Sonata Arctica – Clear Cold Beyond

MITTELPRÄCHTIGE MISCHUNG AUS METAL UND MUSICAL!

Die Band:

Unter dem Namen Tricky Beans wurde die Gruppe 1996 von Tony Kakko gegründet. Zunächst hatte man noch nichts mit der harten Rockmusik zu tun. Erst 1999 wandte man sich dem Metal zu und änderte den Bandnamen in Sonata Arctica. Im gleichen Jahr erschien das Debütalbum „Ecliptica“. Waren die ersten Alben der Band geprägt vom Melodic Power Metal in seiner reinsten und schnellsten Form, wandte man sich mit der Zeit eher progressiven Rhythmen zu. In der Besetzung gab es auch immer wieder Veränderungen. Derzeit besteht das Line Up aus Tony Kakko (Gesang), Elias Viljanen (Gitarre), Henrik Klingenberg (Keyboards), Pasi Kauppinnen (Bass) und Tommy Portimo (Schlagzeug). 

Das Album:

Nachdem zuletzt zwei Akustikalben auf dem Programm standen („Acoustic Adventures – Volume One & Two“) kommt jetzt wieder ein Rockalbum in die Läden. Das Erste seit dem letzten Longplayer „Talviyö“ aus dem Jahr 2019. Und tatsächlich verspricht der zum Album gehörende Werbetext eine Rückkehr zur alten Härte. 

Genau das deutet der Opener „First In Line“ an, welcher der geneigten Hörerschaft satten Power Metal verspricht. Eine durch den gesamten Titel donnernde Doublebass und Tony Kakkos hohe, durchaus sanfte Stimme fahren eindeutig wieder im Fahrwasser von Bands wie Bloodbound, Dragonforce oder Avantasia. Unter Metalheads scheiden sich gerade an dieser Spielrichtung seit jeher die Geister. Die einen feiern die Mischung aus schnellen Riffs und keyboardlastigen Momenten ordentlich ab, die anderen rümpfen eher die Nase.

Ich zähle mich eindeutig zur ersten Fraktion, muss aber gestehen, dass mich „Clear Cold Beyond“ nicht wirklich überzeugen kann. Warum? Zum einen haben die Songs bei Weitem nicht das Tempo und die Eingängigkeit wie sie beispielsweise Bloodbound auf ihrem genialen Album „Creatures Of The Dark Realm“ praktiziert haben. Auch epische Longtracks wie bei Avantasia mit Stil- und Tempowechsel sucht man hier vergeblich.

Vielmehr versinkt das Album in zu vielen Keyboardpassagen, die das Gitarrenspiel von Elias Viljanen zu sehr in den Hintergrund drängen. Nicht einer der Tracks bleibt wirklich im Gedächtnis. Sicher, handwerklich ist das gut gespielt, nur konnte mich kein Song komplett überzeugen.

Trackliste:

01 – First In Line

02 – California

03 – Shah Mat

04 – Dark Empath

05 – Cure For Everything

06 – A Monster Only You Can´t See

07 – Teardrops

08 – Angel Defiled

09 – The Best Things

10 – Clear Cold Beyond

Fazit:

Sonata Arctica legen mit “Clear Cold Beyond” ein Album vor, dass nicht wirklich weiß, was es will. Power Metal, Musical, Rock, Progressive Elemente. Alles wird irgendwie verwendet, aber kein schmackhaftes Gericht daraus gemacht. Der Longplayer versinkt leider in seiner Durchschnittlichkeit und bietet in meinen Augen keinen Höhepunkt. Wer die Spielbreite des Genres auskosten will, sollte sich eher an die bereits genannten Gruppen Bloodbound oder Avantasia halten, die zeigen, wie man dieses Genre bedient.

Bewertung:

Musik: 2,5

Instrumentalisierung: 3,5

Stimme: 4,5

Abwechslung: 3

Hörspaß: 2,5