Staubkind – Da ist immer noch mein Herz

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EINE NEUE REFERENZ!

Die Band:

Sven „Louis“ Manke, Gitarrist der Synthierockband Terminal Choice gründete Staubkind 2004 als Soloprojekt, in dem er als Sänger den Sound von Oomph!, Linkin Park oder Evanescence spielen wollte. Zusammen mit Gitarrist Rico Meerheim, der 2012 durch Martin Ukrasvan ersetzt wurde, Friedemann Mäthger (Schlagzeug), Sebastian Scheibe (Bass) und Henrik Böhl (Keyboards) entstand eine Band, die mit dem Titel „Endlos“ erste Erfolge in der Gothic Szene feiern konnte. Kurz darauf erschien das Debütalbum „Traumfänger“, auf dem sich der Graf von Unheilig und die Gruppe Blutengel mit zwei Remixen verewigten. 2019 gab es eine Veränderung im Line Up der Band.

Das Album:

Etwas mehr als fünf Jahre sind seit dem letzten Album „Hinter meinen Träumen“ vergangen. Einem Akustikalbum, dass eher die sanfte Seite der Band betonte. Das letzte reguläre Studioalbum mit neuen Songs ist sogar ein Jahr älter. „An jedem einzelnen Tag“ war seinerzeit nicht ganz so brillant, wie dessen Vorgänger „Alles was ich bin“, dass für mich noch immer so etwas wie die Referenzplatte von Staubkind ist. Wen ich die Band empfehle, habe ich bisher stets dieses Album empfohlen.

Seit den letzten Veröffentlichungen ist viel passiert. Vor allem Corona sorgte dafür, dass auch von Staubkind Tourneen abgesagt wurden und Louis Manke zwischenzeitlich nicht wusste, ob und wie es mit seinem musikalischen Projekt weitergehen sollte. Umso mehr freut es mich, dass es mit „Da ist immer noch mein Herz“ ein neues Album gibt, dass für mich eines der am meisten erwarteten Alben des Jahres 2023 ist. Zumal ich sehr gespannt war, welchen Weg Louis Manke einschlagen würde. Seinerzeit im Dark Rock begonnen, wurde der Sound durch den Wechsel zur Plattenfirma Out Of Line eher poppiger. An vielen Stellen wurde Staubkind mit Unheilig verglichen, was sicher auch daran lag, dass insbesondere das Album „Alles was ich bin“ von Henning Verlage produziert wurde. 

Im Frühjahr gab es dann mit „Stunde Null“ den ersten Vorboten. Eine Trennungsballade, die einen unglaublich schönen Text besitzt und die von Mankes Stimme mehr als getragen wird. Daher steigerte sich meine Erwartung weiter. Durch die Titel „Träumer“ und Kämpferherz, einem Duett mit Mareike Steen, wurden diese weiter befeuert.

Jetzt liegt das Album also in Gänze vor. Wie immer eröffnet von einem gesprochenen Intro, bevor der Titelsong ein Album eröffnet, dass, soviel kann ich schon sagen, eine neue Referenz für Staubkind wird. Sicher, Staubkind stoßen genau in die Lücke der Graf und unheilig mit ihrem Abschied hinterlassen haben. Das heißt, dass diejenigen die Nase rümpfen werden, die unheilig zuletzt viel zu poppig und kommerziell fanden. Doch Louis Manke ist beim Weitem mehr als nur derjenige, der die unheilige Lücke füllen kann und soll. Seine tiefsinnigen Texte drehen sich um Liebe, Verlust und Träume und die Songs, die mal rockig, mal sanft sind, werden von seiner ausdrucksstarken Stimme getragen. 

Und so ist „Da ist immer noch mein Herz“ ein unglaublich intensives Album. Im Wechsel gibt es flotte Titel wie eben den Titelsong oder „Persikop“ oder sanfte Lieder, wie die bereits genannten „Stunde null“ oder „Träumer“. Doch auch jeder andere Song ist klasse. „Bis ich wieder glauben kann“ oder „Mit jedem Schritt“ besitzen genau die Mischung aus Authentizität, Melodie und Text, die mich komplett abholt und in die ich mich gerne verliere. So ist jeder der dreizehn Titel eine Perle und als Anspieltipp geeignet. Das gilt bis zur letzten Nummer „Alles wird gut“, einem Duett mit dem Rapper Elijah. Obgleich das Album nicht ganz so rockig ist, wie seinerzeit „Alles was ich bin“, ist es ein wirklich überragend gutes Werk, dass die lange Wartezeit vergessen macht. 

Trackliste:

01 – Intro

02 – Da ist immer noch mein Herz

03 – Stunde Null

04 – Bis ich wieder glauben kann

05 – Mit jedem Schritt

06 – Song zu viel

07 – Kämpferherz (feat. Mareike Steen)

08 – Periskop

09 – Träumer

10 – Vielleicht irgendwann

11 – Könige auf Zeit

12 – Dem Himmel so nah

13 – Alles wird gut (feat. Elijah)

Fazit:

Die Bewertung von Musik ist stets eine Sache des persönlichen Geschmacks und der eigenen Vorlieben. Obgleich ich ohne Frage ein Faible für Musik habe, die härter und deutlich düsterer sein kann, holen mich solche Titel komplett ab. Das war bei Unheilig so, und das ist auch bei Staubkind der Fall. „Da ist immer noch mein Herz“ hat alle Erwartungen und Hoffnungen erfüllt und übertroffen. Ein unglaubliches schönes, trauriges und hoffnungsvolles Werk. Ich denke, dass ich mein Album des Jahres 2023 gefunden habe. 

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 5

Texte: 5

Hörspaß: 5

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