Scorpions – Rock Beliver

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

WER HÄTTE DAS GEDACHT?

Die Band:

1965 gründete der Gitarrist Rudolf Schenker in Sarstedt bei Hannover eine Band, die alles nachspielte, was sich seinerzeit in den Charts tummelte. Ein Jahr später gab sich die Band den Namen Scorpions, weil man hoffte, dass dieser Name international verstanden werden würde. 1969 stieß Sänger Klaus Meine zu den Scorpions und die Band begann, verstärkt eigene Titel zu schreiben, wobei man sich vorrangig dem Hard Rock zuwandte. 1972 erschien das erste Album „Lonesome Crow“. Vor allem in Japan konnte sich die Band eine große Fangemeinde erspielen. Mit den Alben „Lovedrive“ und „Animal Magnetism“ gelang dann der Durchbruch in den USA. Die folgenden Alben wurden weltweite Erfolge, wobei das Album „Love At First Sting“ in den USA dreifaches Platin erhielt. Jetzt wurden die Scorpions auch in Europa und vor allem in ihrer deutschen Heimat wahrgenommen. 1990 lieferten sie mit „Wind Of Change“ den Welthit zur politischen Wende in Deutschland. Mit den daraufhin veröffentlichten Werken ließ der Erfolg ein wenig nach. Anfang des neuen Jahrtausends waren die Scorpions überwiegend mit akustischen Projekten beschäftigt und tourten oft mit Orchester. Mit den Alben „Unbreakable“ oder „Humanity R1; Hour 1“ gab es eine Rückkehr zum harten Rock. Anfang 2010 gaben die Scorpions bekannt, dass sie sich nach dem Album „Sting In The Tail“ und einer ausgedehnten Abschiedstournee zurückziehen wollen. Eine Entscheidung, die sie zur Freude der Fans wieder rückgängig gemacht haben.

Das Album:

Fünfzig Jahren nach ihrem Debüt „Lonesome Crow“ kommen die Scorpions mit einem neuen Longplayer daher. Wie, neues Album, wird manch einer fragen. Hatten die Band nicht schon ihren Abschied proklamiert und eine nicht enden wollende Abschiedstournee absolviert? Hatten sie. Doch bereits mit ihrem letzten Album „Return To Forever“ bewiesen die Herrn aus Hannover, dass sie noch Lust auf Musik hatten. Jetzt sind sieben lange Jahre vergangen und Klaus Meine und seine Mannen gehen mit einem weiteren Werk an den Start. 

„Rock Beliver“ lautet der Titel und vieles deutet darauf hin, dass man mit diesem Album versuchen möchte, die goldenen Jahre in den 1980ern zu erreichen. Das Cover erinnert vom Motiv her an Alben wie „Blackout“ oder „Love At First Sting“: Der typische Schriftzug prangt rechts oben in der Ecke. Nun muss nur noch die Musik stimmen. Und genau das tut sie! Angetrieben von Mickey Dee, der erstmals als Drummer auf einem Scorpions-Album zu hören ist, legen sie mit „Gas in The Tank“ so los, als würde hier der Nachfolger zu „Love At First Sting“ kommen. Allein diesen Drive hätte ich ihnen nicht mehr zugetraut.

Doch der Tank ist voll und die Musiker haben Bock. Richtig Bock. „Shining Of Your Soul“ spielt mit Reggae-Elementen, die eher düsteren „Seventh Sun“ oder „Call Of The Wild“ kombinieren Metal- und Bluesgitarren ist. Und rockige Titel wie „Roots in My Boots“ konnten die Scorps schon immer. Mit „When You Know (Where You Come From“) gelingt Ihnen sogar eine passable Ballade.

Allerdings ist nicht alles Gold was glänzt. Ein Ausflug in poppige Gefilde wie bei „Rock Beliver“ hat eher eine füllende Funktion und hätte meines Erachtens ruhig etwas härter ausfallen können. 

Trackliste:

01 R1; Gas In The Tank

02 R1; Roots In My Boots

03 R1; Knock ´Em Dead

04 R1; Rock Beliver

05 R1; Shining Of Your Soul

06 R1; Seventh Sun

07 R1; Hot And Cold

08 R1; When I Lay My Bones To The Rest

09 R1; Peacemaker

10 – Call Of The Wild

11 – When You Know (Where Xou Come From)

Fazit:

Die Scorpions legen mit „Rock Beliver“ ein überraschend gutes Album vor, dass viele Anleihen an ihre großen Alben in den 1980ern hat, ohne diese wirklich zu erreichen. Trotzdem macht das Album Spaß, und animiert dazu, sich wieder einmal mit dem Backkatalog der Band zu beschäftigen.

Bewertung:

Musik: 4 

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 4,5

Abwechslung: 4

Hörspaß: 4


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