küsst sie einen Frosch, der in Wahrheit der verwandelte Prinz Naveen ist, und wird selbst zum Frosch. Gemeinsam suchen die beiden im Bayou nach einem Weg, den Fluch zu brechen.

Welche Hexe kommt in Küss den Frosch vor?

Der Film hat gleich zwei Voodoo-Figuren. Der Hexendoktor Dr. Facilier ist der Bösewicht, der Naveen mit Hilfe seiner Schattengeister in einen Frosch verwandelt. Mama Odie dagegen ist die gutmütige Voodoo-Hexe, die allein im Bayou lebt und den Fröschen erklärt, was den Fluch brechen kann.

Ist Küss den Frosch der Froschkönig von Disney?

Der Film greift das Grimm-Märchen Der Froschkönig auf, dreht es aber um. Nicht die Prinzessin erlöst den Frosch, sondern der Kuss verwandelt auch sie in einen Frosch. Aus dem Märchenschloss wird New Orleans, aus der Königstochter eine arbeitende Kellnerin.

Ab welchem Alter ist Küss den Frosch geeignet?

Für kleinere Kinder ist der Film nach unserer Einschätzung wenig geeignet. Die Voodoo-Szenen und vor allem die lebendigen Schattengestalten rund um Dr. Facilier sind düster inszeniert und können nachwirken. Für Grundschulkinder aufwärts passt der Film dagegen gut.

Was ist an Küss den Frosch besonders?

Er ist einer der wenigen neueren Disney-Filme in klassischer handgezeichneter Animation statt in Computergrafik. Dazu kommt ein Soundtrack, der Jazz, Blues und Zydeco aus New Orleans aufgreift. Regie führten Ron Clements und John Musker, die Lieder stammen von Randy Newman.

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